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Klimaschutz

Volle Agenda für den Manager

02.02.2015 | 18:09 Uhr
Volle Agenda für den Manager
Klimaschutzmanager Stefan MarquardtFoto: Privat

Iserlohn.  Stefan Marquardt, gelernter Ingenieur der Versorgungstechnik und zuvor Beschäftigter der Stadtwerke Iserlohn, hat am Montag seinen Dienst angetreten als Klimaschutzmanager der Stadt Iserlohn.

Kommunaler Klimaschutz hat in Iserlohn ab sofort ein Gesicht: Stefan Marquardt, gelernter Ingenieur der Versorgungstechnik, trat am Montagmorgen im Rathaus seinen Dienst als städtischer Klimaschutzmanager an. Als „Optimalbesetzung“ bewertet Baudezernent Mike Janke den Neuzugang von den Stadtwerken. Und das nicht nur wegen Marquardts Fachkompetenz, sondern auch deshalb, weil der 53-Jährige, der eine zunächst auf drei Jahre und vom Bundesumweltministerium geförderte Stelle besetzt, mit der Iserlohner Ausgangssituation bereits bestens vertraut ist.

Maßnahmen und Ziele sind exakt beschrieben

Die Agenda, derer sich der Hemeraner annehmen soll, ist umfassend, da Marquardt dafür verantwortlich zeichnen soll, die Maßnahmen aus dem seit Ende 2012 vorliegenden integrierten kommunalen Klimaschutzkonzept zu steuern und umzusetzen. Neben einer umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit soll der Klimaschutzmanager beispielsweise eine Solarstrategie für Iserlohn erarbeiten, Elektromobilität fördern, die CO2-Bilanz fortschreiben, einen jährlichen Klimaschutzbericht erstellen, als Ansprechpartner für die Wirtschaft zur Verfügung stehen und die energetische Optimierung des kommunalen Gebäudebestandes vorantreiben. Sorgen, angesichts der Fülle an Aufgaben die Orientierung zu verlieren, hat Stefan Marquardt jedoch nicht. „Man muss einfach anfangen“, sagt der Ingenieur, zumal durch das Klimaschutzkonzept Leitplanken gesetzt würden, „Maßnahmen und Ziele sind darin exakt beschrieben“.

Einer der Bereiche, bei denen die Kommune selbst mit gutem Beispiel vorangehen kann und will, ist die energetische Sanierung des großen eigenen Immobilienbestandes. Dass die Stadtverwaltung und die politisch Verantwortlichen dieser Aufgabe hohe Bedeutung beimessen, lässt sich an Zahlen ablesen. Für 2015 wurde der entsprechende Haushaltsansatz auf 2,2 Millionen Euro angehoben und damit nahezu verdoppelt. „Klimaschutz ist eines unserer strategischen Ziele, die Aufstockung der Gelder eine sehr bewusste Entscheidung“, sieht auch Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens die Stadt in der Pflicht, eine Vorreiterrolle einzunehmen. Bei Null muss der Klimaschutzmanager derweil nicht anfangen. „Wir haben ganz gute Kenntnisse über unsere Gebäude. Zunächst muss es jetzt darum gehen, zu einer Kategorisierung zu kommen, um Prioritäten festzulegen“, erklärt Ulrike Badziura als Leiterin der Abteilung für Umwelt- und Klimaschutz, während Dezernent Janke darauf hinweist, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung eine sicherlich bedeutende Rolle spiele.

Dass Iserlohn eigene kommunale Programme auflegen wird, um Privatleuten bei Neubauten oder Sanierungen finanziell beim Klimaschutz unter die Arme zu greifen, halten Bürgermeister und Baudezernent hingegen für unwahrscheinlich angesichts der niedrigen Kreditzinsen und der bereits in großer Zahl vorhandenen überörtlichen Fördermaßnahmen. „Ich glaube, dass kompetente Beratung wichtiger ist“, sieht Dr. Ahrens die Stadt und die handelnden Akteure eher in der Funktion als Informationsbeschaffer. So stoße etwa die mit städtischem Geld geförderte Energieberatung durch die Verbraucherzentrale auf große Resonanz. Mehr als 100 Anfragen von Gebäudeeigentümern würden vom dortigen Berater jährlich abgearbeitet, berichtet Ulrike Badziura. Und bei Baugebieten, die von der Kommune selbst veräußert werden, fördere die Stadt auch schon direkt den Klimaschutz, indem sie wie etwa am Poths Kreuz in Sümmern je nach Baustandard Nachlässe auf den Grundstückskaufpreis gewährt.

Klimaschutz nicht nur gut für das grüne Gewissen

Dass sich Klimaschutz oftmals nicht nur positiv auf das grüne Gewissen auswirkt, sondern sich auch wirtschaftlich rechnet, betont Stefan Marquardt mit Blick etwa auf Solarstrom und Photovoltaik. „In Iserlohn gibt es das Solarstromkataster, aus dem jeder Gebäudeeigentümer ersehen kann, ob sich seine Immobilie für die Installation einer entsprechenden Anlage eignet. Solche Instrumente müssen wir bekannter machen, um die Menschen mitzunehmen.“ Vor diesem Hintergrund fordert Marquardt dann auch heimische Firmen vom Großunternehmen bis zum Kleinbetrieb dazu auf, mit ihm in Kontakt zu treten: „Ich stehe gerne als Ansprechpartner zur Verfügung, wenn es darum geht, Unternehmen, die das Ziel verfolgen, ihren Energiebedarf zu senken, zu beraten.“

Thomas Pütter

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2015-02-02 18:09
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