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Windenergie

Windräder für eine Energiewende unverzichtbar

12.11.2012 | 16:15 Uhr
Windräder für eine Energiewende unverzichtbar
Nach Aussage der Befürworter sind Windkraftanlagen unverzichtbar für eine Energiewende.

Letmathe. Die Diskussion um Windräder im Iserlohner Stadtwald und auf der Schälker Heide hat in letzter Zeit für viele Diskussionen gesorgt (wir berichteten mehrfach).

Bei einem Besuch in der Redaktion von Norbert Lowin (Energieforum Letmathe), Rüdiger Hiltawsky (Arbeitskreis Energiewende jetzt und hier) sowie Marc Dünninghaus melden sich jetzt drei Befürworter der Windenergie.

Sie wehren sich dagegen, dass aus ihrer Sicht dieses wichtige Thema zerredet wird und möchten einige Vorurteile richtig stellen.

Nach ihrer Ansicht ist keine größere Geräuschkulisse durch die geplanten Windräder zu befürchten. Die Rotoren der Windanlage in Veserde beispielsweise (etwa 100 Meter hoch) laufen mit 24 Umdrehungen in der Minute. Bei höheren Windrädern (200 Meter) ist die Geräuschkulisse geringer, da die Rotoren langsamer laufen. In den letzten Jahren hat sich viel geändert: Durch verfeinerte Konstruktionen der Flügel hat sich die Schallimmission immer mehr verringert. Da Schall mit der Entfernung abnimmt, ist in einer Entfernung von 500 Meter um eine Anlage von einer Schallbelästigung kaum mehr die Rede. „Der Lärm durch den Straßenverkehr ist wesentlich höher als durch Windräder. Hinzu kommt, das die Vorschriften für solche Räder sehr streng sind.In Bezug auf die nächste Wohnbebauung darf kein Windrad lauter als 35 db sein“. Derzeit sind fünf Windräder auf der Schälker Heide und sechs im Stadtwald Iserlohn geplant, die könnten die Hälfte des Stroms der Iserlohner Haushalte produzieren. Zudem wird von ihnen das Vorhaben der Stadt befürwortet, die Windräder auf eine bestimmte Fläche zu konzentrieren, um eine „Verspargelung“ der Landschaft zu verhindern. Im Märkischen Kreis gibt es inzwischen über 30 Windräder, um die es kaum größere Diskussionen gegeben hat. Norbert Lowin findet es bedenklich, das Bürger mit Fakten konfrontiert wurden, ohne mit ihnen sachlich und fachlich gesprochen zu haben. „Es ist nachvollziehbar, dass Bürger auf die Barrikaden gehen, wenn sie mit falschen Fotomontagen, die im Umlauf sind, konfrontiert werden“.

Die Betrachtung eines Landschaftsbildes mit noch nicht existierenden Windrädern ist immer subjektiv. „Das einzige, was man greifbar hat, ist eine Veränderung des Landschaftsbildes nach ,Kyrill’ mit 30 Prozent weniger Wald. Wenn man sieht, wie viel Wald durch Windanlagen okkupiert wird, ist das eher marginal.“

In einer Studie des NABU aus dem Jahr 2005 wird am Ende darauf hingewiesen, wie wichtig erneuerbare Energien für den Vogelschutz und Naturschutz sind. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass von den Windrädern keine Gefahr für Vögel ausgeht, denn es kommen mehr Vögel durch Hochspannungsleitungen oder den Verkehr um, als durch Windräder.

Nach Aussage von Rüdiger Hiltawsky ist der Wind als regenerative Energie unverzichtbar, weil ohne Windräder keine Energiewende machbar ist. „Der Arbeitskreis wird auch weiterhin das Ziel verfolgen, Iserlohn mit 100 Prozent erneuerbarer Energie zu versorgen. Durch die zahlreichen Photovoltaikanlagen sind wird schon auf einem guten Weg. Aber in den nicht sonnenintensiven Monaten können wir auf Windräder nicht verzichten!“

Lowin, Hiltawsky und Dünninghaus appellieren an die Bürger, intensiver über regenerative Energien als Ersatz für fossile Energie und Atomkraft nachzudenken.

Das Trio ist gerne bereit, mit den Kritikern von Windkraftanlagen einen Kompromiss zu finden. Ein erster Schritt könnte am heutigen Dienstag unternommen werden: der Arbeitskreis Energiewende lädt zu einer Diskussionsrunde für 19 Uhr in die VHS-Räume im Iserlohner Stadtbahnhof ein.

Hartmut Becker

Kommentare
13.11.2012
15:43
Windräder für eine Energiewende unverzichtbar
von donm | #6

Energiewirtschaft für Arme. Intellektuell unredlich, weil nicht sachgerecht und (eigen)interessengeleitet. Es wäre sehr hilfreich, wenn die Ideologen...
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