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Wohl fühlen in einem „Haus des Lernens“

16.02.2011 | 17:44 Uhr

Iserlohn. Eine Ära ist beendet, eine neue hat begonnen: 23 Jahre nach ihrer Gründung vermeldet die Gesamtschule Iserlohn dieser Tage erstmalig einen Wechsel in der Schulleitung. Barbara Brühl, zuvor didaktische Leiterin der größten städtischen Schule, tritt die Nachfolge von Rolf Ewert an, der sich nach fast einem Vierteljahrhundert an der Spitze der Gesamtschule in den Ruhestrand verabschiedet hat.

So gewiss es sein dürfte, dass Barbara Brühl ihre ganz eigenen Vorstellungen davon hat, wie eine Schule im Jahr 2011 geleitet werden kann und sollte, so wenig unterscheidet sie sich indes von ihrem Vorgänger in ihrem wichtigsten Ziel: Die Gesamtschule, bisher aufgeteilt auf Gerlingsen und Nussberg, soll endlich an einem Standort zusammengeführt werden. „Die Chancen stehen nicht schlecht“, glaubt die gebürtige Essenerin, dass sich im Rahmen der bevorstehenden Neuaufstellung des Iserlohner Schulentwicklungsplans Türen öffnen könnten, den schon allein aus organisatorischer Sicht untragbaren Zustand der geteilten Schule zu beenden. Vor diesem Hintergrund strebt die Schulleiterin eine deutlich intensivere Zusammenarbeit mit den zuständigen Gremien der Stadt an, um für die Belange der Gesamtschule zu werben.

Eine dauerhafte Lösung der seit Jahren unbeantworteten Standort-Fragen ist für Barbara Brühl drängender denn je, zumal die Schülerzahl in der Oberstufe der Gesamtschule rasant zunimmt. „Und das wird sich auch nicht ändern, zumal wir einen hohen Zuspruch von externen Schülern registrieren“, berichtet die neue Leiterin, die wohl auch ganz im Sinne des städtischen Schulausschusses spricht, wenn sie fordert, möglichst vielen Jugendlichen den Zugang zu bestmöglichen Abschlüssen - sprich: Abitur - zu ermöglichen und hierfür die erforderlichen Kapazitäten zu schaffen. Bereits zum kommenden Schuljahr erhält die Gesamtschule zunächst immerhin zwei nicht mehr genutzte Räume der benachbarten Grundschule Nussberg, um die gravierendsten Engpässe bei der Unterbringung der Oberstufe zu überbrücken.

„Wenn man die Entwicklung aber ganz sachlich betrachtet, dürfte es feststehen, dass auch dies auf Dauer keine ausreichende Lösung darstellt.“

1985 schloss Barbara Brühl ihre Referendarzeit ab, trat anschließend ihre erste Lehrerstelle an der Fritz-Steinhoff-Gesamtschule in Hagen an, der sie 23 Jahre treu blieb. Irgendwann aber kam der Punkt, an dem die Pädagogin und Mutter von zwei Kindern zu dem Entschluss kam, Leitungsverantwortung übernehmen zu wollen. Der frei werdende Posten der didaktischen Leitung der Gesamtschule Iserlohn mit ihrem musischen Schwerpunkt war für die Frau, die bei ihrem Lehramtsstudium die Schwerpunkte Geografie und Musik gewählt hatte, ein nahezu maßgeschneidertes Angebot zur beruflichen Veränderung. Zum Schuljahr 2008/2009 trat Barbara Brühl ihren Dienst in Iserlohn an, ohne diese Entscheidung seither jemals bereut zu haben. „Wir haben ein sehr kooperatives, kreatives und engagiertes Kollegium“, ist die in Herdecke lebende Schulleiterin voll des Lobes für das pädagogische Team, das sie nun leiten darf, um gemeinsam das Modell des schüleraktivierenden Unterrichts auszubauen und zu optimieren.

„Mein Ziel ist es, dass die Schüler sich in diesem Haus des Lernens wohl fühlen, dass sie sich mit dieser Schule verbunden fühlen - im Unterricht und auch außerhalb“, betont Barbara Brühl, dass sie neben der permanenten Qualitätssicherung der pädagogischen Arbeit eine ihrer Hauptaufgaben gerade auch darin sieht, ein vertrauensvolles Verhältnis zum Schülerrat zu pflegen, um frühzeitig auf die Bedürfnisse der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eingehen zu können. Ebenso kurz soll der Draht zur dritten Säule der Schulgemeinschaft sein - zur Elternschaft, die Barbara Brühl in noch stärkerem Maße als bisher in den Alltag der Schule einbinden möchte.

Thomas Pütter

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