Glühende Ufos über dem Honsel entpuppen sich als Partyballons
30.07.2008 | 17:14 Uhr 2008-07-30T17:14:00+0200
Letmathe. Feurige Flugobjekte unbekannter Bauart sind am Wochenende über dem Honsel gesichtet worden. Verunsicherte Bürger riefen Polizei und Heimatzeitung an. Recherchen ergaben: Es handelt sich wahrscheinlich um „Himmelslaternen”. Das sind kleine Heißluftballons, die bei Partys gestartet werden.
Bei Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern sind sie der letzte Schrei. Die Papierballons von bis zu ein Meter Höhe, werden von unten mit Brennpaste wie in einer Art Teelicht „befeuert”. Erwärmt sich die Luft im Ballon steigen sie in den Nachthimmel auf und verbreiten eine traumhafte, magische Atmosphäre.´
Doch während begeisterte Partygäste applaudieren, verbreiten die Ballons an anderer Stelle Angst und Schrecken. Da die Sky-Laternen noch weitgehend unbekannt sind, glauben manche Bürger, ein Ufo am Himmel zu sehen. Sollten die Außerirdischen für ihre Landung ausgerechnet den Honsel als Landeplatz ausgewählt haben, um von Letmathe aus die Erde zu erobern
Sky-Ballons setzten Wintergarten und Stoppelfeld in Brand
Bei dem Partyspaß, der für oft weniger als zehn Euro zu haben ist, denkt kaum jemand an Gefahren. Nur selten findet man Hinweise auf die Sicherheitsbestimmungen und die Genehmigungsvorschriften. Hersteller halten die Ballons für ungefährlich, da nach ihren Angaben die Flammen im Sinkflug ausgehen.
Doch so ganz harmlos sind die fliegenden Fackeln nicht, wie die Erfahrung zeigt. Schließlich werden sie von der Luftströmung völlig unkontrolliert mitgenommen. Niemand weiß, wo sie landen. In Herzogenrath bei Aachen hat die Brennpaste eines Partyballons einen Wintergarten in Brand gesetzt. Bei Hildesheim hat ein 400 Quadratmeter großes Stoppelfeld durch einen Partyballon Feuer gefangen.
In Bayern, in der Schweiz, und sogar in großen Teilen Nordrhein-Westfalens (Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln) sind sie bereits verboten. Im Regierungsbezirk Arnsberg dürfen sie zwar gestartet werden. Es wird aber empfohlen, vorab mit den örtlichen Ordnungsbehörden Kontakt aufzunehmen.
Bei der Ordnungsabteilung der Stadt Iserlohn sind in den vergangenen Wochen etwa zehn Anfragen eingegangen. „Aus Sicht der Stadt bestehen in der Regel keine Bedenken”, erläutert Abteilungsleiterin Angelika Hornberg. „Es sei denn, die Ballone sollen beispielsweise bei Waldbrandgefahr ganz in Waldnähe gestartet werden. Doch solch einen Fall hatten wir noch nicht.”
Keine einheitlichen Regeln / Sicherheitsaspekte bachten
Zu Hornbergs Bedauern gibt es noch keine „klaren und einheitlichen Regelungen” für die Partyballons. Auch eine gesetzliche Meldepflicht bei der Stadt bestehe nicht, deshalb könne sie die Bürger nur freundlich bitten, sich vorab an die Stadt zu wenden, damit diese bei den zuständigen Behörden die Zulässigkeit klären kann.
Die Deutsche Flugsicherung (Langen) weist darauf hin, dass Geldbußen drohen, wenn man solche Flugkörper in den „kontrollierten Luftraum”, besonders in der Nähe von Flughäfen- und -plätzen aufsteigen lässt. Deshalb sollte im Zweifel unbedingt eine Freigabe bei der Deutschen Flugsicherung (www.dfs.de) eingeholt werden. Hierfür ist ein Vorlauf von derzeit etwa 14 Tagen erforderlich.
Übrigens: Vor 25 Jahren haben Heißluftballone am Himmel über Letmathe schon einmal großes Aufsehen erregt. In der Silvesternacht wurden große leuchtende Kugeln gesichtet, die mit hoher Geschwindigkeit über Letmathe hinwegflogen. Damals berichtete Werner Buschhaus aus Grürmannsheide der Heimatzeitung überzeugt: Das müssen Außerirdische gewesen sein. Doch nur wenige Tage später stellte sich heraus: Es handelte sich um einen Werbegang einer Düsseldorfer Firma, die kurz vor Silvester 100 Heißluftballone verteilt hatte.
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