SPD: "Neue Nutzung für das alte Rathaus"
11.03.2009 | 16:38 Uhr 2009-03-11T16:38:00+0100
Iserlohn. „Von diesen Plänen so zu erfahren, das finde ich ganz schlimm!” Für Ulrich Pagenstecher, Leiter der Stadtbücherei, war die Frühstückslektüre des Kreisanzeigers am Mittwoch ein Schreck und ein Déjà-Vu-Erlebnis.
Denn dort hatte er von den Gedankenspielen der SPD-Fraktion über eine „Neue Nutzung für das Alte Rathaus” lesen müssen.
„Wir könnten uns durchaus vorstellen, dass im Alten Rathausgebäude im Erdgeschoss Gastronomieflächen verpachtet werden könnten und dass im Obergeschoss repräsentative Räumlichkeiten für städtische Veranstaltungen und Empfänge, gegenenfalls aber auch für private Nutzungen, angeboten werden. Die verbleibenden Räumlichkeiten könnten sinnvoll genutzt werden, um den Raumbedarf für die verschiedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu decken und Publikumsämter unterzubringen”, heißt es in einem SPD-Antrag für den Hauptausschuss im Juni.
Pagenstecher erinnert sich an ein ähnliches Gedankenspiel vom ehemaligen Baudezernenten Frieder Altrogge vor gut neun Jahren. „Der hat sich damals die Räumlichkeiten angeschaut und ist ganz schnell zu der Erkenntnis gekommen, das geht gar nicht!”, erinnert sich Pagenstecher. Unhabhängig von diesen Gedankenspielen ist für den Leiter der Stadtbücherei aber auch die Standort-Diskussion unsinnig. Für ihn ist der Alte Rathausplatz „im Zentrum der Stadt” der ideale Standort für die Bücherei. Die von der SPD vorgeschlagenen Alternativen Alte Post und Bahnhofsbereich hält er für nicht akzeptabel, da beide im Randbereich der Stadt liegen. Das nächste Problem sieht Pagenstecher in dem Flächenbedarf. „Was wir jetzt haben, ist sehr knapp”, weiß er aus Erfahrung. Jede Alternative müsste also eine Ausweitung der Fläche beinhalten. Dies sieht er in keinem der von der SPD ins Spiel gebrachten neuen Standorte gewährleistet.
Und noch jemand war bei der Frühstückslektüre überrascht. Denn der potentielle Investor für das am Kreisverkehr am Bahnof geplante gläserne „Triangle Haus”, erfuhr von den Vorstellungen der SPD auch erst aus der Zeitung. Denn in dem Antrag der SPD heißt es: „Der Eigentümer des verbliebenen Grundstücks gegenüber dem Bahnhofsgebäude ist zurzeit nicht bereit, ein Gebäude zu errichten, da er laut Presseveröffentlichung keine Nutzer hat. Mit ihm könnte verhandelt werden, ein Bauwerk zu errichten, das im Erdgeschoss Einzelhandelsangebote präsentieren könnte, die im Bahnhofsbereich fehlen (z. B. einen Blumenladen), und in den drei Obergeschossen könnte die Bibliothek ihren Bedürfnissen entsprechend und auch behindertengerecht untergebracht werden.”
„Das hört sich interessant an”, so Heutelbecks erste Reaktion auf Nachfrage. „Als möglicher Mieter wäre die Stadtbibliothek schon toll”, denkt Heutelbeck aber auch schon einen Schritt weiter. Aber auch er weiß, dass nun als erstes „die Realisierungschancen ausgelotet werden müssen, und dann müssen konkrete Zahlen auf den Tisch”. Vorher will er sich über das Thema keine weiteren Gedanken machen. Aber als Einzelhändler und Investor in der Innenstadt hat der Gedanke einer repräsentativen Gastronomie im Herzen der Stadt, also im Alten Rathaus, durchaus seinen Reiz, da es zu ganz anderen Synergieeffekten kommen könnte.
Zahlen möchte die SPD-Fraktion auch von der Verwaltung bekommen. Daher bitte die SPD die Verwaltung um die Beantwortung dieser Fragen: 1. Wie hoch ist zurzeit der Aufwand für die Nutzung des alten Rathausgebäudes durch die Bücherei? 2. Welche Renovierungsarbeiten und welche Investitionen sind in absehbarer Zeit für dieses Gebäude notwendig? Welche Umbaumaßnahmen mit welchen Geldsummen wären notwendig, um eine Gastronomieeinrichtung im Erdgeschoss zu realisieren sowie eine repräsentative und eine Büronutzung in den Obergeschossen? 3. Gibt es Möglichkeiten der Unterbringung der Bibliothek in der Alten Post?
4. Wie viel würde die Errichtung eines Gebäudes im Bahnhofsbereich durch den privaten Eigentümer kosten, der die Bibliothek unterbringen könnte und wie hoch wäre die daraus resultierende Pacht bzw. Miete für die kommenden 10 bis 20 Jahre?
5. Wie groß ist der Flächenbedarf der Bücherei?
Jetzt darf also in der Verwaltung gerechnet werden.
09:44
Ja das ist wohl korrekt. Die Politiker sollte man alle in einen Sack stecken und dann......................
21:29
Für repräsentative Räume im Alten Rathaus ist man bei der SPD bereit, viel Geld auszugeben. Und im sozialen Bereich wird eifrig weiter eingespart. Und dann bezeichnet man sich tatsächlich noch als sozialdemokratisch.
