Scheffler: Ohne Einigkeit kein Geld für Weiterbau
08.06.2011 | 16:53 Uhr 2011-06-08T16:53:00+0200Iserlohn.Es ist und bleibt ein politischer Dauerbrenner: Der Weiterbau der Autobahn A 46 sorgte am Dienstag im Rat für eine Debatte zwischen Gegnern und Befürwortern des Vorhabens. Anlass für die Auseinandersetzung war eine von der CDU eingebrachte Resolution pro Weiterbau, nachdem der grüne Staatssekretär Horst Becker bestimmte Trassenabschnitte für „gestorben“ erklärt hatte.
„Diskussionen führen zu Ergebnissen, Ergebnisse müssen umgesetzt werden“, nutzte CDU-Fraktionschef Rolf Kramer ein Zitat von Alt-Kanzler Schmidt, um seine Sicht der Dinge auf den Punkt zu bringen. Seit Anfang der 60er werde über den Weiterbau des Verkehrsweges gesprochen und mittlerweile ergäben sich keine neue Fakten, die gegen das Vorhaben sprächen, so Rolf Kramer. Die Iserlohner Resolution sei zudem nicht die einzige politische Wortmeldung aus dem heimischen Raum. Auch der heute bei der Bezirksregierung tagende Regionalrat werde auf Antrag von CDU und SPD für den Weiterbau plädieren.
Das auch die Sozialdemokraten zu den Befürwortern des Lückenschlusses gehören, unterstrich deren Landtagsabgeordneter Michael Scheffler. Die Äußerungen des grünen Staatssekretärs, so Scheffler, hätten nicht nur in Südwestfalen, sondern auch innerhalb der Landesregierung für erhebliche Irritationen gesorgt. In Düsseldorf gebe es noch keine Entscheidungen über den Bundesverkehrswegeplan, demzufolge auch keine Entscheidung darüber, dass Trassenteile der A 46 nicht realisiert werden sollen. Grundsätzliche Voraussetzung für einen Weiterbau sei aber auf jeden Fall eine Einigkeit innerhalb der Region in Form eines gemeinschaftlich getragenen Kompromisses, den auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erst unlängst eingefordert habe. „Kein Minister, egal welcher Farbe, wird Gelder für ein solches Vorhaben zur Verfügung stellen, wenn er weiß, dass es in der Region Zoff gibt.“
Den „Zoff“ allerdings gibt es nicht nur in der Region, sondern bereits direkt vor der Haustür. So ließ Harald Eufinger von den Bündnisgrünen keinen Zweifel daran, ein klarer Gegner des Weiterbaus zu sein, dessen Kosten laut Eufinger auf 250 Millionen Euro beziffert würden. Für Hemer als betroffene Kommune sei eine Ortsumgehung „sehr viel eleganter“. Mit dem Weiterbau würde überdies das von den Befürwortern angeführte Ziel der Entlastung nicht erreicht, ganz im Gegenteil, „damit locken wir Verkehr an“. Auf dem Iserlohner Autobahnabschnitt etwa sei mit einer Verdopplung der Verkehrsmengen zu rechnen. Eufinger: „Das ist eine massive Verschlechterung für alle Menschen, die an der Autobahn leben. Und das muss man diesen Menschen auch sagen, wenn man über den Weiterbau und seine Folgen spricht.“ Eine Position, der sich auch die Linke-Fraktion anschloss, so dass die Resolution schließlich bei sieben Gegenstimmen vom Stadtrat verabschiedet wurde, um von der Verwaltung auf den Weg an die zuständigen Stellen in Bund und Land gebracht zu werden.
19:19
@ Zilp: die Argumentation ist schlicht falsch. Die Autobahn bringt weder mehr Lärm oder Kraftstoffverbrauch, das würde ja bedeuten, dass plötzlich mehr Leute nur zum Selbstzweck unterwegs wären, oder sich wegen des Weiterbaus ein Auto kaufen würden. So naiv schätze ich Sie nicht ein.
Tatsächlich findet nur eine Umverteilung statt, durch das Vermeiden von Stop-and Go und direkte Wege statt Zick-Zack lässt sich der Verbrauch sogar reduzieren, durch die Bündelung der Schall durch Schutzwände besser Schlucken, also ebenfalls reduzieren. Wenn man will kann man weiter spinnen- durch die Reduzierung der Fahrzeit läuft die ineffiziente Klima in PKW´s und die Kühlung von LKW´s kürzer, spart zusätzlich Energie. Der Umweltaspekt ist reine Heuchelei- es geht offensichtlich nur um Missgunst...
13:44
@#8
Also, wenn ich z. B. auf einer Brücke über einer Autobahn stehe, ist es dort ganz massiv lauter als unter einem Windrad.
Schattenwurf ist quasi virtuell und veränderlich. Eine Autobahn ist dagegen ein gewaltiger und dauerhafter realer Eingriff in die Landschaft.
