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Sorge um die "Chamäleon-Gruppe"

15.03.2010 | 16:26 Uhr
Sorge um die "Chamäleon-Gruppe"

Iserlohn. Seit 2007 bietet die Caritas mit der „Chamäleon-Gruppe” eine Anlaufstelle für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Im September läuft die Förderung durch die „Aktion Mensch” aus. Wenn kein Sponsor gefunden wird, muss die Gruppe aufgelöst werden.

Etwa 6500 Kinder und Jugendliche im nördlichen Märkischen Kreis leben in Familien, in denen ein Suchtproblem besteht. Ein großer Teil der Mädchen und Jungen leidet unter Ängsten, Depressionen oder schizophrenen Störungen. Das Risiko, später einmal suchtkrank oder co-abhängig zu werden, liegt für diese Kinder sechs Mal höher.

Um bei ihnen Präventionsarbeit auf der einen und die Bewältigung der elterlichen Suchtproblematik auf der anderen Seite zu leisten, bietet der Caritasverband Iserlohn seit zweieinhalb Jahren die „Chamäleon-Gruppe” als Kooperationsprojekt zwischen Sucht-, Erziehungs- und Familienberatungsstelle an. „Wir sind eng vernetzt”, sagt Familienberaterin Hildegard Raabe. Nach einer anfänglich mühseligen Phase habe sich die „Chamäleon-Gruppe” fest etabliert.

Die Heilpädagogin Nella Giordano-Lomp und die Ergotherapeutin Elke Huth treffen sich einmal wöchentlich mit den Kindern. Mit zehn Acht- bis 14-Jährigen sind die Plätze derzeit komplett belegt, es gibt eine Warteliste. Vorrangiges Ziel ist es, die Persönlichkeit der Kinder zu stärken, um eine eventuelle Suchtgefährdung zu verhindern. Bei den Treffen können sie über familiäre Probleme und ihre Gefühle sprechen, sich mit anderen Betroffenen austauschen und traumatische Erlebnisse aufarbeiten. Einige Mitglieder kommen bereits seit dem Start des Angebotes. Hatten sie anfangs eine geringe Toleranzgrenze, so können sie heute ihre Konflikte ohne Gewalt, Aggressionen oder Beleidigungen lösen. Vertrauen haben sie zu ihren Betreuerinnen gefasst, aber auch zu den anderen Mitgliedern: Die Größeren tauschen sich über das Internet aus, geben sich Hilfestellungen. „Oft haben sie auch Schwierigkeiten, herauszufinden, was ihnen gut tut”, weiß Elke Huth. Auch in diesem Punkt sind die Kinder, die bereits länger zur Gruppe gehören, jetzt einen gewaltigen Schritt weiter gekommen. Projektwochen zu Themen wie Kommunikation oder auch Alkohol und Sucht ergänzen die wöchentlichen Treffen, quasi „nebenbei” läuft die Prävention.

„Wir wollen ihnen ein Bewusstsein für die Krankheit Alkoholismus vermitteln und die Schuldfrage klären”, so Suchtberaterin Uta van Holten. In der Gruppe haben die Kinder einen Notfallplan erstellt: „Wie verhalte ich mich, wenn Papa betrunken Auto fahren will?” lautet nur eine der Fragen, die darauf neben hilfreichen Telefonnummern vermerkt sind. Für die Mitglieder ist die „Chamäleon-Gruppe” die einzige Anlaufstelle. Dass das Angebot vor dem finanziellen Aus steht, wissen die Mädchen und Jungen. Auf einem Plakat haben sie ihre Eindrücke der vergangenen zweieinhalb Jahre niedergeschrieben: „Die Gruppe ist wichtig, auch für die Kinder, die noch kommen werden. Es ist immer einer da, der zuhört. Eine gute Ablenkung. Man kann seine tiefsten Gefühle und Geheimnisse loswerden. Hier kann ich ich selbst sein. Ich kann Ruhe vor zu Hause kriegen. Man kann Neues lernen und Spaß haben.”

