„LGS-Park systematisch weiterentwickeln“
02.09.2010 | 16:12 Uhr 2010-09-02T16:12:00+0200
Hemer.Wenn das große Abschlussfeuerwerk am 24. Oktober erloschen ist, werden auf dem Gelände der LGS Bagger anrücken. Nicht so sehr, um Vorhandenes zu zerstören, sondern um Neues zu schaffen. Das wurde in der ersten Bürgerversammlung deutlich.
Über 200 Bürger waren am Mittwochabend im JuK zusammengekommen (wir berichteten), vor allem, um über den Stand der Planungen informiert zu werden. „Es gibt ein Sammelsurium von Ideen. jetzt gehen wir in die Phase der Konkretisierung“, sagte Bürgermeister Michael Esken. Auch wenn erste Entscheidungen im Rat erst am 14. September anstehen, einige Neuigkeiten gab es bereits.
So stellte Baudezernent Guido Forsting das große Wohngebiet an den Stadtterrassen vor. Wo heute der Parkplatz ist, soll noch Ende 2010 der erste Spatenstich für Wohnbebauung erfolgen. Ein Mehrgenerationenhaus ist geplant. Weitere 23 Bauplätze gibt es 2011. Insgesamt sind auf den 7,4 Hektar 180 Wohneinheiten möglich. Ersatzparkplätze für den Park soll es im Gewerbegebiet geben. Forsting stellte die Ziele aus dem Jahr 2007 mit den zahlreichen innerstädtischen Projekten der Realität gegenüber: „Vor zwei Jahren haben wir vieles gesagt und auch wirklich umgesetzt.“
Über die Veränderungen auf der Landesgartenschau berichtete Geschäftsführer Heiner Pierenkemper: „Wir vermeiden den Begriff Rückbau“. Bis auf einige Blumenbeete, Pflanzkübel und angemietete Pavillons bleibt der Großteil erhalten. Der Imker-Pavillon soll in den Park der Sinne. Über das Städtemosaik beraten am 7. September die Ortsteile. Das Café Flora wird wieder als Halle genutzt. Da der Fahrstuhl am Sportplatz verschwindet, wird ein neuer Zick-Zack-Weg gebaut, um die Treppen zu umfahren. Auch der Sportplatz soll im Frühjahr 2011 fertig sein.
Eine sinnvolle Folgenutzung für die noch leerstehenden Kasernengebäude gibt es noch nicht. Der Umzug der Musikschule oder der Stadtbücherei in das LGS-Gebäude werden diskutiert. Landschaftsarchitekt Ernst Herbstreit forderte den Erhalt der Gebäude: „Es gibt keine Gartenschau, die so kraftvoll vom Städtebau lebt, wie Hemer.“
Noch keine Lösung gibt es auch für das schwierige Thema Gastronomie. „Eine Parkgastronomie ist wichtig“, betonte Herbstreit. Der erfahrene LGS-Planer gab den Hemeranern zwei wichtige Ziele mit auf den Weg: „Wir müssen den Park auf dem hohen Niveau halten, das wir haben. Wir dürfen den Park nicht konservieren, sondern müssen ihn systematisch weiterentwickeln.“
Gerade zum Thema Weiterentwicklung gab es in der Sitzung keine Ziele oder Visionen. Einzig einige Bürgerideen vom Streichelzoo über Grillplätze und Klettergarten wurden vorgestellt. Weitere Ideen können über www.hemer.de an die Stadt gerichtet werden.
Auch eine gezielte Vermarktung der überregionalen Highlights wie Jübergturm, Skatepark, Irrgarten und Grohe-Forum forderte Herbstreit. Auch hierüber ist in der bisherigen Konzeption noch nichts zu lesen.
Beschäftigen muss sich die Politik auch noch mit dem Fortbestand der LGS GmbH und künftigen Events. Fünf große Open-Air-Veranstaltungen nannte Bürgermeister Esken als ein Ziel. Dafür müssten aber schon jetzt Verträge geschlossen werden. Erfolgreiche Gartenschauparks seien lebendig, werden bespielt, berichtete Ernst Herbstreit.
