Zweite Gesamtschule zumindest vorstellbar
28.04.2011 | 17:25 Uhr 2011-04-28T17:25:00+0200Iserlohn.Noch bevor die öffentliche Debatte über die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans begonnen hat, formieren sich Widerstände gegen eines der zentralen Vorhaben, um die Iserlohner Schullandschaft angesichts stark rückläufiger Kinderzahlen zukunftsfest zu gestalten. Der Protest der Eltern vom Nußberg, die sich gegen einen Umzug der Grundschule zum Standort Gerlingsen zu Gunsten der Expansion der Gesamtschule wenden, ist auch in der Kleinen Kommission Schulentwicklung registriert worden.
In der jüngsten Sitzung des Gremiums wurde die Verwaltung beauftragt, drei Varianten zu prüfen: Die erste wäre eine zusammengefasste, sechszügige Gesamtschule am Nußberg bei gleichzeitiger Verlagerung der Grundschule. Variante zwei sieht eine Reduzierung der Gesamtschule am Nußberg auf vier Züge vor, gleichzeitig würde nach einem zweiten Standort mit vier Zügen gesucht. Beide Gesamtschulen würden eine vollwertige Oberstufe erhalten, die Grundschule Nußberg verbliebe, wo sie ist. Variante 3 sieht eine vierzügige Gesamtschule am Nußberg vor und eine zweite vierzügige Gesamtschule an anderer Stelle, allerdings ohne eigene Oberstufe, die komplett am Nußberg angesiedelt würde. Auch bei dieser Variante müsste die Grundschule Richtung Gerlingsen weichen. Für alle Varianten sollen Kostenberechnungen erstellt werden.
Zumindest vorstellbar scheint es für einen großen Teil der Schulpolitiker mittlerweile zu sein, die Gesamtschule unter Einschluss der bisher in Gerlingsen untergebrachten Klassen 5 und 6 von den heutigen sechs auf vier Züge zu reduzieren und im Gegenzug eine zweite vierzügige Gesamtschule an anderer Stelle im Stadtgebiet zu eröffnen. Auf diese Weise könnten räumliche Kapazitäten geschaffen werden, um allen Aufnahmewünschen gerecht zu werden, nachdem in den letzten Jahren stets bis zu 80 Schüler abgelehnt werden mussten. Durch eine nur vierzügige Gesamtschule würde überdies die Belastung durch Schülerverkehr im Ortsteil Nussberg deutlich verringert.
Die Aufgabe der Schulpolitiker als „undankbar“ zu bezeichnen, wäre mit Blick auf die Problembündelung rund um die Gesamtschule und die beiden Grundschulen in Gerlingsen und am Nussberg vermutlich noch untertrieben. Denn gleich welche Lösungsstrategie am Ende angewandt wird - nicht alle Eltern werden mit der Lösung zufrieden sein. Und viel Geld, vermutlich ein bis in den zweistelligen Bereich gehender Millionenbetrag, muss dennoch ausgegeben werden.
0mitdiskutieren