Hommage an eine große Sängerin
28.01.2011 | 15:41 Uhr 2011-01-28T15:41:00+0100
Letmathe. Alles war gerichtet für ein wunderschönes Konzerterlebnis: 75 Gäste warteten am Mittwochabend im bis auf den letzten Platz gefüllten Gewölbekeller im Haus Letmathe darauf, dass die „Uptown Four“ der unvergesslichen Ella Fitzgerald mit dem Programm „Remembering Ella“ ein kleines, doch feines Denkmal setzen würden. Allein: Das Entscheidende, besser: Die Entscheidende, fehlte. Sängerin Beverly Daley war auf der Anreise zum Auftritt in einen Stau geraten.
Eine kleine Panne, von der sich die vier Herren in schwarz um Werner Geck indes so gar nicht aus der Ruhe bringen ließen. Geck, „aus dem kleinen Letmather Vorort Iserlohn“ stammend, und seine drei Mitmusiker nahmen sich kurzerhand und schnell entschlossen zwei Jazz-Standards von George Gershwin („Lady, be good“) und Duke Ellington („Satin Doll“) vor, um die rund halbstündige Wartezeit zu überbrücken, bis auch Beverly Daley im Gewölbekeller angekommen war. „Stark!“, kommentierte einer der Zuhörer den instrumentalen Vortrag des Quartetts, in dem neben Geck (Klavier) Stefan Aschenberger am Tenorsaxofon, Ralph Kleine-Tebbe (Bass) und Hans G. Laaks (Schlagzeug) dem Swing und Mainstream huldigen.
Dann aber, nach einer kurzen, aber höchst informativen Einleitung Gecks über den Menschen Fitzgerald, geboren 1917 in Newport News, Virginia, und die Musikerin Ella, die mit 16 Jahren erstmalig auf einer Bühne stand und noch heute als „First Lady des Jazz“ gilt, kam das Publikum in den Genuss des Programms, dessen Ankündigung binnen kürzester Frist für ein ausverkauftes Haus gesorgt hatte. Ella, Ella und nochmals Ella, interpretiert von dieser vor Lebensfreude schier berstenden Beverley Daley, die sich mit „Goody goody“, um sich dann sogleich Fitzgeralds erstem Singleerfolg „A-Tisket, A-Tasket“ zu widmen. Kurz vor 22 Uhr und nach einem Feuerwerk von Klassikern insbesondere aus der Feder der großen amerikanischen Songwriter wie Porter, Berlin, Gershwin und Ellington beendeten die Uptown Four und ihre Ella ihren Auftritt, ließen sich vom begeisterten Publikum aber noch zu zwei Zugaben überreden: „Fly me to the moon“ und „Route 66“, von Beverly Daley in Anspielung auf ihre Verspätung in „Route 46“ umbenannt, beschlossen ein ebenso stimmungsvolles wie intimes Konzert im Gewölbekeller.
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