Ein besonderes Erlebnis
08.10.2010 | 17:44 Uhr 2010-10-08T17:44:00+0200
Hemer.Lebhaftes Kinderlachen schallte am Freitagmorgen vom Bahnsteig in Hemer: Mit dem Schienenbus kamen 135 Grundschüler der Mendener Bischof-von-Ketteler-Grundschule nach Hemer, um gemeinsam die Landesgartenschau zu erkunden.
„Fahrten mit Kindern sind immer etwas ganz Besonderes“, sagte Zugführer Achim Wagner nach der Ankunft in der Felsenmeerstadt. Gemeinsam mit Winfried Zawacki steuerte er ehrenamtlich den Schienenbus. Bereits am Donnerstag waren rund 300 Schüler der Anne-Frank-Schule von Menden nach Hemer gereist. Möglich gemacht hat das der Oesetalbahnverein in Kooperation mit dem Förderverein Schienenbus Menden-Sauerland, in dessen Besitz sich der dreizügige Schienenbus befindet.
„Für viele Kinder war das ihre erste Fahrt mit dem Zug überhaupt“, berichtete Lehrerin Ina Heise. Die kleine Reise mit dem Schienenbus sei ein besonderes Erlebnis, das die Schule den Kindern zugute kommen lassen wollte. Und die Kinder waren begeistert. Zwei Mädchen durften sich zudem über etwas ganz Besonderes freuen: Die beiden Schülerinnen feierten am Freitag Geburtstag, und so hielt Zugführer Achim Wagner spontan und unplanmäßig an der Haltestelle Höcklingsen an, wo für die beiden Geburtstagskinder bei einem Bäcker zwei Tüten Gebäck und Überraschungseier besorgt wurden.
Der Oesetalbahnverein freute sich über die positive Resonanz, auf die sein Angebot bei den Mendener Schulen gestoßen ist. Denn dies sei wichtig, wenn es um den Erhalt der Bahnstrecke (für den sich beide Vereine einsetzen) auch nach der Landesgartenschau gehe, betonte Ingrid Ketzscher vom Oesetalbahnverein. In einem zusätzlichen Schienenbus präsentierte dieser zudem mit einer Foto-Ausstellung seine Arbeit sowie bisherige Fahrten.
Am 23. Oktober, so berichtete der Oesetalbahnverein, wird es wieder eine Pendelfahrt nach Dortmund geben, dann soll auch die Foto-Ausstellung in dem Schienenbus am Bahnhof erneut zu sehen sein.
16:22
Dass man in NRW nur wenig von ÖPNV versteht, kann man an der Verkehrsachse Iserlohn - Hemer - Menden sehen.
Im Einzugsbereich einer knapp 15 km langen Bahnstrecke liegen drei Städte mit über 30.000 Einwohnern. Und da soll keine Nachfrage vorhanden gewesen sein ? Die Bundesbahn ging noch nach dem Motto wir haben das Angebot, danach hat sich die Nachfrage zu richten. Das klappt natürlich nicht, und deswegen wurde die Strecke 1989 auch platt gemacht.
Hätte die Strecke die Regionalisierung 1994 noch erlebt, hätten wir jetzt die Chance, im 20 Minuten-Takt von Letmathe nach Menden zu fahren, mit einer Stadtbahn. Das geht nicht ? Dann schaut mal nach Karlsruhe, wo die Albtalbahn fast alle Nebenstrecken, die ganz oder teilweise stilllegungsgefährdet waren, übernommen hat, elektrifiziert hat und in dichtem Takt mit Straßenbahnfahrzeugen bedient. Mit Fahrzeiten, von denen man in den Bussen nur träumen kann.
Nur in NRW klappt sowas nicht. Da haben wir schließlich den Ballungsraum Rhein-Ruhr, nur der ist wichtig. Der Rest ist unbedeutendes Landvolk...
14:11
@ #26
Es geht um eine Bahnverbindung Hemer - Menden - Fröndenberg - Dortmund, nicht nur Menden - Hemer allein!
Die DB hat den Personenverkehr auf der Strecke in der finsteren Zeit vor der Bahnreform und vor der Regionalisierung aufgegeben.
