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Holzwirtschaft

Alpine Gerätschaften im Andreasberg

21.05.2012 | 18:10 Uhr
Alpine Gerätschaften im Andreasberg
Mit schweren Maschinen wird das Holz aus dem Wald gebracht.

Haspe. Die steilen Hänge des Andreasberges in Haspe gehören zu den unzugänglichsten Waldgebieten in Hagen. Dort können gefällte Bäume nicht mit den herkömmlichen Maschinen oder gar mit Rückepferden aus dem Forst geschafft werden. Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) hat deshalb die Schweizer Firma Hobi engagiert, um die schweren Stämme aus dem abschüssigen Gelände bergen zu können.

Der Seilkran, mit dem die Eidgenossen in Haspe anrückten, kommt normalerweise in den Alpen zum Einsatz. „Unsere Berge sind freilich noch steiler“, zeigt sich Fostwart Vincenzo Goloti (23) aus Davos, der die aus Raupe und schwerem Traktor bestehende Arbeitseinheit bedient, von den Hasper Hängen unbeeindruckt. Herzstück der Anlage sind das 400 Meter lange Stahlseil mit dem daran befindlichen und im Prinzip wie eine Gondel funktionierenden Schlitten, in den die Baumstämme eingehängt und nach oben gezogen werden, sowie der furchteinflößende Prozessorkopf mit Rädern, Messern und Säge, der auch dickste Stämme wie Streichhölzer hochhievt, entastet und zerteilt. „Ich liebe diesen Job, die körperliche Arbeit und dass ich unter freiem Himmel sein darf“, freut sich Goloti, fürwahr ein Naturbursche und Vorzeige-Schweizer.

Natürliche Verjüngung verschiedener Baumarten

2000 Festmeter Holz, das entspricht etwa 1500 Fichten, Kiefern, Lärchen und Laubbäumen, hat Förster Michael Knaup zum Abholzen freigegeben. Ursprünglich sollten nur einige vom Borkenkäfer geschädigte Fichten am Fuße des Andreasberges gefällt werden, doch von der inzwischen weitgehend zugebauten Voerder Straße aus existiert keine Zuwegung in den Wald. Als Alternative blieb nur, die Stämme per Seilkran die jähe Wand hinaufzubefördern, auf der Suche nach einem Unternehmen mit geeignetem Maschinenpark wurde Knaup schließlich in der Schweiz fündig. „Damit sich das Engagement rechnet, und zwar sowohl für die Firma als auch für uns, haben wir ein 2000-Festmeter-Paket geschnürt“, erläutert Knaup. Geerntet würden vornehmlich minderwertige Bäume, die in den nächsten Jahren ohnehin an der Reihe gewesen wären. 40 bis 95 Euro pro Festmeter will Knaup, je nach Qualität, für das Holz erlösen: „Die Verträge mit einem Sägewerk in Wipperfürth sind schon unter Dach und Fach.“

Die Schneisen der Verwüstung, die die Seiltrasse in den Steilhang reißt, sind bereits in einem Jahr zugewachsen und nicht mehr zu erkennen. Zwar bleibt der Andreaswasserweg für Spaziergänger noch bis Ende Mai gesperrt, doch dafür wird die Waldfläche geschont. Ausgenommen die Waldwege werden auf dem Boden keine Maschinen bewegt. In den Wunden, die die Stämme ins Erdreich wühlen, finden die Samen künftiger Waldgenerationen ein hervorragendes Keimbett. „Wir rechnen mit der natürlichen Verjüngung verschiedener Baumarten“, so Knaup. „Darauf deuten bei der Fichte die vielen Zapfen hin.“ Insgesamt soll am An­dreasberg ein gesunder Mischwald emporwachsen, der sowohl ökologischen Anforderungen als auch dem Bedürfnis der Bevölkerung nach Erholung gerecht wird.

Hubertus Heuel



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