100 Prozent für 9000 jubelnde Menschen
30.07.2010 | 23:18 Uhr 2010-07-30T23:18:00+0200
Hemer.18.30 Uhr. Noch mehr als zwei Stunden, bis Silbermond auftreten. Von Nervosität ist bei den vier Musiker nichts zu spüren, als sie einen Raum im Grohe-Forum betreten, um sich den Fragen der Journalisten zu stellen. Im Gegenteil: Freundlich schütteln sie Hände, lächeln und nehmen in kleinen Ledersesseln Platz.
„Kommt ruhig näher“, fordert Frontfrau Stefanie Kloß die Journalisten auf. Ihre großen Augen strahlen, sie trägt eine schwarze Lederjacke zu weiten Jeans, die Fingernägel sind schwarz lackiert, große silberne Ohrringe blinken unter den dunklen langen Haaren hervor. Locker schlägt sie die Beine übereinander. „Ich schlage vor, wir fangen einfach an“. Keine Berührungsangst, keine Starallüren. So abgedroschen das Wort sympathisch bei der Beschreibung von Stars wirken mag - die vier Silbermonde sind sympathisch. Und authentisch.
Ihren Soundcheck haben sie schon hinter sich. Zeit, um die Landesgartenschau zu erkunden, hatten Stefanie, Andreas (Schlagzeug), Thomas (Gitarre) und Johannes (Bass) allerdings noch nicht. „Aber wir haben die Einladung, später noch herumzugehen“, sagt Thomas.
Für Blumen kann sich nämlich auch eine der erfolgreichsten deutschen Rockbands begeistern. Privat lasse sich der Beruf des Musikers mit einer Begrünung des Wohnzimmers allerdings nur schwer in Einklang bringen, ergänzt Sängerin Stefanie. „Meine Eltern schenken mir schon keine Blumen mehr, und wenn, dann ist es ein Kaktus“. Und bei Andreas wird eine abgeknickte Zimmerpflanze schon mal erfindungsreich mit einem Schlagzeug-Stick wieder in Position gebracht.
Noch bis Mitte September sind Silbermond auf ihrer „Nichts passiert“-Tour. Alltag lässt sich da auch abseits von Blumen nur schwer beibehalten. „Aber wir vermissen ihn auch nicht“, sagt die zierliche Frontfrau. „Wenn wir auf Tour sind, dann sind wir wie eine kleine Familie.“ Seit 12 Jahren machen sie zusammen Musik. „Wir haben Spaß an dem, was wir machen“, sagt Thomas. „Und wir wissen dieses Privileg zu schätzen.“
Währenddessen strömen draußen die Fans auf das Gelände. 9000 Menschen sind gekommen, um die vier Musiker aus Bautzen (Sachsen) live zu erleben. Für sie spiele es keine Rolle, ob sie auf großen oder auf kleinen Bühnen stehen, sagt Stefanie. Sie wollen ihren Fans immer eine gute Show bieten. „Die Leute kommen ja nicht, weil wir so coole Typen sind, sondern weil sie unsere Musik hören möchten“, ist sich die Sängerin sicher. Sie alle wollen deshalb bei jedem Konzert musikalisch top sein - „aber wir nehmen uns die Freiheit, auch mal einen Songtext zu vergessen“, fügt sie hinzu und lacht. „Sonst könnten wir auch einfach ein Band abspielen.“
Nein, das Publikum will die vier Monde live sehen. Denn das ist eine der großen Stärken der Band - nicht umsonst sind sie dieses Jahr nicht nur mit einem Echo als „Beste deutsche Rock/Pop-Band“ ausgezeichnet worden, sondern haben auch eine Trophäe als „Bester Live-Act“ bekommen.
Erfolg hin, 12 Jahre Band-Erfahrung her: „Nervös ist man immer vor einem Auftritt“, betont Stefanie. Auch wenn man es keinem der vier anmerkt. Die Stunde vor jedem Auftritt gehört deshalb den Musikern ganz allein: Dann bereiten sie sich vor, singen und spielen sich ein. Und sie geben sich die Hand, bevor sie ins Scheinwerferlicht treten. Das ist ihr Ritual, dann sind sie für ihre Fans da, geben 100 Prozent. Der Dank des Publikums gestern Abend ist der Jubel von 9000 begeisterten Menschen.
18:09
@ Kein Provinzdenker:
Natürlich, wir Hemeraner sind schon immer lustige Vögel gewesen :)
19:00
Ich hab Sie auch gern.
18:07
@41 der utan muß zu allem seinen senf dazu geben
20:47
zum Beispiel um 17:32, du alter Puppenkopp.
17:32
@39 manche schreiben dummes zeug auch früher
17:04
Natürlich, wer in Marwangs Welt um 23:22 Uhr noch nicht im Bett liegt, der muss in der Kneipe sein. Alles andere gibt es gar nicht.
14:24
@37 die uhrzeit des kommentators sagt alles bestimmt gerade vom kneipenbesuch nach hause gekommen
23:22
Hemer ist lustig. Es war nur Silbermond und keine wirklichen Stars, die sonst ein ganzes Fußballstadion füllen würden. Aber man tut so als stünde man mit London auf einer Stufe.
18:55
Wenn ich zu einer Großveranstaltung gehe, sei es ein Bundesligaspiel oder ein Konzert, dann plane ich auch für die Abreise einige Zeit ein, da es nunmal dauert bis alle die Veranstaltung mit dem Auto verlassen haben.
Hier mal ein Tipp für diejenigen, die nicht so lange in der Abreiseschlange stehen wollen: Einfach eiune halbe Stunde vorher die Veranstaltung verlassen und wegfahren ;)
18:14
Kritik hin oder her. Wir sind nur dieses nörgelige Rumgememme leid.