Keiner ist gegen Mobilfunk
20.01.2011 | 16:58 Uhr 2011-01-20T16:58:00+0100
Hennen.„Keiner ist gegen Mobilfunk. Es muss nur vernünftig und im Sinne der Bürger geplant werden“, so lautete am Mittwochabend das Fazit von Prof. Dr. Dr. Gerhard Doll bei seinem Vortrag zum Thema „Mobilfunk - Ein Risiko für die Gesundheit?“ bei der CDU-Ortsunion Hennen-Kalthof im Vortragsraum von „Haus St. Martin“.
„Weniger hohe Frequenzen benutzen, keine Sendemasten in der direkten Nähe von Kindergärten, Schulen, Altenheimen und Krankenhäusern“, lautete eine seiner Forderungen, die er auch aus wissenschaftlicher Sicht begründet sieht. Aber auch die Hersteller müssten ihren Teil dazu beitragen, wenn sie die Handys sensibler machen würden und für niederschwellige Frequenzen auch im boomenden UMTS-Bereich ausrüsteten. Für den Sendemast in Hennen ist Dr. Doll daher auch für einen Standort „auf der grünen Wiese“. Iserlohn sollte seine Talkessellage ausnutzen und Sendemasten auf die umliegenden Höhen verlagern. Er kritisiert auch, dass die in Deutschland zulässigen Grenzwerte viel zu hoch seien und verwies auf so unterschiedliche Länder wie die Schweiz oder China, in denen die vorgeschriebenen Grenzwerte um ein vielfaches niedriger angesiedelt seien.
Prof. Dr. Dr. Gerhard Doll ging in seinem Vortrag auch auf die möglichen gesundheitlichen Folgen einer zu intensiven Strahlung ein, die besonders für Kinder, ältere oder gesundheitlich anfällige Menschen erhebliche Folgen haben können. Hauptsächlich betroffen seien das Nerven- und das Immunsystem. Schädigungen der DNS (Erbgut), der Spermien und von Embryonen können ebenso die Folge sein wie die daraus resultierende erhöhte Krebsgefahr. Er verwies dabei auf die „Nailäer Ärztestudie“ aus dem Jahr 2004, in der ein Expertenteam zu dem Ergebnis gekommen ist, dass sich im Bereich 400 Meter um den Mobilfunk-Sendemast die Krebserkrankungen im Untersuchungszeitraum von 1994 bis 2004 verdoppelt hätten. Die Situation in Hennen sieht er mit der in Naila als sehr vergleichbar an.
Als vorbeugendes Handeln empfiehlt Prof. Dr. Dr. Gerhard Doll, der selber sein Handy in der Hosentasche hatte, die optimierte Positionierung von Mobilfunk-Sendemasten, die Auslagerung aus Wohngebieten. Auch die technischen Möglichkeiten sollten ausgenutzt werden, um die baurechtlichen Handlungsmöglichkeiten der Gemeinden zu verbessern, was zu einer „Waffengleichheit“ mit den Betreibern führen würde.
In der anschließenden Diskussion ging Prof. Dr. Dr. Gerhard Doll auf die vielen Fragen der zahlreich erschienenen Besucher dieser Veranstaltung ein. Einer von ihnen, selber Mitarbeiter eines Mobilfunkanbieters, konnte durch sein Fachwissen einige technische Details sinnvoll erklären.
02:13
Frage : Gehört Dr. Gerhard Doll zufällig der örtlichen CDU an.
