Kindergarten „Bärenbande“ unter Wasser
14.02.2012 | 17:50 Uhr 2012-02-14T17:50:00+0100
Hemer.Ein Rohrbruch hat in der Nacht zu Dienstag das komplette Gebäude der Kindertageseinrichtung „Bärenbande“ in Sundwig unter Wasser gesetzt. Auch Teile der unmittelbar angrenzenden Freiherr-vom-Stein-Schule sind betroffen. Sowohl der Kindergarten als auch die Schule bleiben deshalb bis auf weiteres geschlossen.
Die Leiterin der „Bärenbande“, Martina Hellmann, hatte den Schaden als Erste bemerkt, als sie gegen 6.45 Uhr in den Kindergarten kam. „Ich habe sofort das Rauschen und Plätschern gehört.“ Obwohl der Strom zu diesem Zeitpunkt bereits ausgefallen war und alle Räume im Dunkeln lagen, hatte Martina Hellmann keinen Zweifel am Ernst der Lage und alarmierte sofort die Feuerwehr.
Nachdem diese eingetroffen war, gelang es mit Hilfe des Hausmeisters der Schule, Christian Milkereit, die Wasserleitungen abzusperren. Martina Hellmann und ihre Mitarbeiterinnen hatten mittlerweile den „Notfallplan“ in Gang gesetzt. Die meisten Eltern der über 100 Bärenbanden-Kinder wurden über eine Telefonkette informiert, dass die Einrichtung geschlossen ist. Ein gutes Dutzend Eltern, die ihre Sprösslinge dennoch im Kindergarten abliefern wollten, mussten unverrichteter Dinge abziehen. Das Team des Kindergarten begann sofort, aus den unter Wasser stehenden Räumen Inventar in Sicherheit zu bringen: Möbel, Akten, Computer, Elektrogeräte, Spielzeug, Bücher. Aber jetzt schon steht fest, dass vieles so durchweicht und damit für immer unbrauchbar ist. Die Arbeit aller Helferinnen und Helfer war dabei nicht ungefährlich, denn in Fluren und Räumen fielen an zahlreichen Stellen nach und nach die Deckenplatten herunter. Die Verkleidungen von Deckenlampen waren so voll Wasser gelaufen, dass auch sie – nun kiloschwer – eine erhebliche Gefahr darstellten. Das Betreten der am schlimmsten betroffenen Bereiche ist nur mit einem Schutzhelm gestattet.
Die zuständigen Vertreter des Jugendamtes entwickelten für den Kindergarten schon am frühen Montag einen Ausweichplan. So werden die Kinder vorerst in freien Räumen des nahen Kindergartens „Rasselbande“ untergebracht, wohin auch gleich ein großer Teil des trocken geborgenen Materials transportiert worden ist. Zudem können auch Räume der Freien evangelischen Gemeinde für die Unterbringung der älteren Kindergartenkinder genutzt werden. Generell appellieren die Verantwortlichen aber an die Eltern, ihre Kinder – wenn möglich – in den nächsten Tagen zu Hause zu lassen. Aktuelle Informationen können unter der Rufnummer 02372/73594 eingeholt werden.
Obwohl im Falle der Grundschule große Teile des Gebäudes von der Wasserflut nicht direkt betroffen sind, musste der Schulbetrieb gestern abgebrochen und die Kinder nach Hause geschickt werden. Grund: solange das Wasser abgestellt ist, funktionieren natürlich auch die Toiletten nicht. Schulleiter Gert Wolff fällte deshalb frühzeitig die Entscheidung, dass die Schule zumindest auch am Mittwoch noch geschlossen bleibt. Jene Mädchen und Jungen, die am Dienstag nicht nach Hause geschickt werden konnten, wurden zunächst in den Räumen der Offenen Ganztagsschule betreut. Die Toiletten dort wurden im Notfall mit in Eimern herbeigeschafftem Wasser gespült.
Für das Chaos ist bis nach bisherigen Vermutungen ein Bruch der Feuerlöschleitung auf dem Dachboden verantwortlich, wie die Stadtverwaltung gestern Nachmittag mitteilte. Dafür spreche allein schon die enorme Menge des ausgetretenen Wassers. Die Leitung, die im Brandfall die Wandhydranten mit Löschwasser versorgt, ist zwei Zoll stark und der auf ihr lastende Druck beträgt sechs Bar. Für Klarheit soll vielleicht schon heute ein bestellter Gutachter bringen.
Bis zum Nachmittag waren mehr als 40 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Auch Bürgermeister Michael Esken machte sich vor Ort ein Bild von der Lage und ließ die Aktivisten mit heißer Suppe und Tee versorgen.
Ob der Betrieb der Grundschule schon am morgigen Donnerstag wieder aufgenommen werden kann, wird sich erst im Lauf des heutigen Mittwochs entscheiden. Aktuelle Informationen dazu finden sich unter www.ikz-online.de oder www.hemer.de.
07:56
heftig... bleibt zu hoffen, dass die städtischen Gebäude gut versichert sind und bald renoviert werden können.
Ein Gebäude nach einem solchen Wasserschaden trockenzulegen kann aber Monate dauern...