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Feuerwehr alarmierte die Löschgruppen

31.01.2010 | 14:02 Uhr
Feuerwehr alarmierte die Löschgruppen

Iserlohn. Eigentlich waren stärkere Schneefälle ja für Freitag angekündigt. Als die dann weitgehend ausblieben und sich gegen Mitternacht sogar Wolkenlücken zeigten, dachten viele wohl, dass es das erst einmal gewesen ist. Und dann die Überraschung am Samstag, als doch alles tief verscneit war

Im Straßenverkehr dürfte dieser Überraschungseffekt zusätzlich für Probleme gesorgt haben. Die Straßen waren spiegelglatt, insbesondere dort, wo sich restliches Tauwasser unter die festgefahrene Scheedecke gemischt hatte. An diesen Stellen entstanden wahre Eisbahnen, so dass selbst von rutschenden Streufahrzeugen berichtet wurde.

Große Probleme bereitete die Situation der Feuerwehr. Fahrzeuge wurden mit Schneeketten ausgerüstet, für besonders heikle Fälle kam im Rettungsdienst sogar ein Geländewagen zum Einsatz. Um auch in den Außenbezirken die Hilfsfristen einhalten zu können, besetzten mehrere Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr ihre Gerätehäuser. Berichtet wurde weiterhin von mehreren Fußgängern, die bei Stürzen Frakturen erlitten hatten.

Es gab zahlreiche Unfälle, glücklicherweise aber nicht mit schwerwiegenden Konsequenzen. Kreisweit ereigneten sich von Samstag, 5 Uhr, bis Sonntag, 5 Uhr, 65 Verkehrsunfälle mit witterungsbedingten Ursachen, der Gesamtsachschaden wurde von der Polizei auf rund 128 000 Euro geschätzt. Drei Personen erlitten leichte Verletzungen. Teilweise waren die Straßen so glatt, dass selbst auf ebener Strecke kleinste Fahrfehler bestraft wurden. Und wirklich gefährlich wurde es an Gefällstrecken. An der Düsingstraße etwa stellten sich Busse der MVG quer. Überhaupt waren Verspätungen im Busverkehr an der Tagesordnung, besonders gefährliche Streckenabschnitte wurden teilweise ausgespart. Einige Straßenabschnitte in Iserlohn wurden phasenweise auch von der Polizei gesperrt, so etwa am Nußberg. Am Sonntagvormittag konnte dann erstmals von einer gewissen Entspannung der Lage gesprochen werden.

Besonders schwierig gestaltete sich die Arbeit für die Streudienste, die am Samstag gegen 3.30 Uhr ihre Arbeit aufnahmen. Da schneite es zunächst noch nicht, erst gegen 4.30 Uhr fielen die ersten Flocken, dann aber kam es geballt. Auf das Streuen von Salz wurde bald verzichtet. Zum einem, weil auch die letzten Vorräte fast verbraucht waren und der Rest für absolute Notfälle vorgehalten werden sollte, zum anderen weil sich aufgrund der dicken, festgefahrenen Schneedecke, die nicht mehr geräumt werden konnte, reines Granulat als geeigneteres Streumittel erwies.

Wunder konnten die Streudienste aber auch damit nicht bewirken. Häufig fuhr sich das Granulat in den Schnee ein, so dass die Wirkung nachlies. „Einige Hauptstrecken haben wir daher bis 14 Uhr bereits sechs Mal abgefahren”, berichtete Christian Gernert von den Stadtbetrieben. Querstehende Busse und steckengebliebene Lkw mussten teilweise per Handstreuung wieder flottgemacht werden. Der gewaltige Arbeitsaufwand sorgte dafür, dass auch am Samstagnachmittag noch keine Nebenstraßen bedient werden konnten - abgesehen von einigen wenigen bekannten Gefahrenstellen. Schneeverwehungen bereiteten an einigen Stellen im Stadtgebiet noch zusätzliche Probleme, im Bereich hegenscheid kam sogar eine Schneefräse zum Einsatz.

Stefan Drees

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