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Parktheater

Neuer Bühnenboden nach 46 Jahren

26.05.2010 | 18:37 Uhr
Neuer Bühnenboden nach 46 Jahren

Iserlohn. Wie ein Flickenteppich kam der bisherige Bühnenboden des Parktheaters daher: Er war von vornherein falsch eingebaut worden. In der Zwischenzeit sind Bretter zerstört und ersetzt worden.

Johannes Heesters, Marianne Hoppe, O. E. Hasse oder die gerade verstorbene Anneliese Rothenberger: Sie alle haben bereits auf den Iserlohner Theaterbrettern gestanden. 46 Jahre lang hat der Bühnenboden des Parktheaters gehalten, nun wird er komplett ausgetauscht.

„Ein Bühnenboden darf kein Eigenleben haben, muss matt, stumpf und glanzlos sein. Er darf nicht knatschen und nicht splittern, man muss auch Bohrer hineinschrauben können“, erklärt Theaterdirektor Johannes Josef Jostmann. Hermann Noll, Objektbetreuer beim Kommunalen Immobilien Management (KIM) ergänzt: „Und er muss eine enorme Flächenbelastung von 500 Kilogramm pro Quadratmeter aushalten.“ So musste eine Fachfirma ins Boot geholt werden. Die Ausschreibung hatte die Wuppertaler Firma A + B Design gewonnen. Mitarbeiter Alexander Amelang ist zurzeit mit drei, demnächst sogar mit fünf Kollegen insgesamt vier Wochen lang im Einsatz. Er sagt: „Wir verwenden Oregon-Pine-Holz mit stehenden Jahresringen.“ Die Hobeldielen haben eine Stärke von bis zu 65 Millimetern.

Aus Kanthölzern oder Bohlenware werden nach ausreichender Ablagerung mit einer Hydraulik-Bandsäge die Rohdielen so getrennt, dass „Rifts“  - also durch aufrecht stehende Jahresringe besonders widerstandsfähige Fußbodendielen - entstehen. Sie werden in einer speziellen Kammer schonend auf eine Holzfeuchte von acht bis neun Prozent getrocknet. Zu Dielen mit genau passender Nut und Feder werden sie in einer Vier-Seiten-Hobelmaschine bearbeitet. Beim alten Boden der Parktheater-Bühne, so Amelang, seien die Bohlen von vorneherein falsch eingesetzt worden - „sie hätten alle oben sein müssen.

Das Haus wolle sich nicht zum „Staatstheater mit goldenen Wasserhähnen“ mausern, so Jostmann. Vielmehr sei die Investition von insgesamt 150 000 Euro notwendig, da es sich beim Bühnenboden um ein „notwendiges Arbeitsins-trument“ handele. „Wenn er so wie bisher genutzt wird, hält er länger als 46 Jahre“, verspricht Amelang. Und Jostmann will sich dafür einsetzen, dass für das Theater auch künftig ein „Budget sichergestellt wird, damit die Investition auch inhaltlich gerechtfertigt ist“.

Jennifer Katz

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