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Ausstellung in der VHS

Von Menschen und Bäumen

15.01.2010 | 17:14 Uhr
Von Menschen und Bäumen

Iserlohn. „Die Seele wird vom Pflastertreten krumm. Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden und tauscht bei ihnen seine Seele um.” Dieser schöne Spruch von Erich Kästner steht auf der Homepage von Thomas Palmisciano. Und verrät schon ganz viel über diesen Mann: Er liebt Bäume über alles.

Deshalb ist er auch Baumdiagnostiker geworden. Und konzipierte sogar eine Ausstellung mit dem Namen „Mensch begegnet Baum”, die am Donnerstagabend in der VHS eröffnet wurde. Die Heimatzeitung hat sich mit ihm unterhalten - und erklärte dem Hagener, dass er als Baumliebhaber in der Waldstadt Iserlohn doch wohl sehr gut aufgehoben sei.

Der 35-Jährige wurde in Hagen geboren. Schon im Kindergarten entdeckte er seine Leidenschaft für die Natur. Der Aufenthalt an der frischen Luft begeisterte ihn dabei ebenso wie die Pflanzen. Und so machte Thomas Palmisciano sein Hobby zum Beruf, wurde Landschaftsgärtner. Doch: „Das Glück war nur von kurzer Dauer”, der Rücken war schnell kaputt und so sattelte er um und machte eine Fortbildung zum Umweltschutztechniker, war beim Grünflächenamt der Stadt Hagen für den Baumschutz zuständig. Dort beurteilte er schon Bäume.

Was ihn an Bäumen so fasziniert? „Ein Baum kann wesentlich älter werden als ein Mensch, eine Buche zum Beispiel 500 Jahre. In ihrem Leben hat so eine Buche dann eine Menge erlebt und vieles kann man tatsächlich erkennen. Das sind Zeitzeugen der Geschichte.” Thomas Palmisciano betont, dass Bäume Lebewesen sind. „Wenn ich abends mit dem Hund rausgehe und einen kaputt geschnittenen Baum sehe, dreht sich mir der Magen um. Wenn ich dagegen im Romberg-Park unter einer schönen Hängebuche liege, dann geht mir das Herz auf.” Den Kleingarten seiner Eltern bewirtschaftet er weiter, hat dort jede Menge Bäume: „Vom Ginkgo bis zum Apfelbaum.”

Doch irgendwann wurde der Baumschutz bei der Stadt Hagen eingestellt und Thomas Palmisciano musste als Busfahrer seinen Lebensunterhalt verdienen. Dabei verlor er aber seine geliebten Bäume nicht aus den Augen, nahm an Seminaren und Fortbildungen teil. Thomas Palmisciano machte sich selbständig mit seinem Sachverständigen-Büro „Baum-Welten” - was leider nicht so gut lief. Zurzeit ist der Baumkontrolleur, dessen Zertifizierung durch die Landwirtschaftskammer kurz bevorsteht, auf Jobsuche. Seine beratende Tätigkeit führt er aber fort, unter anderem für die VHS Iserlohn. In den letzten zwei Jahren bot er Kurse und Vorträge wie „Obstbaumschnitt” oder „Gärten im Wandel der Zeit” an.

Thomas Palmisciano informiert die Menschen, möchte ihnen Bäume wieder nahe bringen. „Grundsätzlich hat keiner etwas gegen Bäume. Solange sie nicht vor der eigenen Haustür stehen. Dann machen Sie Arbeit und Dreck und nehmen das Licht weg.” Viele Kinder hätten gar keinen Bezug mehr zu Bäumen, obwohl vor allem in den Großstädten heutzutage darauf geachtet würde, dass Bäume nachgepflanzt werden.

Und so kam er auch auf die Idee, die Ausstellung zu konzipieren. Sie war bereits im Rombergpark zu sehen, seit Donnerstag nun im Fanny-van-Hees-Saal der VHS. Dabei gibt es Spannendes zu entdecken. Das Keltische Horoskop beispielsweise, bei dem Menschen ihren Lebensbaum und damit verbundene Eigenschaften erfahren. Der Besucher erfährt auch viel über die Geschichte des Baumes, der von alters her als Symbol für die Unvergänglichkeit der Natur angesehen wurde. Lang ist die Liste der Funktionen eines Baumes: Vom Windschutz über Staubfilter, Schalldämmung, Schattenspender und CO2-Umwandler bis hin zum Steigerer der menschlichen Erholung. Ergänzt wird die Ausstellung durch Exponate wie Baumscheiben, Käfer oder Pilze sowie die Baumplakate der Künstlerin Eleonora Heine-Jundi, die diese für das Kuratorium „Baum des Jahres” malt.

Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstagabend erschienen zahlreiche Besucher in der Volkshochschule. Thomas Palmisciano führte mit einem kurzen Vortrag in das Thema ein. Die Ausstellung „Mensch begegnet Baum” ist bis Freitag, 22. Januar, in der Volkshochschule zu sehen. Am Mittwoch, 20. Januar, steht er von 17.30 bis 19 Uhr Ausstellungsbesuchern für Fragen zur Verfügung.

Katja Hofbauer



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