Ein Zeitungs-Kultur-Tag mit vielen Facetten
12.09.2010 | 20:48 Uhr 2010-09-12T20:48:00+0200
Iserlohn. Wenn gestandene Alphornbläser auf junge Rockmusiker treffen und fröhlich singende Frauen auf satirisch nachdenkliche Herren, wenn Schauspielerin Tanja Schumann von ihren Erfahrungen als Rennfahrerin plaudert und der Hauptdarsteller von Udos Flohzirkus verzweifelt im Foyer gesucht wird - dann ist wieder Zeitungs- und Theaterfest im Parktheater.
Auch die 13. Ausgabe der Erfolgsveranstaltung, die wie immer in Kooperation des Kulturbüros mit der Heimatzeitung über die Bühnen des Parktheaters gebracht wurde, zog gestern erneut Tausende Besucher an. Schon bei ihrer Begrüßung konnten sich Theaterdirektor „JoJo“ Jostmann und Redaktionsleiter Thomas Reunert über ein volles Haus freuen und ein ebenso volles Programm ankündigen, dessen Vielseitigkeit und Leuchtkraft auch die neue Theatersaison widerspiegelte.
„Wir wissen gar nicht, wohin wir zuerst sollen“, zeigte sich eine Besucherin schon fast übermannt vom Angebot an Theater, Tanz, Musik, Schauspiel, Kindertheater, Interviews, Zauber, Malerei, Pauken und Trompeten, das in sechs „Locations“ vom kleinen Studio bis ins „Große Haus“ zur Auswahl stand. Dieses Nonstop-Programm hatte schon zu Beginn mit einer kleinen Verzögerung begonnen, und so entwickelte sich der für die Besucher so leicht und beschwingt wirkende Tag für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kulturbüros und des Theaters zu einer bisweilen stressigen Angelegenheit. Schließlich galt es, mehr als 40 Programmpunkte reibungslos auf die Bühnen zu bekommen.
Positiven Stress gab’s in der „Budengasse“, wo unser Redaktions- und Vertriebsteam mit Leserinnen und Leserinnen ins Gespräch kam, es allerhand zu gewinnen gab und die jungen „ZEUSianer“ ebenso von ihrer Arbeit berichteten wie die Macher der Seniorenseite „BISS“. Gleich nebenan hatte Tanja Esser vom Fotostudio Lenne viel Spaß bei ihrer Arbeit mit den spontanen Fotomodellen, die sich für ein Erinnerungsfoto professionell ablichten ließen. Zu den absoluten Höhepunkten auf der Bühne zählte das Gesangsduo Leah Delos Santos und Yngve Gasoy-Romdal mit Musical-Stimmen, die unter die Haut gingen. Sein persönliches Highlight erlebte Theaterdirektor Jostmann, als sich plötzlich der Vorhang hob und die Stadtmusikanten ein „Happy Birthday“ auf seinen Geburtstag anspielten. Dazu gab’s Blumen von Bürgermeister Dr. Ahrens und eine Torte vom Team des Kulturbüros.
Eine solche Vielfalt an Kultur, zusammengeschnürt in einer geballten Ladung Freude und Unterhaltung - das gibt’s nur einmal im Jahr beim Zeitungs- und Theaterfest auf der Alexanderhöhe. Das weiß auch Comedian Kalle Pohl und kommt deshalb gern nach Iserlohn. „Bei meinem letzten Theatergastspiel hat uns das Publikum von der Bühne gehauen“, erzählt der Kölner im Gespräch mit unserem Redaktionsleiter Thomas Reunert. „Und die wollten nach dem Stück einfach nicht gehen“, erinnert er sich genau an die Iserlohner. „Denn sie wissen nicht, was sie erben“ heißt die neue Komödie, mit der Kalle Pohl, der eigentlich Koch werden wollte, für ein paar Jahre zur Polizei ging und erst dann in die Schauspielerei wechselte, ins Parktheater kommen wird. Und das durfte er am gestrigen Sonntag natürlich nicht verlassen, ohne ein paar Kostproben aus seinem Soloprogramm zu geben. Und damit sorgte er an diesem Tag für den Stimmungshöhepunkt im berstenden Löbbecke-Saal.
Auch Schauspielerin Tanja Schumann, bekannt geworden durch „RTL Samstagnacht“, freute sich, mit einem Ausschnitt aus ihrer aktuellen Theaterproduktion „Nie wieder arbeiten“ Geschmack auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr zu machen. Und sie verriet im Gespräch mit Thomas Reunert obendrein noch ganz Privates. So, dass sie sich von Helmut Zerlett überreden ließ, eine Rennlizenz zu erwerben, und dass sie trotz fehlender Gardemaße als junges Mädchen zwei Mal mit dem österreichischen Fernsehballett aufgetreten ist.
Es waren neben den Stars von Bühne und Fernsehen aber auch oder gerade die heimischen Künstler, Bands- und Ensembles, die das Zeitungs- und Theaterfest als Plattform nutzen konnten, sich einem großen Publikum von jung bis alt präsentieren zu können. Und da fielen der Frauenchor „Chornetto“ ebenso positiv auf, wie die ambitionierte Band „Stilfrei“, aber eben auch die vielen Mädchen und Jungen, die in der Kantorei singen und das Musical „Arche Noah“ aufgeführt haben, oder die in Iserlohner Tanzschulen ihre Freizeit sinnvoll und kreativ gestalten und damit anderen Menschen sogar noch Freude bereiten können.
So wie auch der Kabarettist Max Uthoff, der im Wechselspiel mit dem „Ersten Deutschen Zwangsensemble“ für die satirischen Momente des Festes sorgte. Mit scharfen Seitenhieben auf Politik und Wirtschaft, wobei ein Vorbeikommen am Thema Sarrazin natürlich unmöglich war. Und angesprochen auf den Kollegen Mario Barth, der große Stadien liebt, bekundeten die Mitglieder des „Zwangsensembles“, dass sie es doch vorziehen, ihrem Publikum nahe zu sein - so wie hier im Parktheater. Auch mit ihnen gibt es bald ein Wiedersehen in Iserlohn.
„Und hoffentlich auch mit den vielen Menschen, die heute hier waren“, zeigte sich Johannes Josef Jostman begeistert von der großen Bürger-Resonanz auf das 13. Zeitungs- und Theaterfest.
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