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SPD-Parteitag

SPD schüttet Gräben zu

11.06.2012 | 08:00 Uhr
SPD schüttet Gräben zu
Als Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes bestätigt: Jens Bennarend. Foto: Jan Dinter / Archiv

Gladbeck.   Jens Bennarend wurde beim SPD-Parteitag als Vorsitzender in seinem Amt bestätigt. Zugleich war es ein Parteitag der kontroversen, ja selbstkritischen Diskussion.

Jens Bennarend (40) bleibt Vorsitzender des SPD-Stadtverbands. 76 (von 91) Delegierte stimmten beim Parteitag der SPD in der Awo Brauck für ihn.

Ein ordentliches Ergebnis, das den wieder gewählten Parteichef selbst allerdings wohl am meisten überrascht hat. Zwar gab es keine anderen Bewerber für das Amt, doch im Vorfeld des Parteitags hatte es auch aus den Ortsvereinen heraus deutliche Kritik an Bennarends Amtsführung gegeben.

Mangelnde Kommunikation zwischen Vorstand und Ortsvereinen war einer der Kritikpunkte, ein anderer, noch gravierenderer jedoch, die Fehleinschätzung Bennarends im Fall des Ex-Genossen und SPD-Vorstandsmitglieds Thomas Weijers. Der war schon im November 2011 zu den Piraten übergelaufen, hatte dies aber erst im Frühjahr öffentlich gemacht. Auch die SPD erfuhr erst durch einen offenen Brief in der WAZ davon. Besonders pikant: Bis zu dem Zeitpunkt Anfang April war Weijers noch als Kassierer zuständig für die Parteifinanzen.

Mit großer Offenheit gestand Jens Bennarend, ein langjähriger Freund von Thomas Weijers, vor den insgesamt 93 Delegierten seine Fehler selbstkritisch ein.

„Ich habe zu lange an Freundschaft und Loyalität geglaubt“

„Ich habe zu lange an Freundschaft und Loyalität geglaubt und den Punkt verpasst, an dem diese Loyalität nicht mehr vorhanden war.“ Thomas Weijers habe Verrat an der Partei, ihren Werten und Idealen begangen, aber „auch an mir als Mensch und Freund“, drückte Bennarend seine tiefe Enttäuschung über den ehemaligen Weggefährten aus. Über seine Sympathie für die Piraten habe Weijers, anders als er selbst es behauptet hat, im Vorstand nie gesprochen.

So viel glaubwürdige Betroffenheit kam gut an bei den Genossen, sie zollten Bennarend langen Beifall. Gut möglich, dass dessen ehrliche Aufarbeitung der Geschehnisse auch dazu beitrug, die zweite, wichtige Abstimmung dieses Parteitags positiv zu entscheiden. Dabei ging es um eine Satzungsänderung, mit der der 2001 geschaffene Stadtausschuss, gegründet zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Vorstand und Ortsvereinen, wieder abgeschafft wird. Statt dessen soll der von acht auf fünf Personen verkleinerte Parteivorstand 18 Beisitzer bekommen, je zwei aus jedem Ortsverein.

Das Thema „Stadtausschuss“ heiß diskutiert

Das war ein im Vorfeld ebenfalls heiß diskutiertes und zudem heikles Thema. Die Konstrukteure des Stadtausschusses sahen darin neben der besseren Kommunikationsmöglichkeit mit der Basis immer auch ein Kontrollgremium für den Vorstand. Gerade am Stadtausschuss wurden aber auch die Gräben innerhalb der Partei und persönliche Auseinandersetzungen immer wieder deutlich: Die Front verläuft zwischen den Ortsvereinen Ellinghorst, Rentfort, Ost und Teilen von Mitte auf der einen Seite, und Schultendorf, Zweckel, Brauck, Rosenhügel und Butendorf auf der anderen.

Partei schlägt nun ein neues Kapitel auf

Das galt zumindest bis zu diesem Samstag. Seitdem aber sind die Verhältnisse in der Gladbecker SPD verändert. Während sich die einstigen Gründer und Befürworter des Gremiums, Wolfgang Wedekind (Ellinghorst) sowie Jürgen Linau-Seifer (Mitte), in der bekannten Kampf-Rhetorik übten („Abschaffung bedeutet die Rückkehr zu alten Zeiten mit einem Ayatollah“), reichte für viele überraschend Christa Bauer, Vorsitzende in Ost, die Hand zur Versöhnung. „Der Stadtausschuss hat sich nicht bewährt. Man muss sich in einer Partei nicht lieben, aber wir müssen die Animositäten beiseitelassen und wieder mehr auf einander zugehen.“ Die Abstimmung, nötig war eine Zweidrittel-Mehrheit, belegte den Stimmungswechsel: Mit nur acht Gegenstimmen und zwei Enthaltungen war der Stadtausschuss Geschichte. Und die SPD schlägt ein neues Kapitel auf.

