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Rettungsübung wird zum Ernstfall

03.04.2011 | 18:08 Uhr
Rettungsübung wird zum Ernstfall
Die Rettungsübung der Feuerwehren Düsseldorf und Iserlohn wurde zum Ernstfall. Eine verletzte Frau musste aus der Höhle unter der alten B 7 geborgen werden.

Grüne. Kaum hatte am Samstagvormittag die Rettungsübung in der Höhle begonnen, da geriet sie auch schon zum Ernstfall: Eine junge Höhlenforscherin rutschte von der Strickleiter ab und verletzte sich.

Die junge Frau aus Dröschede war durch einen engen Gullischacht etliche Meter tief in ein Höhle unter der Igelstraße eingestiegen. Da verlor sie den Halt, rutschte auf dem lehmigen Boden aus und schlug mit dem Hals gegen einen Felsen. Da sie ja - Glück im Unglück - von bestens geschulten Rettungsexperten umgeben war, wurde ihr sofort eine Halskrause umgelegt, sie sicher aus der Tiefe geholt und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Sie erlitt Schürfwunden, eine Prellung und eine leichte Gehirnerschütterung, konnte am Samstagnachmittag bereits das Krankenhaus verlassen.

Trotz dieses Zwischenfalls gleich zu Beginn wurde die Übung fortgesetzt. Je sechs Rettungskräfte der Berufsfeuerwehren Düsseldorf und Iserlohn hatten sich mit sieben Mitgliedern der Speläogruppe Letmathe gemeinsam darauf vorbereitet.

Die junge Frau, die sich beim Einstieg verletzte, war eigentlich für die Rolle des Rettungsopfers ausersehen worden. Da sie ausfiel, übernahm schnell eine andere Frau diese Aufgabe. Wie im Übungsplan vorgesehen, kroch sie etwa 30 Meter weit in die Höhle hinein, um dort aus einem tiefen Schacht „gerettet“ zu werden. Ihre Retter mussten in der dunklen Höhle eine Art Seilbahn mit Flaschenzügen installieren. Dazu waren teilweise auch an schwierigen Stellen Haken einzuschlagen. Alles musste perfekt sitzen und durfte nicht wackeln, damit die „Verletzte“ vorsichtig und behutsam aus ihrem unterirdischen „Gefängnis“ durch schmalste Gänge und Engpässe gechleust werden konnte. Dazu wurde eine Spezialtrage benötigt, die nicht zur Feuerwehrausstattung gehört. Solch eine Rettung kann lange dauern. Vier Stunden waren es an der Igelstraße.

Die Maßnahmen effektiv anzuwenden und untereinander abzustimmen, war der Sinn der Übung. „Vor allem die Kommunikation“ muss stimmen“, erklärte der Höhlenrettungsreferent der Speläogruppe, Dr. Dogan Özmen. Die Düsseldorfer Feuerwehr hatte ihre Iserlohner Kollegen gebeten, an einer solchen Übung teilnehmen zu können. Auch wenn die Stadt Düsseldorf wenig Höhlen zählt, tiefe Schächte und Engstellen gibt es auch dort.

Helmut Rauer

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