Es stimmt, dass sowohl Verbrennungsmotoren als auch Ölheizungen ökologisch und ökonomisch nicht sehr sinnvoll sind.
04:10
Ansichtssache, Lärm machen Windräder auch und der Schattenwurf ist weithin sichtbar.
Und selbstverständlich haben auch Windräder einen Wirkungsgrad. Schließlich muß man die Energie speichern können um sie längerfristig verfügbar zu machen.
Selbstverständlich sind auch mir Windräder lieber als ein Atomkraftwerk vor der Tür, aber ich bleibe dabei: Es gibt sie nicht, die guten und die schlechten Bauten.
Der Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren in Autos ist im übrigen keinen Deut schlechter als der von Ölheizungen.
Folglich sind 24 Grad im Wohnzimmer genauso verwerflich wie ein V8 im Motorraum, nur gut das die Leute das noch selber entscheiden können.....
23:44
@#6 Smartdriver
Das Problem bei Straßen ist nicht nur das Bild der Landschaft, sondern deren Überbauung und Zerschneidung. Das sind die schlimmen Folgen - nicht das bloße Aussehen.
Straßen bringen mit ihrem Verkehr darauf auch mehr Lärm und Abgase als Windräder.
Und Windräder produzieren auf natürliche Weise Energie, Straßen vernichten auf unnatürliche Art Energie (miserabler Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren, Abwärme durch Walkarbeit der Gummireifen u. v. m.).
19:37
Moment mal;
das jetzt ausgerechnet die Leute mit dem Landschaftsbild argumentieren wollen, die am liebsten mehrere Windräder in den Iserlohner Stadtwald stellen wollen, zeugt doch nur noch mehr von deren Doppelzüngigkeit.
Unglaublich wie man seine Fahne in den Wind hängen kann, solche Leute kann man doch nicht ernst nehmen!
23:25
Auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) setzt sich gegen den Lückenschluss der A46 ein.
Denn die (nur) spekulativen Vorteile sind geringer als die sicher zu erwartenden Nachteile.
Die teure A46 brächte die Zerschneidung wertvoller Erholungs- und Naturlandschaften, zusätzliche Versiegelung von Boden und zu viel neuen (Schwerlast-)Verkehr durch das Nordsauerland, der bisher über die Kreuze Westhofen und Dortmund/Unna abfließt.
Unterm Strich nimmt also der Autoverkehr nicht ab, höchstwahrscheinlich wächst er sogar weiter an durch immer neue Straßen. Es findet nur eine Umverteilung der Belastungen statt von den B7-Ortsdurchfahrten zu den künftigen A46-Zubringer-Strecken und v. a. in die freie Landschaft und zu bisher unbelasteten Siedlungen. Auch sonst blieben nach dem Autobahnbau die alten Straßen immer noch stark befahren durch inner- und nachbarörtlichen Verkehr.
Mehr zur A46 aus Sicht des VCD gibt es hier:
http://www.vcd.org/vorort/hagen-mk/themen/weiterbau-autobahn-a-46/
21:14
Mit dem Zug würde man nach Fröndenberg schneller als nach Hagen unterwegs sein. Aber den will man nicht.
Geld wird es mit oder ohne Konsens für die A46 nicht mehr geben. Was sich derzeit in Düsseldorf abspielt, sind Rückzugsgefechte einer sektenhaften Betonlobby, die der Anhängerschar aus Unbelehrbaren und Vergreisten noch das Pfeifen im Walde beibringen wollen.
18:35
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17:05
Schön- Grüne und Linke streiten um den Titel Dagegen-Partei. Ist es nicht auch irgendwie undemokratisch und unsozial, wegen einer unmittelbar an der Bahn lebenden Unterzahl die Allgemeinheit zu bestrafen?
Das Überland-Gegurke macht den Asphalt und die Luft kaputt, verschwendet Sprit und Zeit und vertopft Nadelöhre.
Warum brauch man wohl nach Fröndenberg doppelt so lange, wie nach Hagen? Warum lässt man durch argumentschwache Hippies immer wieder den Fortschritt ausbremsen?
Ich hätte gerne, dass die Pro A46 Aufkleber wie sie auf den Lobbe-Wagen kleben allen zugänglich gemacht werden, damit man mal sieht, wie viele hinter dem Weiterbau stehen.
20:21
Es ist immer das selbe Prinzip bei den Grünen, als was kein Windrad ist darf nicht gebaut werden.
Und argumentiert wird immer wie es gerade paßt:
In Dortmund darf der Flughafen nicht erweitert werden weil er mitten in der Stadt liegt, in Paderborn Lippstadt nicht weil er mitten im grünen liegt.
Und NEIN; wir werden langfristig kaum unseren Sozialstaat aufrecht erhalten können, wenn wir uns nur noch gegenseitig die chinesischen Solarzellen aufs Dach bauen.