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Kultur im Gewölbekeller

Mit französischer Seele

11.11.2010 | 15:00 Uhr
Mit französischer Seele
Rund 75 Zuhörerinnen und Zuhörer waren von dem Liederabend mit der Mezzosopranistin Uta Minzberg und dem Pianisten Andes Reukauf begeistert.

Letmathe. Die „Kultur im Gewölbekeller“ von Haus Letmathe war bisher geprägt von Kabarett, Jazz, Chansons oder Comedy. Am Mittwoch hat der Förderverein Haus Letmathe mit dem Engagement der Mezzosopranistin Uta Minzberg und dem Pianisten Andres Reukauf ein neues Kapitel

aufgeschlagen, denn die beiden präsentierten französische Lieder des 19. und 20. Jahrhunderts.

Viele der Zuhörer werden sicherlich erstmals erfahren haben, dass so bekannte Komponisten wie Camille Saint-Saens nicht nur so weltbekannte Werke wie „Karneval der Tiere“ oder die „Orgelsymphonie“ geschrieben haben, sondern auch Lieder wie „La sérénité“ und „Chanson triste“ („Gelassenheit“ und „Trauriges Lied“). Auch Maurice Ravel („Bolero“) ist in diesem Zusammenhang zu nennen. Das Stück „Ballade de la reine morte d’aimer“ ist geprägt von Glockenklang, mit dem der Tod der Königin betrauert wird. Ravel besuchte das Pariser Konservatorium, errang aber nie den „Prix de Rome“.

Dritter in Bunde ist Claude Debussy. Sein Stück „C’est l’extase langoureuse“ („Dies ist eine träge Ekstase“) beschäftigt sich mit der Liebe, die langsam, aber sicher erlischt.

Uta Minzberg verstand es bestens, den in diesen und zahlreichen weiteren Werken französischer Komponisten enthaltenen Gefühlen wie Hoffnung, Schmerz, Glück, Freude oder auch Trauer durch ihre bemerkenswerte Stimme ein Gesicht zu geben.

Um all denen, die der französischen Sprache nicht mächtig waren, den Inhalt der Lieder nahe zu bringen, skizzierte sie kurz den Inhalt der Werke.

Kleine musikalische Mosaiksteinchen („Miniatures“) komplettierten den Abend. Dabei handelt es sich um kleine Stücke, die meist schon nach einer Strophe vorbei sind und oft ein unerwartetes Ende haben.

Ein großes Lob gebührt auch Andres Reukauf am Piano, der mit seinem Spiel Minzbergs Stimme unterstützte, sich aber nie nach vorne drängte. Stimme und Klavier verschmolzen förmlich zu einer Einheit. Mit viel Applaus bedankte sich das Publikum bei den beiden Künstlern und als kleines Dankeschön überreichte der Fördervereins-Vorsitzende Franz-Josef Schlotmann den beiden ein Geschenk. Er bedankte sich bei ihnen dafür, dass sie dem Publikum die Welt des französischen Liedes ein Stück näher gebracht haben.

Hartmut Becker

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