02:11
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02:07
bei #4 (frisch angemeldet ) und da ist Er wieder , der Alarmismus verbunden mit Esoterik ,Verschwörungstheorien und Geschäftemacherei . Kommt jetzt auch noch die Werbung für Dr. Grüns vermeintlichen Schutzchip und Geisterbeschwörung
22:30
Dass Mobilfunk konkrete Gesundheitsschäden verursacht ist erwiesen. Ich habe sie als Arzt bei meinen Patienten beobachten können und nach einer entsprechenden Sanierung verschwinden sehen. Wer diese Schäden leugnet, sagt bewußt die Unwahrheit im Dienste bestimmter Interessengruppen. Die Diskussion ist nur deshalb so aufgeheizt, weil die empfpohlenen Maßnahmen recht untauglich sind, und viele spüren, dass die desinformiert werden. Es ist ein Kampf von David gegen Goliath. Aber es gibt einen intelligenten Ausweg. Dazu muss man wissen, dass die biologischen Störwirkung elektromagnetischer Felder NICHT durch die mit den üblichen Messgeräten messbaren Wellen geschieht, sondern durch andere, darin enthaltene Wellen, die Nikloa Tesla schon vor über 100 Jahren beschrieben hat. Diese Wellen folgen etwas anderen physikalischen Gesetzen, insbesondere speziellen Resonanzgesetzen. Durch eine Technologie, die diese Gesetze nutzt kann man den biologischen Störeffekt dieser Wellen auslöschen. Ich praktiziere dies mit Erfolg seit 2001, viele andere schon viel länger und sogar an ganzen Mobilfunkanlagen. Da diese Technologie mit der gängigen Physik nicht erklärbar ist, wird sie immer noch allgemein für Scharlatanerie gehalten. Dies beruht auf einer Reihe von gravierenden Missverständnissen. Das ist das Problem. Glücklicherweise nutzen aber viele Tausende diese Technologie bereits fernab der festgefahrenen Diskussion in Politik und Wissenschaft. Es muss sich nur rumsprechen. Hier wäre ein Ort dafür.
16:02
Wer vergibt bei der IKZ die Prof-Ernennungen ?
Und verbreitet so viel Unsinn .
10:11
Ich kann mich meinem Vorredener nur anschließen.
Seit Jahren ziehen Leute durch Deutschland und behaupten anhand nicht repräsentativer Untersuchungen, dass Mobilfunkfrequenzen schädlich sind und treffen bei Menschen, die mit den physikalischen Grundlagen nicht vertraut sind, auf offene Ohren.
Viele der Behauptungen von Herrn Doll sind schlichtweg falsch.
- Die Tatsache, dass die Grenzwerte in der Schweiz geringer sind, ist korrekt, aber man sollte auch bedenken, dass es dort überwiegend nicht schafft wird diese Grenzwerte einzuhalten.
- Sein Vorschlag die Sendemasten auf irgendwelche Wiesen außerhalb aufzubauen bewirkt genau das Gegenteil. Je weiter ein Sende/Empfangsmast entfernt ist, desto mehr Energie wird benötigt um eine Verbindung zum Handy aufzubauen. Also wäre es sogar strahlungstechnisch sinnvoller die Stationen enger zu stellen.
- Wie Bogus schon geschrieben hat, so ist die Strahlung unterhalb eines Sende/Empfangsmasts am geringsten.
- Ebenso ist die genannte Nailaer Ärztestudie meiner Meinung nach kein stichhaltiger Beleg. Bei dieser Studie wurden Daten von Krankenkassen ausgewertet. Wie der Lebensstill (Essgewohnheiten, Stress, usw.) der 1000 untersuchten Menschen war, wird hierbei nicht berücksichtigt bzw. nicht erwähnt
- Noch abenteuerlicher ist die Behauptung, dass aufgrund von hochfrequenter Strahlung das Erbgut zerstört wird oder ähnliches. Hochfrequente Strahlung erwärmt höchstens Gewebe, aber zerstört kein Erbgut. Ein Handy, welches man sich ans Ohr hält, erwärmt den Bereich um den Kopf um höchtens 1°C, eine Mütze im Winter dagegen, erwämt den Kopf um mehrere Grad. Was wäre also nach der Theorie schädlicher...
Außerdem sind nach neusten Erkenntnissen nicht die hochfrequenten Strahlungen schädlich, sondern die niederfrequenten. D.h. jeder der in der Nähe von Hochspannungsleitungen oder Bahnanlagen wohnt, ist um ein vielfaches gefährdeter als in der Nähe von Sende/Empfangsmasten.