20:06
wäre die idee vom autoverkäufer bogatzki dann wäre alles richtig armes iserlohn
19:36
Küchenmeister, Sie haben ja so Recht.Deshalb gerade finde ich es ja so wichtig, den kläglichen Rest an Häusern die noch da sind, zu erhalten und anständig zu renovieren. Was das ehemalige Hotel bzw. H&M betrifft kann ich auch nur sagen, traurig,traurig,traurig. Auch diese Fasade wurde zerstört und für was? Genau so die Marktpassage und richtig ist auch das Iserlohn bald erstickt vor lauter Bäckereien, Dönerläden und 1,00 Euro Shops. Wenn es dann wirklich mal in der Innenstadt ein Fest gibt, dann ist das Ganze früh zu Ende, wegen der Anwohner. Ich sehe Iserlohn systematisch den Bach runter gehen. Ach ja da ist ja auch noch die Alexanderhöhe aber auch darin sehe ich kein Problem diese Platt zu bekommen.
ARMES -IRRES -ISERLOHN
18:20
Ich hätte da auch mal eine Frage an die SPD- Fraktion:
Warum wird nicht der Ratshof für Empfänge und Gastronomie genutzt? Der ist doch eh bald dicht mangels Solvenz und Masse. Und wenn ich gepflegt essen gehe schau ich doch lieber auf das schöne alte Rathaus als auf eine leerstehende H&M Ruine.
Die geschilderte Version ist so dumm, da könnte man glatt der CDU oder diesem Lutz Tim Tölle Geld für abknöpfen, so entgegen kommt denen das. Wer auch immer diesen Unfug verzapft hat, er war schlau sich nicht namentlich nennen zu lassen...
13:50
Also, für mich hört sich das so an, als wollten sich einige so richtig wichtig machen: So schön im Sommer mal mit einer Karosse vor das Alte Rathaus gefahren werden und der Fahrer fährt dann wieder davon. Vielleicht auch noch einen roten Teppich und ein Abendkleid? In diesem Zusammenhang glaube ich übrigens nicht, dass die SPD sich „fast food“ als Gastronomie vorstellt, sondern eher etwas schickeres. Etwas, in das der normale Bürger nicht reingeht. Es reicht ja schließlich, dass er die ganze Geschichte bezahlen muss. Also, genug der Polemik!
Die Idee von Innestaedler finde ich übrigens wirklich sehr gut: Gibt es etwas besseres als eine Bibliothek, die mit einer gewissen Caffeehauskultur Besucher anlockt?
11:05
@emka: Im Sommer gemütlich vor dem Alten Rathaus sitzen ??? Auf einem der am meisten frequentierten Plätze Iserlohns, möglichst noch mitten in den (für sicherlich nicht wenig Geld) installierten Wassersprudlern? Oder dann doch gleich den ganzen (gerde erst fertiggestellten) Platz auch wieder umbauen?
Leben in der Stadt zeichnet sich durch Vielfalt aus, und Kultur gehört unabdingbar dazu. Wenn man z.B. wie in anderen Städten auch ein Bücherei-Cafe integriert, wunderbar - dazu dann noch ein paar attrkative Veranstaltungen, Lesungen, Büchernächte - auch das ist Leben, Leben in der Stadt ist nicht nur Essen und Trinken, aber davon hat die Stadt ohnehin schon genug, wir brauchen doch nicht noch einen schlecht laufenden Gastronomiebetrieb mit ständig wechselnden Pächtern (hochpreisige Gastronomie und Iserlohn scheinen nicht zueinander zu passen) und noch einen China-Imbiss, Pizzaladen, Würstchenbrater ..... NEIN DANKE - die Idee ist so absurd, die hätte ich eigentlich erst im Sommerloch erwartet.
10:46
Ich finde die Idee gut. Wie schön wäre es denn im Sommer vor dem Alten Rathaus zu sitzen und einem kühlen Getränk und einem schicken Essen zu verweilen. Was spricht dagegen? Haus Letmathe = Bücherei, Bahnhof Letmathe = VHS, Bahnhof Iserlohn = VHS. Ich denke da ist dem Ressort Bildung genüge getan. Wie sieht es denn mal Leben in der Stadt aus? Ich finde ein schöner Gedanke.
09:22
@von Westfalen
Was für eine Altstadt meinen Sie?Die müssten Sie mir mal näher bringen.Wo bitteschön, ist den außer auf einem Hinweisschild,noch „Altstadt“ zu finden.
Gut,wenn Sie die Bauernkirche und das alte Haus der Heimat noch als Altstadt bezeichnen ist das in Ordnung,aber sonst???Die Altstadt da sind wir uns doch wohl alle einig,stand wohl da wo man heute den Schandfleck aus den 70gern Hochhaus Peterstraße vorfindet.Ich wüsste nicht, ob das Glashaus am Bahnhof steht oder nicht,ob man das Dreckloch was man vom Bahnhof aus sieht noch als Altstadt bezeichnen soll.
Da ist doch in den 70gern dran gearbeitet worden,das wir genau das, was man Altstadt nennt nicht mehr haben.
08:49
Das riecht doch nach Klüngel, oder?
Haben wir denn nicht andere Baustellen die in Iserlohn angegengen werden müssen. Die Marktpassage ist so gut wie leer. Der Schillerplatz ist eine Betonwüste. Aber da muss nun so ein Prestigeobjekt mit Biegen und Brechen her. Im Sinne des Bürgers kann das nicht sein ein Objekt zu schaffen, dass dann auch zu Teilen leer steht. Ersteinmal das vorhandene Potential nutzen und dann nach den Sternen greifen sollte doch in Zeiten klammer Kassen angesagt sein.