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CDU, FDP und UWG:

Gesamtschule soll wachsen, Hauptschule „geordnet auslaufen“

18.05.2012 | 19:47 Uhr
Gesamtschule soll wachsen, Hauptschule „geordnet auslaufen“
In Sachen Zukunft der Hemeraner Schullandschaft ziehen sie an einem Strick: Walter Gertitschke, Martin Gropengießer, Prof.Dr. Michael Rübsam und Arne Hermann Stopsack (v.l.)

Hemer. Die Schullandschaft in Hemer steht vor einer durchgreifenden Neuordnung. Die Ratsfraktionen von CDU, FDP und UWG haben sich darauf verständigt, die Gesamtschule auf eine künftige Sechszügigkeit auszubauen und dafür die Schulform Hauptschule in Hemer auslaufen zu lassen. Das einmütige Konzept der drei Fraktionen wurde am Freitag im Rathaus im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

Um den wachsenden Raumbedarf der Gesamtschule langfristig befriedigen zu können, soll die Realschule bereits in den Sommerferien 2013 von der Parkstraße in das Hauptschulgebäude an der Urbecker Straße umziehen. Die Hauptschule, die ab dem Schuljahr 2013/14 keine Eingangsklassen mehr bilden wird, würde dann in einem Teil des jetzigen Realschultraktes auslaufen. Weitgehend unberührt von diesem Gesamtkonzept bliebe das Woeste-Gymnasium, das unverändert am jetzigen Standort fortgeführt werden soll. Auch an den bestehenden Hemeraner Grundschulen wollen CDU, FDP und UWG solange nicht rütteln, bis ein dramatischer Rückgang an Lernanfänger dies zwingend notwendig machen könnte.

Die Fraktionsvorsitzenden Martin Gropengießer (CDU), Arne Hermann Stopsack (FDP) sowie der Stellvertretende UWG-Fraktionschef Walter Gertitschke machten ebenso wie Prof. Dr. Michael Rübsam (CDU) als Vorsitzender des Schulausschusses immer wieder deutlich, dass sie lange und hart um dieses Konzept gerungen haben. Zunächst in den einzelnen Fraktionen und dann gemeinsam. Die drei bürgerlichen Lager im Rat stünden nun zwar zu hundert Prozent hinter diesem Konzept, seien aber etwaigen Verbesserungsvorschlägen aus Reihen von SPD und GAH durchaus aufgeschlossen. „Das Thema ist so wichtig und emotional, dass wir uns einen breiten Konsens ausdrücklich wünschen“, so Gropengießer. Allerdings verfügen die Christdemokraten, Liberalen und Unabhängigen im Stadtparlament über eine klare Mehrheit von rund 60 Prozent, so dass sie ihre Vorstellungen auch allein auf den Weg bringen können.

Besonders schmerzhaft sei das geplante Aus für die Hauptschule, hieß es auf der Pressekonferenz unisono. Doch die seit Jahren zurückgehenden Anmeldezahlen ließenkeine andere Konsequenz zu.

„Wir können nicht Problemeanderer Städte lösen“

Oberstes Ziel von Schulpolitik müsse zudem sein, den Elternwillen umzusetzen. Deshalb ist es für die drei genannten Fraktionen keine Frage, die Gesamtschule von der zurzeit festgeschriebenen Vierzügigkeit auf sechs Züge zu vergrößern. Prof. Dr. Michael Rübsam: „Es soll künftig kein Hemeraner Kind mehr abgewiesen werden, das für die Gesamtschule angemeldet wird. Zur Not müssen wir sogar einen siebten Zug einrichten.“ Das gelte allerdings nur für Kinder aus Hemer. Rübsam: „Wir können nicht die schulpolitischen Probleme in Iserlohn und anderen Städten lösen.“

Durch den Umzug zur Urbecker Straße wollen die drei Fraktionen die Realschule keinesfalls schwächen, sondern stärken. In Absprache mit der Schulleitung soll ein Raum- und Umzugsplan erarbeitet und Geld für die Umsetzung aus der Schulpauschale bereitgestellt werden. Das heißt: die Realschule kann sich – in gewissem Umfang – nach ihren speziellen Bedürfnissen in ihrem für sie neuen Gebäude einrichten. Das Konzept stellt auch ein grundsätzliches Bekenntnis zur Realschule dar. Eine Sekundarschule als Nachfolgerin der Hauptschule wird abgelehnt, unter anderem weil sie ein paralleles Angebot zur Sekundarstufe I wäre, aber auch weil die gesetzlichen Rahmenbedingungen des Landes für diese Schulform noch unklar seien.

Im Vorfeld sind mit den Schulleitungen bereits Gespräche geführt worden und man sei grundsätzlich mit diesem Konzept auf offene Ohren und Zustimmung gestoßen. „An der Hauptschule ist man natürlich überhaupt nicht glücklich, aber Schulleiter Rüdiger Haertel ist sich bewusst, dass diese Schulform über kurz oder lang ohnehin verschwinden wird“, so Martin Gropengießer. Mit dem jetzt vorliegenden Konzept soll vermieden werden, dass die Hauptschule langsam in Richtung Gesamtschule ausblutet, sondern vielmehr „geordnet“ abgewickelt wird.

Insgesamt wollen die die drei Fraktionen keine Zeit mehr verlieren. Der Schullausschuss soll das Konzept voraussichtlich schon am 13. Juni beraten und die Verwaltung beauftragen, gemeinsam mit den Schulleitungen detaillierte Planungen zu erarbeiten. Schulausschuss und Rat könnten bereits nach den Sommerferien die skizzierte Entwicklung in Gang setzen.

Reinhard Köster


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