Abgesehen davon, das die CDU Hennen-Kalthof sich solch einen Experten einläd, finde ich die Tatsache, dass der IKZ hier so kritiklos darüber berichtet, traurig. Ich studiere zwar Elektrotechnik und bin mit diesem Thema vertraut, aber jeder Bürger ohne Hintergrundwissen bekommt hier nur eine Seite der Medallie vorgelegt. Eine kritische Gegenüberstellung der Argumente wäre hier für alle hilfreicher, damit sich jeder selber seine Meinung bilden kann.
Gruß
Lukas
20:38
Der liebe Herr Dr. Doll (woher er jetzt plötzlich seinen Prof. hat, müsste untersucht werden. Aber der IKZ lügt ja nie, wie wir alle wissen) geht mit seinen Theorien zum Mobilfunk schon längere Zeit hausieren. Seine Argumente sind jedoch weder neu, noch von ihm selbst und erst recht nicht wissenschaftlich belegbar. Auf dem Gebiet der Gesundheitsrisiken des Mobilfunks wird nämlich seid Jahren (fast Jahrzenten) heftig im Nebel gestochert. Auch das sollte der umtriebige Kieferorthopäde wissen. Leider lässt er andere (meist ebenso wenig stichhaltige) Theorien grundsätzlich nicht gelten. Es gilt, was er sich einmal in den Kopf gesetzt hat.
Nun muss man aber leider sagen, dass drei essenzielle Dinge in seinem Vortrag grundlegend falsch waren:
1. Physikalisch betrachtet ist die Strahlungsbelastung direkt unter dem Mast am geringsten.
2. Die größeren gesundheitlichen Gefahren gehen von dem Empfänger (das Mobiltelefon) aus, weil dort die elektro-magnetische Strahlung nah am Körper ist. Insbesondere, wenn der Sendemast weit weg ist, wird im Mobiltelefon die Strahlung erhöht, um den Kontakt zum Sender zu halten.
3. Falls vom Sendemast eine Gefahr ausgeht, dann wird diese dann erhöht, wenn mehrere Masten zu nah beieinander stehen, weil sich die Strahlung (die ja in wellenform ausgesendet wird) verstärken (oder auslöschen) kann.
Diese drei Punkte lassen aber nur folgende Schlüsse zu:
- Die geringste Gefahr besteht dann, wenn man kein Handy besitzt.
. Besitzt man ein Handy, dann sollte man es Zuhause (wegen der Wände und der dadurch wieder steigenden Strahlung am Handy) und im Auto ohne Handy-Außenantenne (wegen des Metallkäfigs) ausschalten
- Männer sollten das Handy niemals in der Hosentasche tragen und Frauen nicht an Brustgurten
- Kleinen Kindern ist das Telefonieren mit dem Handy vorsichtshalber ganz zu verbieten
- Am besten steht der Sendemast mitten im Wohngebiet, weil dann die Entfernung zu den Empfängern am geringsten ist. Im Idealfall noch auf Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern oder ähnlichen öffentlichen Einrichtungen, weil diese unter dem Sender die geringste Strahlung abbekommen.
Die genannten Punkte sind relativ gesichert, weil alten physikalischen Theorien entsprungen. Alles andere ist jedoch Murks. Vor diesem Hintergrund ist insbesondere die Überlegung, die Masten auf Bergen rund um eine Siedlung zu positionieren, so ziemlich das dümmste, was es gibt.
Leider findet man im Internet dermaßen viele Verschwörer (solche, wie den Herrn Dr. Doll), dass die dortige Recherche beinahe unmöglich ist. Da muss man schon klassisch in der Universitäsbibliothek gehen und ausgiebig lesen.
Zur CDU Hennen-Kalthoff: Vielleicht sollte man beim nächsten mal richtige Experten einladen und keine Zahnärzte, die zum marktschreierischen Alarmismus neigen. Solche Apologethen unterbinden vielmehr die kritische und wissenschaftliche Diskussion zu diesem Thema.
Es grüßt übers W-Lan - freie Internet,
Bogus