Protest gegen Sperrung an Wochenenden - aber Friedensangebot an Anwohner der B 236
10.05.2009 | 19:09 Uhr 2009-05-10T19:09:00+0200
Letmathe/Ergste. Boah ey: Wenn Motorradfahrer zu Fuß gehen, dann muss was im Busch sein. Walken für freie Fahrt war gestern angesagt. Zur Demonstration gegen die Sperrung der B 236 für Motorradfahrer an Wochenenden und Feiertagen hatte der Michael Wilczynski aufgerufen.
Mit Erfolg: Benzin lag in der Luft, mehr als 500 chromblitzende Zweiräder füllten den JVA-Parkplatz.
Dabei war es eine Wundertüte: Bis Mittwoch waren beim passionierten Biker von den Gespann- und Motorrad-freunden Sauerland, im Hauptberuf übrigens Fahrer des Schwerter Bürgermeisters, gerade mal 37 Anmeldungen eingegangen. Breit gestreut und heiß diskutiert ist das Thema freilich auch im Internet, seit Wochen schon: So kam es, dass am Sonntag mehrere Hundert Motorradfreunde aus den Nachbarkreisen, aus dem tiefen Ruhrgebiet und aus dem Münsterland in Ergste zusammenströmen, um ihrer Forderung zur uneingeschränkten Nutzung der Bundesstraße zwischen Ergste und dem Schälk, einer beliebten Sauerland-Zufahrtsroute, Nachdruck zu verleihen. Eine entsprechende Petition hatte Wilczynski schon vor Wochenfrist in Richtung Landeshautpstadt geschickt.
„Das ist 'ne Straße wie jede andere, da haben wir für bezahlt”, forderte Tom (38) aus Recklinghausen „gleiches Recht für alle”. „Kontrollen ja, Streckensperrung nein”, hieß es auf einem der Plakate, hinter dem sich der Lindwurm, der sich auf den Weg zur so genannten Applauskurve machte, versammelt hatte. Dort trug Wilczynski die Argumente gegen die Sperrung vor, rief den Anwohnern der B 236 aber auch zu: „Wir möchten miteinander auskommen, nicht gegeneinander kämpfen.” Es seien einige Wenige, die dieses Tor zum Sauerland als Rennstrecke missbrauchten, die es geschafft hätten, „eine ganze Gruppe verantwortungsvoller Verkehrsteilnehmer als Raser und Lärmverursacher darzustellen”. Wilczynski machte deutlich, dass er und seine vernünftigen Zweirad-Freunde die Sperrung für „völlig überzogen” halten. Von offizieller Seite seien nicht alle Möglichkeiten der Kontrolle ausgeschöpft worden. Mitnichten sei die Sperrung mit Unfallzahlen zu begründen. In erster Linie, sagte Wilczynski, sei dieses Straßenstück zum Schutz der Anwohner gegen den Lärm gesperrt worden. Mit der Folge, dass die Motorradfahrer „zwangsläufig durch den Ortskern Ergste sowie das Wohngebiet Bürenbrucher Weg umgeleitet” würden. Weil dort aber viele Familien mit Kindern lebten, seien die Konflikte programmiert.
Tatsächlich hatte eine Anwohnerinitiative die Sperrung angestoßen, unterstützt von Erholungssuchenden. Sie fühlten sich wahlweise vom Lärm belästigt oder wie die Hasen beim Sonntagsspaziergang gescheucht, wenn Biker zwischen Knast und Applauskurve schon mal mächtig aufdrehten. Es folgte die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 70 km/h, dann Rüttelschwellen auf dem gerade sanierten Streckenabschnitt. Anfang des Jahres griffen Ordnungshüter und Landesstraßenbauer zur „Ultima Ratio”, zur Sperrung an Wochenenden. „Nicht hinnehmbar”, befinden die Motorradfahrer: Wegen einer Hand voll Raser und mit dem Argument „Lärmbelästigung” dürfe keine Bundesstraße gesperrt werden. Sollte die Demo ungehört verhallen, kündigt Wilczynski den nächsten Schritt an: „Die Klage liegt schon in der Schublade.”
01:46
@Michael
falls es gegen 17 Uhr war, müßtest du ja wenigstens Hans getroffen haben ;-)
Wollte eigentlich auch Di kommen und mir das ganze mal ansehen, aber Moped war zur Inspektion.
Die Trackaufzeichnung in meinem Garmin sagt mir gerade, das ich doch schon mal dort vorbeigekommen bin: am 25.04. die Schälkstr aus Richtung Menden, dann bin ich rechts Richtung Ergste.