Maria Lüning



Kommentare
25.06.2012
13:38
SPD schüttet Gräben zu
von ichbinnureinbuerger | #7

Jungejunge, mal zu den Fakten:

1. Bennarend wusste schon lang um die Geschehnisse (s. auch Kommentar #1)
2. Bennarend ist menschlich enttäuscht. Da sage ich:Willkommen in Ihrer Welt Herr Bennarend. Mit solchen Intrigen sind Sie doch, wenn ich mich recht erinnere, an den Parteivorsitz gekommen.
3. Wie man am Rande des Parteitages mitbekommen durfte, ist Bennarend ja wohl auch nicht ganz unschuldig an dem Zerwürfnis, angeblich wusste er um die von Weijers finanziellen Unregelmäßigkeiten seit einigen Monaten und hat versucht sie totzuschweigen. Soweit jedenfalls aus dem Umfeld des Parteivorstandes...

Aber was will man erwarten.
Einen Vorteil hat die Sache: Die Fassade des Triumvirats Roland-Hübner-Bennarend brückelt gewaltig!

Übrigens: Warum berichtet eigentlich keiner über die von Bennarend vorgenommene Schelte der Gladbecker Bürger, die entgegen seiner Anweisungen gegen die A52 gestimmt haben?

12.06.2012
18:03
SPD schüttet Gräben zu
von Palstek | #6

Im Grunde ist es doch einfach: Wegen seiner maßlosen Selbstüberschätzung und seines schon pathologischen Geltungsdrangs wird Herr Weijers auch weiterhin jede Freundschaft in den Dreck ziehen wenn er einen Vorteil daraus ziehen kann. Die Piraten werden es irgendwann auch noch merken was die Feuerwehr schon vor 2 Jahren schmerzlich registrieren musste. Mit solchen Leuten geht man keine Bindung ein.

1 Antwort
SPD schüttet Gräben zu
von ichliebekoenigsblau | #6-1


ja , was hat die FW denn schmerzlich registriert ?
DAS nunmehr vieles zum positiven verändert wurde ! DAS stimmt !

aber zugeben wird u. will das niemand , weil die Feiglinge , Redeverbot haben !
und das in einer sogenannten Demokratie ! DAS sind die Fakten ; aber mach schön die Augen zu, und verbreiten Unwahres.

Die die Materie kennen wissen es besser, viel besser ! Mr.Palstek lol

12.06.2012
12:08
SPD schüttet Gräben zu
von RolfSchlaegel | #5

Ich kann hier nicht für die SPD sprechen, aber wenn das stimmt, was man hier in der WAZ lesen konnte, ging es nicht um Kritik, sondern u.a. darum, dass Herr Weijers schon monatelang in einer anderen Partei mitarbeitete und gleichzeitig noch Funktionen in der SPD hatte oder es ging darum, dass er bei der Feuerwehr eine Übung boykottierte.

1 Antwort
SPD schüttet Gräben zu
von ichliebekoenigsblau | #5-1


DAS waren 17 Mann , R Schl.

und nicht einer , aber ich wiederhole : ihr kaumwissen ist ja inzwischen schon berüchtigt
aber , "wichtig mitreden"

12.06.2012
09:36
SPD schüttet Gräben zu
von KAIL | #4

#3 bloß nicht Kritik erlauben, ist das der Teamgeist der SPD???????

11.06.2012
23:01
SPD schüttet Gräben zu
von RolfSchlaegel | #3

Ich weiß natürlich nicht, wann wer welche Email bekommen hat, aber Fakt ist doch, dass Weijers sich sowohl bei der Feuerwehr als auch in der SPD als nicht teamfähig und Kameradensch... bewiesen hat.

1 Antwort
SPD schüttet Gräben zu
von ichliebekoenigsblau | #3-1

jawoll

dieser Rolf Sch. "weiß mal wieder über alles Bescheid " und absolut garnichts ! !

weniger ist mehr , oder ? !!!
siehe unter 4 ! !
man muss Wissen, und nicht irgendwas nur vermuten ; junge junge
zuletzt waren die Linken dran , jetzt die SPD ; und immer wieder noch nicht einmal halbwissen

11.06.2012
12:23
SPD schüttet Gräben zu
von KAIL | #2

wer hat den wohl mehr Verrat an den Werten und Idealen begangen ,wie die SPD selber.

1 Antwort
SPD schüttet Gräben zu
von ichliebekoenigsblau | #2-1

jawoll

und Frau Bauer ist jetzt zur "Mutter Theresa" der SPD mutiert ? !

Reichlich spät derart Erkenntnis , Frau Bauer ; der Sumpf ist zuuu tief ;

denke u.a. an die Bau-Sonder-Genehmigung des Eigenheim Umbaus

11.06.2012
11:06
SPD schüttet Gräben zu
von ichliebekoenigsblau | #1

Auch die SPD erfuhr erst durch einen offenen Brief in der WAZ davon. ??????

was wird denn hier , dem Leser ,dem Wähler suggeriert ! ??

am Donnerstag, 08.März 2012 17.25 Uhr wurden die SPD Leute per mail informiert !
UND
am 30.März in der WAZ gestanden ; ca. 3 Wochen später ! ! ! !

wer verbreitet jetzt unwahres/unrichtiges ?? !!

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