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Letzter Schlagabtausch zwischen den Fraktionen

01.10.2014 | 18:00 Uhr
Letzter Schlagabtausch zwischen den Fraktionen

Iserlohn. Bei zehn Gegenstimmen und einer Enthaltung fasste der Rat am Dienstagabend den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 391 Haus Ortlohn. Zuvor war es nochmals zu einem kurzen Schlagabtausch zwischen den Fraktionen gekommen. Manuel Huff (Die Linke) hielt den Parteien, die den Plan befürworten, vor, damit Aussagen der eigenen Wahlprogramme zu verletzen. Das brachte Elke Olbrich-Tripp von den Grünen auf die Palme. Es sei nicht der erste Tagungsordnungspunkt gewesen, bei dem die Linke unverschämt argumentiere. „Wir haben Kompromisse gesucht und gefunden“, sagte sie. Man könne natürlich pausenlos alles „plakativ gegen die Wand klatschen“. Der richtige Weg sei es aber, Mehrheiten zu suchen. Manuel Huff reagierte mit einer persönlichen Erklärung, in der er unter anderem feststellte, dass er niemanden persönlich beleidigt habe.

Der evangelischen Kirche einiges abgerungen

Hans Immanuel Herbers meinte für die UWG-Piraten, dass das, was man der evangelischen Kirche im Verfahren habe abringen können, eine Zustimmung möglich mache. Detlef Köpke sagte für die FDP, dass nunmehr der Park von Haus Ortlohn überhaupt erstmals öffentlich zugänglich werde. Dem Gesagten schloss sich Michael Schmitt für die CDU an. Ablehnung kam dagegen auch von der AfD. Durch das Projekt werde die grüne Lunge des Nußbergs beeinträchtigt, erklärte Frank Neppe.

Bei fünf Gegenstimmen und fünf Enthaltungen befürwortete der Rat auch den Vertrag zur nachhaltigen Nutzung des Parks „Haus Ortlohn“ duch die Allgemeinheit. Und bei acht Nein-Stimmen und drei Enthaltungen wurden schließlich der Erschließungsvertrag und ein städtebaulicher Vertrag bezüglich des Ausgleichs von Eingriffen in Natur und Landschaft im Bereich des Bebauungsplans gebilligt.

Die Evangelische Kirche von Westfalen als Eigentümer begrüßte die Ratsentscheidung. Vizepräsident Albert Henz, der als Iserlohner in dem Projekt für die Landeskirche vermittelt habe, erklärte dazu in einer Pressemitteilung: „Wir sind froh und dankbar, dass nach langen Vorbereitungen diese zukunftsweisende Lösung jetzt Wirklichkeit wird. Maßgeblich ist dabei, dass wir mit der PHS Projektentwicklungsgesellschaft und ihrem Geschäftsführer Dieter Engels einen in sozialen Projekten erfahrenen, verlässlichen und ausgesprochen kooperativen Investor gefunden haben.“

Henz stellte weiter fest, dass der Weg bisweilen steinig war: „Es gab Auseinandersetzungen, wir haben auch Fehler gemacht, aber auch aus ihnen gelernt. Nach ungezählten Gesprächen konnte mit allen besorgten Bürgern schließlich die Einigung erzielt werden, die jetzt Zustimmung des Stadtrates fand. Das ist ein guter Tag für Iserlohn.“

Für die Versorgung, Pflege und Betreuung nicht nur der Einwohner des Nußbergs seien ambulante, teilstationäre und stationäre Angebote vorgesehen. „Dabei wird darauf geachtet, dass sich die Angebote in die bereits vorhandenen Versorgungsstrukturen eingliedern“, wird Dieter Engels in der Pressemitteilung zitiert. „Für ein Kompetenzzentrum sind darüber hinaus Beratungs-, Dienstleistungs- und nicht störende gewerbliche Leistungsangebote für beeinträchtigte und hilfebedürftige Menschen jeden Alters unabdingbar notwendig.“

Kapelle und Teehaus bleiben erhalten

Die Kapelle und das sogenannte Teehaus, so heißt es in der Pressemitteilung, bleiben erhalten und sollen in das neue Nutzungskonzept einbezogen werden. Das frühere Personalwohnhaus werde als Mehrfamilienhaus umgebaut und saniert. Weichen müssten das Seminargebäude, das Verwaltungsgebäude und zwei Gästehäuser. Vor den Abbrucharbeiten (ab Mitte Oktober) werde das „Reformierte Hilfswerk zur Unterstützung der Roma in Ungarn“ wiederverwendbare Teile und Baustoffe wie Fenster, Türen oder Dachziegel ausbauen. Der Erlös komme notleidenden Roma in Ungarn zugute. Im Zusammenhang mit den Abbrucharbeiten seien auch etwa 20 Bäume zu fällen.

Stefan Drees

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