SPD fordert neues Radverkehrskonzept
05.06.2011 | 13:51 Uhr 2011-06-05T13:51:00+0200
Iserlohn. 15 Jahre, nachdem Iserlohn Mitglied in der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte in NRW“ geworden ist, hält die SPD-Fraktion die Zeit für gekommen, das 1994 entwickelte Radverkehrskonzept zu erneuern.
Zusätzliche Argumente für diese Forderung, die in den nächsten Verkehrsausschuss eingebracht werden soll, sammelten die Sozialdemokraten am Samstag bei einer mit dem Allgemeinen deutschen Fahrrad-Club veranstalteten Radverkehrsschau. Drei Stunden lang befuhren die Teilnehmer das Wegenetz, um an insgesamt 26 Stationen Mängel in Augenschein zu nehmen.
„Es gibt tatsächlich einige durchaus gefährlich erscheinende Stellen, insbesondere an der Dortmunder Straße“, will Dimitrios Axourgos, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, nach der Schau allerdings nicht mehr bis zur nächsten Ausschusssitzung warten, sondern direkt Kontakt aufnehmen zu den Fachleuten in der Verwaltung, um so schnell wie möglich für mehr Sicherheit an den neuralgischen Punkten sorgen zu lassen.
Neben den Sofortmaßnahmen will die SPD die am Samstag gewonnen Erkenntnisse jedoch nutzen für die grundsätzliche Diskussion über den Stellenwert des Radverkehrs in Iserlohn. „Wir möchten dem Thema wieder mehr Schub geben“, erkennt Axourgos auch schon deshalb neue Möglichkeiten, weil standortbedingte Nachteile das topographisch nicht unbedingt radfahrfreundlichen Iserlohns heute durch technische Entwicklungen wie das E-Bike kompensiert würden. Zusätzliche Potenziale erkennt die SPD-Fraktion in der Rad-Touristik. Axourgos: „Der ADFC hat uns mitgeteilt, dass Hotelbetreiber dieses Thema verstärkt aufgreifen wollen. Auch das ist ein guter Grund dafür, dass die Stadt eine gute Infrastruktur zur Verfügung stellt.“ Vorstellbar wäre es nach Einschätzung des SPD-Ratsherrn, im Zusammenhang mit dem neuen Radverkehrskonzept auch neue Radwege zu konzipieren. Neben der „Lenneroute“ sei insbesondere eine Verbindung zwischen Drüpplingsen und Fröndenberg wünschenswert.
12:02
Liebe Iserlohner,
falls es dazu kommen sollte neue Radwege zu erschließen, dann macht es nicht Menden nach!
Es gibt hier zwar Radwege, die allerdings teilweise als solche nicht zu erkennen sind, oder man muss sich diese mit aus- einparkenden Fahrzeugen und Fußgängern teilen, um von A nach D zu kommen.
Das Teilen ist nicht das eigentliche Problem, doch Fahrzeugführer und auch Fußgänger haben hier die „eingebaute Vorfahrt“, dass man als Radfahrer immer bremsbereit sein muss, auch wenn man gemütlich spazieren fährt!
Die ehemaligen Bürgersteige sind hier irgendwann nur geteilt worden, was bei einer Breite von etwa 3 - 3,5m sehr eng werden kann.
Als die B515n gebaut wurde, wurde auf ein Radweg gehofft. Die Hoffnung war für´n A.... Die Straße wurde sogar für Radfahrer gesperrt, weil zu gefährlich! Doch im Hönnetal darf man nach Balve fahren. Dort fahre ich nur mit flauem Bauchgefühl und seltenst! Und mit Fahranfängern geht das schon gar nicht!!!
Jetzt ist hier in Planung nachzubauen. Das ist nicht billig und die Routen sollen über Nebenstrecken verlegt werden. Einen direkten Weg von Balve nach Fröndenberg wird es hier niemals geben!?
08:25
@ #2 BVBDauerkarte:
Die Qualität der Strukturen bedingt aber ganz stark die Bereitschaft zum Radfahren! Und da muss für den Alltagsverkehr in Iserlohn noch eine ganze Menge geschehen.
Übrigens muss das nicht immer gleich viel kosten. Bei Straßensanierungen kann man den Radverkehr gleich vernünftig mit einplanen, dann kostet das nicht mehr. Beispiel Rahmenstraße: Hier wurde an allen geltenden Empfehlungen für Radverkehrsanlagen und Verkehrssicherheitserkenntnissen vorbei geplant und der Radweg auf den Bürgersteig verbannt, obwohl das kritische Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes bereits absehbar war. Diese missglückte Planung jetzt rückgängig zu machen, würde natürlich zusätzlich Geld kosten.
07:45
Es ist richtig etwas für die Radfahrer zu tun, aber in Zeiten knapper Kassen, wo sogar bei der Unterstützung von Sportvereinen gespart wird, sollte man diese Idee verschieben.
Zumal hier nicht so viele Radfahrer sind, wie z.B. in Münster.
17:46
In einem der sonntäglichen Schmierkäse-Blättchen wurde der Wunsch nach einem(!) bevorrechtigtem Fahrradweg vom Verfasser eines Artikels zum gleichen Thema als übertrieben abgetan.
Weil ich keine Lust habe, mich auf den Online-Seiten anzumelden, nur um den Artikel zu kommentieren, richte ich jetzt hier mein Wort an Herrn T. aus I.: Man sollte zuhören, wenn man etwas über eine Sache schreiben will. Der Vorfahrtswunsch beruht nicht auf die Tatsache der dort schlecht einsehbaren Gefahrenstelle, sondern auf die Radschnellweg-Verbindung als solche. Oder können Sie sich eine Westfalenstraße vorstellen, an der an jeder Einmündung der Querverkehr Vorrang hat? Der Bahntrassenradweg, um den es hier in erster Linie ging, führt durch Wohngebiete und quert ausschließlich Anliegerstraßen. Hier ist den Autofahrern einer angeblich fahrradfreundlichen Stadt durchaus zuzumuten, kreuzendem Radverkehr Vorfahrt zu gewähren. Ein oder zwei vorfahrtberechtige Radwege - ich denke außerdem an den Baarbach-Weg - würden ein Ausrufezeichen in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte setzen.
Von Herrn Dimitrios Axourgos und der SPD wünsche ich mir, dass das angekündigte Engagement keine dieser üblichen Wahlkampf-Phrasen bleibt, sondern die versprochenen Punkte auch umgesetzt werden.