Erinnerungen an die Zeit, als es noch wegen der Störche schulfrei gab
28.03.2010 | 15:51 Uhr 2010-03-28T15:51:00+0200
Dröschede. Wieviel Mäuse oder Regenwürmer pro Tag braucht ein Weißstorch, um sich zu ernähren? Die Antwort war am Samstag beim Frühlingsfest der Landsmannschaft Ostpreußen im Saal Potthoff zu hören
„16 Mäuse oder 500 bis 700 Würmer”, verriet Lilli Janßen, Vorsitzende der Landsmannschaft Ostpreußen in Iserlohn. Viele der 100 Gäste staunten. Und was hat der Storch mit Ostpreußen zu tun? Diese Frage erübrigte sich. Für fast alle im Saal war der Storch das heimliche Wappentier der Heimat, sein Anblick ein vertrautes Bild aus der Kindheit. War doch Ostpreußen bis 1945 das storchenreichste Gebiet Deutschlands. Lilli Janßen erzählte viel von Gewohnheiten und Segenssprüchen, die sich früher um den Storch in Ostpreußen rankten. Am Storchentag, 25. März, gab's mitunter sogar schulfrei. Und sie freute sich, dass der Storch heute noch in der alten Heimat verbreitet ist: „Er liebt sein Masuren.”
So war das Frühlingsfest der Landsmannschaft eine lehrreiche Veranstaltung, obgleich natürlich das Unterhaltsame im Vordergrund stand. Mit Inbrunst stimmte der Singekreis volkstümliche Frühlingslieder an und alle sangen mit. Auch die Vizebürgermeister Michael Scheffler und Thorsten Schick zeigten (vielleicht nicht nur im Blick auf die Landtagswahl) Frühlingsgefühle. Eines der Lieder wurde zu Ehren der ostpreußischen Autorin Hildegard Rauschenbach gesungen, die kürzlich gestorben war.
Gespannt verfolgten die Gäste das Streitgespräch von drei Frauen auf dem Königsberger Markt, bevor zum Abendessen Königsberger Klopse serviert wurden. Dann spielten „Die drei Lorbasse” und auch die „Saitenzupfer” machten Stimmung.
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