Bis zur Neueröffnung im Frühjahr soll es im Winter einige Events geben, damit Turm oder Spielplätze besucht werden können. Im neuen Jahr könnte die Dauerkarte dann rund 25 Euro, die Familienkarte rund 35 Euro und die Tageskarte 3 bis 5 Euro kosten. In Hamm kostet die Dauerkarte 20 Euro, in Oelde 30 Euro, in Rietberg 14 Euro.
Aus der Bürgerschaft kam auch die Forderung nach der Pflege des ehrenamtlichen Engagements. „Über 2000 Ehrenamtliche sind ein wichtiges Erfolgsrezept“, betonte Esken. Der Förderverein dürfte eine große Rolle spielen.
Die über zweistündige Versammlung im JuK zeigte, dass das Hauptaugenmerk zurzeit auf der Wiedereröffnung des Parks 2011 im weitestgehenden „Urzustand“ liegt. Von der geforderten „systemtischen Weiterentwicklung“ ist noch wenig zu hören.
20:01
@35 neid hat viele väter
07:42
Es fehlt jetzt noch die Übersicht, zu wieviel % sich die LGS zusammensetzt aus
1. Gartenschau
2. Event
3. Genuss am Felsenmeer und
4. Stadtsanierung Hemer.
09:44
In Hemer wird die Rechtsordnung durch die Parole im Namen der Landesgartenschau ersetzt. Armes Hemer!
22:51
@30
auch ein paar gepflasterte Plätze usw. sind ein langfristiger Gewinn, da sie ohne LGS nicht oder jetzt noch nicht gemacht worden wären.
Das Strohfeuer, wie Sie es nennen, ist schon ganz enorm; ein Konzept für die Nutzung danach sollte m.E. schon jetzt vorliegen, denn die Zeit bis zum 24.10. vergeht sehr schnell.
es kann aber nur ein Konzept sein für eine Zeit x, auf Dauer muss man dagegen immer neue Konzepte entwickeln oder das Ergebnis nach und nach verbessern - Stillstand, also Konzept und dann ist Ruhe - kann es bei diesem sensiblen Thema nicht geben.
17:39
@32 dass sieht man an deinen armseligen kommentaren
17:09
Ach Marwang, wir haben bei den gleichen Himmel, aber nicht den gleichen Horizont...
06:49
@30 immer der selbe mendener nörgler der in einer stadt lebt die nichts noch nicht mal marode gebäude saniert bekommt,aber über das erfolgreiche hemer herzieht da kann man schon verstehen dass der stachel tief sitzt weil hemers lgs ohne große staus und bahn sehr erfolgreich ist
23:43
Die LGS ist eben kein Selbstzweck. Es war bisher ein hübsches Strohfeuer, mehr nicht. Es wird höchste Zeit dafür zu sorgen, dass es einen langfristigen Gewinn für Hemer gibt. Ein paar gepflasterte Wege und Parkplätze sind das aber nicht. Es gibt quasi keine LGS die als Veranstaltung gescheitert ist.
Von daher liegt ein Großteil der Arbeit noch vor Euch.
22:19
@10
gegen meine ursprünglichen Bedenken hat sich die Sache LGS bombig entwickelt - da kann man nicht meckern - es stände auch anderen Kritikern gut zu Gesichte, zuzugeben, dass sie sich geirrt haben...
Natürlich ist die Zukunft offen, also Nachnutzung bzw. nachhaltige Nachnutzung einerseits und mögliche übrigbleibende von der Allgemeinheit in Hemer zu tragende Restkosten andererseits - für beides werden sich Lösungen finden. Erstmal kann man jedoch froh und glücklich sein, dass diese LGS (im Gegensatz zu anderen aktuellen und der einen oder anderen früheren Landesgartenschau) offenbar ein richtiger Publikumsmagnet ist (und das in diesem beschaulichen Hemer!) und dass durch die Maßnahmen im Vorfeld vieles in Hemer erneuert worden ist, was sonst auf Lichtjahre niemals erneuert, höchstens ausgebessert, worden wäre.
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im übrigen: je nach Tageszeit ist es manchmal schwierig von Deilinghofen nach Hemer und umgekehrt zu kommen, aber im großen und ganzen geht es besser, als gedacht
Trotzdem freue auch ich mich natürlich schon darauf, dass nach dem 24.10. die Schnellverbindung Deilinghof(en)er Straße endlich geöffnet wird
12:26
Faden verloren?
Wie sehen denn die Ziele und Visionen der Machbarkeitsstudie aus?