Sie wollte eine Brücke aus Kostengründen nicht mehr sanieren und Bus und Bahn machten sich wegen Fehlplanungen ruinöse Konkurrenz.
Außerdem fuhr sie mit katastrophalem alten und unkomfortablen Wagenmaterial.
Das alles kann und muss man bei der Reaktivierung besser machen.
Die schlimmen Zeiten der Bahnstrecke zum Ende der 1980er Jahre darf man deshalb vergessen. Das bekommen wir in Zu(g)kunft alle viel besser hin, da bin ich sicher.
14:01
@26: Die damalige Deutsche Bundesbahn hat sehr sehr viele Strecken in der Fläche wirtschaftlich ruiniert. Zunächst wurden immer höhere Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit einer Strecke gestellt, dann durch unterirdisch schlechte Fahrpläne auch die letzten Kunden vergrault. In Hemer hat das lange nicht gereicht, erst musste eine dramatisch total marode Brücke als Stilllegungsgrund herhalten. Für Hemer reichte als Stilllegungsgrund schon die Bahnübergänge an der Hauptstraße.
11:31
Junge, fahr mit den Busen der märkischen ferkehrsgesellschaft zum Arbeitsamt und lass uns in Ruhe.
10:58
@27 wer hat den nach deiner meinung gefragt,tippfehler schenke ich dir als andenken
09:27
Genau Marwang - die mfg buse. Die Mendener werden vielleicht bedauern, dass sie keine LGS haben, aber dafür haben sie einen Duden. Wobei: das ist kein Tippfehler - das ist blanke Unwissenheit.
09:15
Mal eine Frage an alle Bahnbefürworter: Wenn die Bahnverbindung zwischen Menden und Hemer so toll, sinnvoll und lohnenswert ist - Warum hat die DB diese Strecke aufgegeben?
Die Antwort darauf sollte eigentlich alle weiteren Fragen klären...
07:53
das die lgs ohne bahn ein grosser erfolg wurde trotz größter bedenken einiger besser wisser beweist das hemer die bahn nicht braucht für ein paar hobby bahner,die haben die möglichkeit im neuen märklin geschäft in hemer zu spielen nebenbei sind die mfg buse halb leer richtung menden also ist eine bahn nur ein reines verlustgeschäft wie früher, aber die mendener haben ja sonst nichts positives in ihrer stadt um über hemers erfolge sich schwarz zu ärgern
21:52
Offenbar hat noch niemand gemerkt, dass die Bahn kein staatliches Unternehmen mehr ist. Die vielen Privaten fahren mit z.T. erheblichen Gewinnspannen. Wirklich auf Kosten der Steuerzahler werden nur die Straßen finanziert, die eine tatsächliche Subvention für den Pkw-Verkehr darstellen.
Industrieknechte wie der letzte Liberale namens Gerd blenden die wesentlichen Teile der verkehrspolitischen Realität gerne aus. Vielleicht liegt es daran, dass er sich mittlerweile in einer Splitterpartei befindet. Rein rechnerisch dürfte er zwischen Lüdenscheid und dem Mendener Klärwerk der einzige verbliebene Stänkerer sein.
14:07
@ #19 und #21
Die Oesetalbahn ist der Bahnanschluss für Hemer, Menden hat ja eh schon einen. Die Bahn gibt es schon viel länger als das Auto - und es gibt sie immer noch, weil sie in vielen Belangen dem Straßenverkehr weitaus überlegen ist (geringer Rollwiderstand, eigener Fahrweg, Viel-auf-Einmal-Transport, Komfort für Fahrgäste und noch jede Menge mehr). Was ist an moderner Bahntechnik denn nostalgisch? Was ist am öffentlichen Schienenpersonenverkehr und Bahngüterverkehr Hobby? Es sollen später im Alltagsbetrieb keine Schienenbusse oder Dampfloks fahren, sondern komfortable moderne Fahrzeuge - wie schon auf den Dortmund-Pendelfahrten im Mai. Wie kann man sich als Stadt freiwillig vom Schienennetz abhängen lassen wollen?
Und gerade Hemer hat doch fast ideale Voraussetzungen für lohnenden Bahnverkehr.