Etwa 6000 Euro jährlich kostet das Projekt, das bis September finanziell von der „Aktion Mensch” unterstützt wird. Eine Chance für eine Anschlussfinanzierung gibt es nicht. Nun sucht der Caritasverband Sponsoren, die die „Chamäleon-Gruppe” am Leben erhalten. „Wir selbst können es nicht leisten. Wie bei vielen anderen Projekten auch sind wir von der Unterstützung abhängig”, so Caritas-Geschäftsführer Klaus Ebbing. Kontakt: 02371/81860, Spendenkonto: 111211, Sparkasse Iserlohn, Bankleitzahl 445 500 45.

Jennifer Katz

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Kommentare
15.03.2010
23:36
Sorge um die Chamäleon-Gruppe
von gullideckel | #5

@die dunkle Seite der Macht:

Sie sind gerade voll ab vom Thema! Gemerkt?! Ich helfe ihnen nochmal: Es geht um 6000€ für eine ehrenamtliche Einrichtung.

Jetzt geschnallt?!

15.03.2010
23:01
Sorge um die Chamäleon-Gruppe
von The_dark_Side | #4

Komisch, Gullideckel, immer wenn vom Geld anderer die Rede ist, dann sind mal 3000€, wie hier, mal aber auch 75000€ wie im Beispiel Weihnachtsgeschenke für Hartzer nur ein paar Kröten.

Die Summe der Ausgaben ist entscheidend! Und die ist in Iserlohn/ ganz Deutschland viel zu hoch.
Man muß Prioritäten setzten, wenn es um die Unterstützung von Bedürftigen geht, wie das hier der Fall ist, dann ist die Aufgabe wirklich durch den Staat zu leisten.
Genauso wie die öffentliche Hand für vernünftige Schul und Studienbedingungen zu sorgen hat.
Diese Investitionen sind Zukunftskapital und dürfen nicht gekürzt werden.

Was aber das Verteilen von Weihnachtsgeschenken im Wert von 75.000€ mit einer Zukunftsinvestition zu tun hat, das bleibt das Geheimnis der Linken in Iserlohn.
Um Geschenke zu verteilen ist nähmlich definitiv KEIN Cent im Haushalt übrig.
Die Linke will Weihnachtsgeschenke für Hartz IV Kinder kaufen, die diese Kinder mit Zins und Zinseszins Jahre später bitterlich zurückzahlen müssen.

Merken sie den Unterschied??

15.03.2010
22:47
Sorge um die Chamäleon-Gruppe
von gullideckel | #3

Die paar Kröten sollten doch im Haushalt der Stadt einen Platz finden. Oder nicht?

Auch wenn ich mich wiederhole:

Unsere Politiker sollten mal etwas Abstand zu den ganzen Bauvorhaben nehmen. Dann klappts auch mit den sozialen Belangen wieder.

15.03.2010
21:47
Sorge um die Chamäleon-Gruppe
von sonia09 | #2

Ja, aber leider wird in Iserlohn nicht gerne in die Kinder investiert , es sei denn ehrenamtlich................nicht wahr Herr Kowalski??????????

15.03.2010
18:48
Sorge um die Chamäleon-Gruppe
von The_dark_Side | #1

Ein solches Projekt und deren Finanzierung ist um ein vielfaches wichtiger, als die lächerliche Weihnachtsgaben von Geschenken, wie sie die Linke in Iserlohn angedacht hat.
Soziales Engagement hat selten etwas mit verschenken gemein.
Eine Gruppe die dafür sorgt, das die armen Kids (die nun wirklich nichts dazu können) wenigstes den Hauch einer Chance im Leben bekommen, sollten uns die erforderliche Summe mehr als wert sein!
Bezahlt macht es sich obendrein, wenn aus den Kids später vollwertige Mitglieder der Gesellschaft und keine Drogen- Karrieren werden.

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