Schauriges im Gewölbekeller
09.02.2011 | 15:32 Uhr 2011-02-09T15:32:00+0100
Letmathe. „Ich hoffe, heute muss keiner alleine nach Hause gehen“, ließ Gerd Berghofer zu Beginn seiner Lesung durchblicken, dass es durchaus etwas gruseliger werden könnte. Denn der Autor und Rezitator hat sich unter anderem dem amerikanischen Schriftsteller Edgar Allan Poe verschrieben. Mit drei Kurzgeschichten aus dessen Feder sowie dem Gitarristen Robert Lampis am Dienstagabend im Gewölbekeller zu Gast. Zusammen boten sie ein schaurig schönes Hörerlebnis, das weit über eine übliche Lesung hinausging. Stehend und mit dem Buch in der Hand verbreitete Gerd Berghofer vom ersten Wort an eine ungemein intensive Atmosphäre, die durch die klangmalerische Untermalung der Gitarre gestützt wurde. Ein „Hörspiel zum Miterleben“ nennt er selbst seine Art der Lesung, und in der Tat bauten die beiden Protagonisten Spannungsbögen auf und trieben das Unbehagen derart auf die Spitze, dass sich der Zuhörer mitten in Geschichte wähnte. Der Gewölbekeller war natürlich der ideale Ort für die schaurigen Geschichten Edgar Allan Poes. Durch die knarzige und durch starken Hall verzerrte Geräuschkulisse der Gitarre verwandelte sich der sonst so behagliche und warme Keller vor dem geistigen Auge in eine feuchte Gruft, was die ohnehin schon dichte Atmosphäre noch deutlich steigerte. Es lief einem wirklich ein Schauer nach dem anderen über den Rücken.
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