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Tollkühne Männer in fliegenden Kisten

10.07.2011 | 18:12 Uhr
Tollkühne Männer in fliegenden Kisten
Das „Hegenscheid-Open-Air“ bot ein umfangreiches Familienprogramm mit Attraktionen für Jung und Alt. Der kleine Noah Schäfers (4) präsentierte stolz sein Modellflugzeug. Foto: Dirk Karthaus

Kesbern/Altena. „Die tollkühnen Männer mit ihren fliegenden Kisten, die gibt es immer noch. Auch wenn sie nicht selber drinsitzen“, kommentierte Josef Voß am Mikrofon die kunstvollen Darbietungen der Modellflug-Piloten auf dem Hegenscheid.

Er war am Samstag mit seinen Kollegen des Flugmodellclub „Albatros Sintfeld“ aus Paderborn zum Jubiläum 60 Jahre Luftsportverein Hegenscheid angereist. Er mit dem Wohnwagen, weil er abends auch die Fliegerparty erleben wollte, und seine Clubkollegen mit einem Doppeldecker-Flugzeug.

„Das ist was fürs Herz“, beschreibt Josef Voß die Schönheit der Segelflieger, wie sie mit ihrer Flügelspannweite von 20 Metern ihre Kreise in der Luft drehen und sanft auf dem Flugplatz landen. Dann startet ein Hochleistungsultraleichtflugzeug, das es auf bis zu 250 km/h bringt und dabei einen Verbrauch von 15 Litern Treibstoff hat. „Am Himmel hat man keine Ampel“, kommentiert er den vergleichsweise moderaten Spritverbrauch.

Ein Doppeldecker aus Meschede lässt es bei dem Start richtig qualmen. Als der Pilot später winkend landet, winken die Zuschauer ihm begeistert und applaudierend zu. Sie spenden immer wieder Beifall für die kunstvollen Flugvorführungen beim „Hegenscheid-Open-Air“. Auch für Ralf Petrausch vom LSV Hegenscheid, der mit seinem Kunstflugzeug Extra 300L sensationelle Loopings, Steil- und Sturzflüge vollzieht. „Da kriegst du ganz schön dicke Backen“, erläutert er schmunzelnd die Manöver mit dem 300-PS-starken Flugzeug, dessen Steig­geschwindigkeit 975 Meter pro Minute beträgt.

Die Modellflieger Hans Kuhlmann aus Dortmund und Winfried Gödecke aus Paderborn warteten mit tollen Flugmodellen auf, eines mit Verbrennungsmotor und ein Turbinenjet: „Phänomenal, wie der abgeht, so wie Düsenflugzeuge am Himmel. Ein toller Sound“, machte ein Zuschauer aus seiner Begeisterung für den Jet keinen Hehl. So ein Modellflugzeug kostet mehr als 100 000 Euro, verriet Moderator Josef Voß.

Zu den flugbegeisterten Gästen auf dem Hegenscheid gehört auch Familie Schäfers aus Iserlohn. Der vierjährige Noah erhielt von seinem Opa Udo ein Modellflugzeug, das er stolz vor sich hertrug. „Wir waren vorher schon mal hier, aber heute gibt es viel mehr zu sehen“, zeigt sich Udo Schäfers angetan von dem vielfältigen Programm.

Viele Besucher nutzen die Gelegenheit zu Rundflügen im Motor-, Ultraleicht- und Segelflugzeug oder im Gyrocopter. Die 81-jährige Ursula Stute aus Altena steigt nach einem Rundflug über Altena, Hohenlimburg, Iserlohn und zurück zum Hegenscheid im 80 PS-starken Motorsegler freudestrahlend aus: „Es war wunderschön.“ Pilot Manfred Damin pflichtet ihr nickend bei.

Die Wetterbedingungen waren aufgrund des starken und böigen Windes am Samstag nicht optimal, erklärten Heribert Geusen und Andreas Thiel im Turm. Sie regelten den Flugverkehr und sorgten dafür, dass die Flugvorführungen reibungslos abliefen und es „kein Gedrängel“ auf der Landebahn gab.

Die Fliegerkameraden aus den Nachbarvereinen Rheinermark und Sümmern sowie aus Meschede, Dortmund und Paderborn haben es sich nicht nehmen lassen, dem Jubiläum des LSV Hegenscheid beizuwohnen. Sie genossen auch am Abend die Fliegerparty, die aufgrund des guten Wetters aus der geschmückten Halle nach draußen verlegt wurde. Das Lagerfeuer ist dabei das atmosphärische Tüpfelchen auf dem „I“ des „Hegenscheid-Open-Airs“.

Blickfang auf dem Flugplatz sind am Wochenende Segel- und Motorkunstflugzeuge, Modellflugzeuge, Ultraleichtflugzeuge, Drachen- und Gleitschirmflieger und Oldtimer. Zu den Hinguckern gehören mehrere Kunstflugdoppeldecker, so genannte Pitts. Eine zweisitzige Doppeldeckermaschine gehört etwa dem Philipp Hilker aus Hagen. Der prominente Kunstflugpilot ist Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft im Segelkunstflug. Besonderes Prunkstück in der Halle ist der Schulgleiter SG 38. Das bekannteste Oldtimer-Gleitflugzeug war „der Filmstar“ in der Neuverfilmung des RTL-Fernsehfilms „Hindenburg“, weiß Moderator Josef Voß weiter zu berichten. „Millionen von RTL-Zuschauern haben das Flugzeug in dem Film gesehen.“

Das Jubiläum rundete ein umfangreiches Programm ab. Die Kinder konnten sich Wurfglider basteln, Flugmodelle aus Holz. Dabei waren ihnen die Mitglieder des LSV Hegenscheid behilflich. Für das übrige Kinderprogramm zeichnete die KJG Altena verantwortlich. Martin Schröder vom LSV Hegenscheid war am Sonntag zufrieden mit dem guten Zuspruch: „Es war auch erfreulich für unsere Kasse.“

Von Cornelia Merkel



Kommentare
12.07.2011
09:48
Tollkühne Männer in fliegenden Kisten
von aminosaeure | #1

Ich kann den Preis von über 100000 (hunderttausend) Euro für ein Modellflugzeug mit einer Turbine kaum glauben, über 10000 (zehntausend) passt da schon eher.
Die A380 von Peter Michel mit 4 Turbinen a 3500 Euro kostet in etwa 50000 Euro.
Ein normaler Einsteigerjet ab 5000 Euro

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