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Der Computer sagt, wo die Säge ansetzen soll

07.03.2016 | 14:38 Uhr
Der Computer sagt, wo die Säge ansetzen soll
Der bereits halbierte Stamm durchläuft die Gattersäge, hinten kommen dann Kanthölzer heraus.Foto: Michael May

Rheinermark.  Holz Bulter auf der Rheinermark verarbeitet im Jahr rund 10 000 Festmeter Fichte, Lärche, Eiche und Buche. Der „Rohstoff“ kommt überwiegend aus den heimischen Wäldern.

Wenn man tiefer ins Sauerland kommt, findet sich fast in jedem Tal ein Sägewerk. Aber auch im Iserlohner Norden gibt es seit 1948 einen solchen Betrieb, das Sägewerk Bulter auf der Rheinermark. 13 Mitarbeiter sind dort aktuell beschäftigt, pro Jahr durchlaufen rund 10 000 Festmeter Holz – vornehmlich Fichte, Lärche, Eiche und Buche – die zahlreichen Sägen.

Herzstück ist die große Gatter-Säge, in der Rundholz mit automatischem Vorschub mit mehreren Sägeblättern bearbeitet wird. Stämme bis zu einer Stärke von 60 Zentimetern können verarbeitet werden. Das Ziel, so Prokurist Christopher Ross, ist es natürlich, den Stamm optimal zu verwerten, so dass möglichst wenig Verschnitt übrig bleibt. Dabei sind auch Computer mit im Spiel. So wird ein Stamm, nachdem er vom Kranausleger auf die Förderanlage gelegt wurde, gescannt. Der Computer berechnet dann, mit welchem Zuschnitt der Stamm optimal verarbeitet werden kann. Kanthölzer, Bohlen, Bretter oder Latten entstehen so. Anschließend erfolgt der Zuschnitt nach Länge. Das Spektrum reicht von zwei bis fünf Metern, dazwischen sind 50-Zentimeter-Schritte möglich. Es können aber auch Sonderanfertigungen bis zu einer Länge von 11,50 Metern produziert werden. Neben der großen Gatter-Säge steht eine leistungsstarke Bandsäge bereit - hier werden auch Lohnarbeiten erledigt. Ein Kunde kann sich beispielsweise eine schwere Kastanie aus dem Garten wunschgemäß zuschneiden lassen. Auf der Bandsäge können sogar Stämme bis 1,10 Meter Durchmesser verarbeitet werden.

Hölzer mit Qualitätseinschränkungen werden zumeist zu Verpackungsholz verarbeitet. Besonders stabile Buchenkanthölzer gehen ebenfalls in die Industrie, etwa um schwere Lasten stapelbar zu machen. Überwiegend ist es aber Bauholz, das die Sägeanlagen verlässt.

Der Betrieb verfügt auch über eine große Trocknungsanlage, denn im Baubereich muss Holz technisch getrocknet sein. Außerdem werden die Hölzer, so gewünscht, imprägniert. Auch ist es möglich, das Holz auf 56 Grad zu erwärmen, um Schädlinge zu vernichten. Bei Exporten nach Übersee, so Christopher Ross, sei eine solche Behandlung sogar vorgeschrieben. Neben Bauholz werden auch Fassaden- und Profilbretter in unterschiedlichen Stärken und Qualitäten hergestellt. Die Hölzer können im Betrieb auch gehobelt werden. Beliefert werden Zimmereien und Schreinereien oder die Industrie. Aber auch Privatkunden können sich bei Holz Bulter mit den gewünschten Holzprodukten eindecken.

Der „Rohstoff“ kommt meist aus heimischen Wäldern

Und woher kommt der „Rohstoff“? Ganz überwiegend aus den heimischen Wäldern, sagt Christopher Ross. „Die Waldbauern sprechen uns an, teilen uns mit, was sie aktuell anbieten können. Umgekehrt fragen wir nach, wenn wir einen besonderen Lieferbedarf haben. Unser Sägewerk wird von den Waldbesitzern der Region sehr gut versorgt“, sagt Ross.

Nichts bleibt bei Holz Bulter übrigens unverwertet. Der anfallende Verschnitt wird zu Holzhackschnitzeln verarbeitet und weiter verkauft. Sogar das Sägemehl wird gesammelt und vermarktet.

Stefan Drees

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2016-03-07 14:38
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