Habe ich da das Schild übersehen? Glück gehabt. War 20:30 Uhr. Wahrscheinlich hats auch kein Anwohner gemerkt, war auch ganz leise.
23:28
Sorry Hans! Konnte nicht kommen.War bis 17.30 arbeiten und danach bei Polo Mopedsachen kaufen.
(Wir fahren nämlich auch).
17:53
Nochmal mit wer lesen kann ist klar im Vorteil. Damit meinte ich mich selber.
Aber du hast Recht, Applauskurve ist ein Begriff den die Presse dieser Kurve gegeben hat.
Und derzeit entwickelt sich dieser Punkt zu einem Treffpunkt der Moppedfahrer, die da stehen oder sitzen und einfach nur quatschen.
Letzten Dienstag war ich auch da, das einzige Möp das dort immer wieder vorbeifuhr war zivil von der Polizei ;-)
Und ich muss sagen er hatte es nur auf die Motorradfahrer abgesehen.
Michael
13:25
Nicht jeder weiss, das BU Biker-Union heisst.
Da ich das nicht kannte, kann ich auch nicht von da zitiert haben, wie du oben schreibst.
Aber um sowas müssen wir uns nicht streiten.
Es ging mir um die Parallelen zwischen B236 und Zufahrt Bikers-Farm.
Die Bikers Farm kenne ich schon etwas länger. Von der Entwicklung an der B236 habe ich erst durch diesen Artikel gehört. Und wo die sog. (der allgemeinen Meinung über Mopedfahrer nicht zuträgliche) Applauskurve ist, weiss ich bis heute nicht. Mir auch egal, nur gut ist es nicht für Mopedfahrer.
12:43
Ich meinte Biker-union.
Sorry wer lesen kann ist klar im Vorteil
Michael
11:43
@Michael
was meinst du mit BU-Homepage?
Ich meinte bikers-farm.de
Unter Aktuelles steht das ganze etwas ausführlicher.
07:23
Wenn du schon die BU zitierst, frasti.
Hier noch ein Zitat von der BU-Homepage:
Besonders ärgerlich ist die Situation an der B 236 in der Nähe von Schwerte, an der wir schon länger aktiv sind. Dort waren nach endlosen Diskussionen über eine Sperrung der Strecke vor einigen Monaten Rüttelstreifen eingebaut worden. In Internet-Foren wurde zwar heftig über die Sicherungsmaßnahme hergezogen.
Positives Ergebnis:
Die Zahl der Motorradunfälle in den betroffenen Kurven ist auf nahezu Null zurückgegangen.
Trotzdem nutzen einige Unbelehrbare die Straße auch weiterhin als private Rennstrecke. Seither passieren die Unfälle auf den Stücken zwischen den Kurven. Jetzt sieht es so aus, als wenn eine Sperrung nicht mehr zu vermeiden ist. Ein herzliches Dankeschön an die Idioten aus den eigenen Reihen, die uns das eingebrockt haben! Einzelheiten findet ihr in der nächsten Ausgabe der BU aktiv.
Michael
02:09
Bald wird Motorradfahren in DE ganz verboten. Zitat von der Homepage der Bikersfarm:
ACHTUNG! DIE HINWEISSCHILDER = FREIZEITANLAGE BULDERNER SEE WURDEN DURCH DIE STADT DÜLMEN ENTFERNT.
Wir bitten darum die neue Zufahrtsregelung an den Wochenenden zu beachten!
Samstags bitte nur durch das Dorf fahren und von der Daruperstr. aus abbiegen,
Sonntags von der K 13 vor der Autobahnbrücke rechts abbiegen.
Montag bis Freitag könnt Ihr beide Zufahrten nutzen! Zitat Ende.
Es treibt immer skurrilere Blüten. Man hat sich wohl nur nicht getraut, die Existenz ganz zu vernichten.
05:36
Die Anwohner sind an keiner Lösung interessiert.
Die Zwischenlösung ist die Strecke am Wochenende für Biker zu sperren.
Die nächste angestrebte Zwischenlösung ist, die Strecke für Biker grundsätzlich zu sperren.
Als Endziel soll die B236 dann wohl eine Anliegerstrasse werden.
Und wenn das erreicht ist, dann regt man sich eben über den Lärm der Flugzeuge auf, die in DTM landen und starten.
Diese Leute gehören in eine Maßnahme der Arge, damit sie mal begreifen wovon wir in Deutschland leben!
23:52
tja kein anwohner da gewesen ;(
also doch nur heiße luft .....