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Ganz „Nah dran“ an Lauterbach und Ohrt

13.12.2009 | 18:09 Uhr
Ganz „Nah dran“ an Lauterbach und Ohrt

Iserlohn. Heiner Lauterbach findet Daily Soaps okay, Christoph M. Ohrt ist manchmal ein Hypochonder und Dana Golombek träumt von Montpellier – all dies und viel mehr erfuhren die Theaterbesucher am Freitagabend beim „Nah dran“ mit Redaktionsleiter Thomas Reunert.

Zuvor gab es das Stück „Doppelzimmer“ von Stella Muller mit den drei Schauspielern.

Die Produktion der Komödie im Bayerischen Hof (München) unter der Regie von Pascal Breuer erwies sich vor allem im ersten Akt als etwas zähe Angelegenheit. So gut die Darsteller auch spielten, Inszenierung und Drehbuch ließen einige Längen aufkommen. Doch das Stück entwickelte sich, die Zuschauer im ausverkauften großen Haus lachten herzhaft und spendeten viel Applaus.

Zur Geschichte: Professor Meinunger (Heiner Lauterbach), Chef einer Privatklinik, erwartet hohen Besuch: Der Sohn des verstorbenen Inhabers will über die Nachfolge des Vaters entscheiden. Nur: Der Junior taucht gewöhnlich inkognito auf. Ist Simon Otto (Vladimir Weigl) der Juniorchef? Oder vielleicht der neue Haustechniker Ernst (Christoph M. Ohrt)? Niemand scheint das zu sein, was er vorgibt: Chefärztin Dr. Huhn (Dana Golombek) verbirgt etwas, Krankenschwester Isabella (Juliane Trimper) möchte lieber Schauspielerin sein und Zivi Ben (Philipp Danne) ist irgendwie fehl am Platze. Vor allem die Jungdarsteller Philipp Danne und Juliane Trimper brachten erfrischenden Schwung auf die Bühne, von Christoph M. Ohrt hätte man gerne noch mehr gesehen.

Nach zwei Stunden quetschten sich Hunderte von Besuchern in die Galerie des Theaters, viele blieben lange stehen und lauschten der Talkrunde. Zuerst bat Thomas Reunert Dana Golombek auf die Talk-Bühne. Sie fand das weihnachtlich geschmückte Parktheater „gut“, ja geradezu „pompös“. Die aus der Serie „Die Camper“ bekannte Darstellerin verriet, dass die Schauspielerei immer ihr Traumberuf gewesen sei, ihr Großvater Sänger und der Vater Opernregisseur waren und dass sie mal auf Lehramt studierte. Im September 1989 kam die in Brandenburg Aufgewachsene nach Berlin, im November fiel die Mauer: „Für mich öffnete sich eine neue Welt“. Sie lebt in Berlin, als zweiten Wohnsitz könne sie sich Montpellier in Südfrankreich vorstellen. Dana Golombek singt auch in einer Band. Weihnachten kocht sie etwas Traditionelles – sie liebt Deftiges.

Christoph M. Ohrt erwies sich als sympathischer, lustiger Kumpeltyp. Der Sohn eines Hamburger Schifffahrtskaufmanns ließ sich unter anderem in den USA zum Schauspieler ausbilden, lebte in New York, Los Angeles und Paris. Nach langer Zeit steht er nun wieder auf der Theaterbühne. Die monatelange Tournee ist eine neue Erfahrung für ihn, Ohrt vermist seine Familie. „Hat Ihnen eigentlich eine Frau schon mal das Gefühl vermittelt, ein Frauentyp zu sein?“, fragte Thomas Reunert, was Ohrt grinsend mit „Ja, da gab's mal eine.“ beantwortete. Weihnachten geht er übrigens nicht in die Kirche: „Ich bin Agnostiker.“ Und noch etwas verriet er: Dass er etwas hypochondrisch veranlagt sei - und seit Wochen „Grippe-Ping-Pong” mit dem Kollegen Heiner Lauterbach spiele.

Dieser erklärte im Gespräch mit Thomas Reunert, dass ihn seit Wochen eine starke Erkältung plage. Wegen der Erkrankung habe er keinen Sport treiben können und zwei Kilo zugenommen. „Wo?“, fragte sich manche Zuschauerin angesichts des muskulösen, durchtrainierten Körpers des 56-jährigen Lauterbach. Die aktuelle Tournee ist seine neunte, allerdings hat er seit zehn Jahren keine gemacht. „Das Theater ist die Basis und von der sollte man sich nicht allzu weit entfernen“, erklärte er. Theater, Film, Fernsehen, Hörspiele, Synchronarbeiten – Lauterbach hat viel gemacht, genießt Star-Status. Daily Soaps findet er in Ordnung: „Das würde ich auch machen, wenn ich nichts anderes zu tun hätte.“ Nur mit Reality-Formaten, die zweifelhafte „Stars“ ohne Talent und Bildung hervorbringen, hat er Probleme. Ohrt und Weigl kennt er schon lange; und er freute sich, mit der Truppe auf Tour zu gehen, die er „handverlesen“ mit zusammenstellte. „Schauspieler, Maskenbildner, Busfahrer – das muss alles zusammen passen, wenn man monatelang unterwegs ist. Wir leben dann doch wie auf einer Insel.“ Auf Zuschauerfragen nach neuen künstlerischen Projekten gab er preis, eine Ken-Follett-Verfilmung und einen Zweiteiler über den Zeppelin „Hindenburg“ gedreht zu haben, 2010 steht ein Film über Bernhard Grzimek an.

Gegen 23.15 Uhr endete der kurzweilige Theaterabend. Aber nicht, ohne dass Heiner Lauterbach Thomas Reunert ein Kompliment machte: „Sie machen das sehr gut, das wollte ich Ihnen noch sagen.“ Die Truppe kommt übrigens im Januar wieder mit dem Stück nach Iserlohn ins Parktheater.

Katja Hofbauer

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