Das aktuelle Wetter Mülheim 13°C
Foto-Ausstellung

Gesichter und ihre Geschichten

15.06.2012 | 09:00 Uhr
Gesichter und ihre Geschichten
Friseursalon in der Türkei, 1992: Arbeiten des Fotografen Heiner Schmitz sind in der Ausstellung „Menschenbilder 1962-2011" im Kunstmuseum zu sehen.

Mülheim. Zu jedem Bild kann Heiner Schmitz eine Geschichte erzählen. Er reiste viel durch die Welt, war in China, Nordafrika oder vor der eigenen Haustür unterwegs. Überall drückte er im richtigen Moment auf den Auslöser.

Gesichter und die Geschichten dahinter – das ist es, was der Künstler in seinen Bildern erzählt. Vom 15. Juni bis 5. August sind 175 Fotografien aus 13 Serien seines Werks im Kunstmuseum zu sehen. Ebenfalls neu ist die Ausstellung von Etta Gerdes, sie zeigt Bilder kanadischer Landschaftsarchitektur.

Der Titel der Einzelausstellung ist weit gefasst. „Menschenbilder“ zeigt Leute aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen. Der Ruhrpreisträger Heiner Schmitz, 1940 in Oberhausen geboren, bereiste Länder wie Syrien, Libanon, Israel oder Nepal. Und weil sich die Eindrücke und Erinnerungen der Reisen und der Begegnungen mit Menschen in kein Schema pressen lassen, gibt es keine bestimmte Reihenfolge in der Ausstellung.

Einbeziehung von Schülern aus Mülheim

Die Anordnung der Bilder haben die „Young Art Experts“ festgelegt. Schüler der Realschule und des Gymnasiums Broich haben bei der Gestaltung der Ausstellung geholfen und sich mit den Werken auseinandergesetzt.

So startet der Rundgang im ersten Raum mit Bildern aus Palästina. Männer stehen vor der Mauer, darunter stehen Zitate geschrieben, wie die Beton-Grenze ihr Leben verändert hat. „Das soll keine journalistische Arbeit sein“, erklärt der Künstler. „Daher sind Namen und Zitate vermischt.“

Nebenan blickt ein Junge aus einer schwarz-weiß Fotografie. Das Bild entstand in der Türkei, bei einer Esel-Wanderung 1992. „In dieser Serie zeige ich Männer in Friseursalons, von denen es in jedem kleinen Dorf mindestens zwei gibt.“ Weiter hinten gucken Roma-Frauen kritisch in die Kamera – die Familien lebten Mitte der Neunziger in Container-Siedlungen an der Mintarder Straße.

Menschen aus Mülheim sind auch im zweiten Raum des Museum zu betrachten. Beinah lebensgroß porträtierte Heiner Schmitz Menschen unterschiedlicher Herkunft aus Eppinghofen. Die Nationalitäten sind vielfältig: Syrien, Ghana, Türkei. „Jeder von ihnen hat einen Gegenstand in der Hand, der ihm wichtig ist“, erklärt Schmitz. So hält eine Frau aus Syrien ein Häufchen Erde aus ihrem Heimatdorf, ein Mann zeigt ein Modell seines Hauses in der Türkei hoch. Andere Serien beschäftigen sich mit seinen vielen China-Reisen, dem Treiben in den Parks oder auf dem Hundemarkt.

Um die grüne Gestaltung geht es im Grafikraum des Museums. Etta Gerdes, ehemalige Studentin von Schmitz, hat sich mit den Arbeiten von Cornelia Hahn Oberlander beschäftigt, die 1921 in Mülheim geboren, als Kanadas bedeutendste Landschaftsarchitektin gilt. Gerdes zeigt, wie sich ein Stadtbild durch landschaftsarchitektonische Eingriffe verändern kann. Zu sehen sind Fotografien aus den Metropolen Kanadas, Parkanlagen in Ottawa, Dachgärten oder Kieswege in Vancouver. „Ihre Projekte haben mich fasziniert“, sagt die Künstlerin. Nun dürfen sich die Besucher faszinieren lassen.

Rahmenprogramm mit Jazz-Matinee

Begleitend zur Ausstellung veranstaltet das Kunstmuseum ein interkulturell ausgerichtetes Rahmenprogramm. Es umfasst Führungen, ein Wochenende der Begegnung der Kulturen mit Familienprogramm vom 22. bis 24. Juni und eine Jazz-Matinee am 1. Juli um 11 Uhr.

Führungen finden teilweise auch in türkischer Sprache statt.

Die Eindrücke der jungen Kunstexperten sind als Teil der Ausstellung dokumentiert.

Info: www.kunstmuseum-mh.de, 455 41 38

Kristina Mader



Kommentare
Aus dem Ressort
299 Stellen stehen in Mülheim auf der Siemens-Streichliste
Wirtschaft
299 Stellen stehen auf der Siemens-Streichliste für den Standort Mülheim. Der Konzern gab diese Zahl am Montag auf einer Mitarbeiterversammlung bekannt. Die Niederdruckschaufel-Produktion soll ganz nach Ungarn verlagert werden. Mitarbeiter sind in Sorge, dass noch weitere Arbeitsplätze folgen.
Stadt Mülheim sucht Geldquelle für Sportschule NRW
Stadtentwicklung
1,2 Millionen Euro müsste die Stadt Mülheim aufbringen, damit die Luisenschule eine neue Dreifachturnhalle bekommen könnte. Das Land würde die restlichen 80 Prozent der Baukosten finanzieren. Auch andere Schulen und Vereine könnten davon profitieren, doch die Zustimmung der Politik steht noch aus.
„Dümpten grüsst“-Aktion soll Mülheim freundlicher machen
Ehrenamt
Fremden mal einen schönen Tag wünschen, einfach so: “Dümpten grüsst“, das neue Projekt vom Netzwerk der Generationen, soll gute Laune in Mülheim verbreiten. Der Dümptener Arbeitskreis hat 2 500 Sticker drucken lassen, um die Idee im Stadtteil zu verbreiten - und darüber hinaus.
NRW-Betriebe rufen Rindfleisch wegen Milzbrand-Gefahr zurück
Rückruf
Mehrere fleischverarbeitende Betriebe in NRW haben Rindfleisch zurückgerufen, weil es unter Umständen mit Milzbrand-Erregern verseucht ist. Das Fleisch kam bereits Ende September in den Handel und ist wahrscheinlich längst verkauft - und auch verzehrt worden.
Bogensport in der Mülheimer Freilichtbühne begeistert
Trendsport
Zu dem 3D-Bogenschützen-Turnier am Wochenende in der Freilichtbühne kamen Besucher aller Generationen. Ziele waren Tierfiguren aus Schaumstoff. Das Naturerlebnis reizte die Teilnehmer - und sie ernteten neugierige Blicke von Spaziergängern.
Umfrage zur VHS
Eine der großen politischen Debatten im Herbst wird sich um die Zukunft der Volkshochschule drehen. Wie soll es mit der maroden VHS weitergehen?

Eine der großen politischen Debatten im Herbst wird sich um die Zukunft der Volkshochschule drehen. Wie soll es mit der maroden VHS weitergehen?

 
Fotos und Videos
Ferientipps im Herbst
Bildgalerie
Herbstferien
Night for Masters
Bildgalerie
Voll auffe Omme
Lichtfestival
Bildgalerie
freiLICHTbühne