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Made in Gelsenkirchen

18.01.2012 | 06:00 Uhr
Made in Gelsenkirchen
Dreharbeiten für den Kurtzfilm "Begegnung" im Kino Schauburg. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen Hollywoodreife Szenen haben sich in Buer abgespielt: Mit einer Schlägerei auf der Horster Straße zogen die Dreharbeiten des Kurzfilms „Begegnung“ die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich. Die 50-köpfige Crew hatte zuvor im Kinosaal der Schauburg gedreht. Deutsche und Türken stehen zum Thema Vorurteile vor der Kamera.

Mit Behlül Taskingül und Florian Prokop sind auch zwei Gelsenkirchener Gesichter in dem Film zu sehen, die anderen Darsteller reisten aus Berlin zum Dreh ins Ruhrgebiet. Die Verantwortlichen wollten an authentischen Schauplätzen zum Thema Vorurteile drehen.

Wo Zuwanderung nicht Theorie ist

„In einer Stadt, wo Zuwanderung nicht Theorie, sondern lebendiges Beispiel ist“, so Produzent Yildiray Cengiz. Schauburg, Maelostraße, Goldbergplatz und Horster Straße sind es letztendlich geworden. In abgesperrten Bereichen wurden verschiedene Szenen, darunter auch eine handfeste Auseinandersetzung, gedreht.

Die Schauspieler (v.l.) Behlül Taskingül und Can Aydin mit Berna Keklikler, die als Miss Turkuaz 2011 ihre erste Rolle in einem Film erhielt. Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool

Bereits früh morgens ging es mit einer Szene im Kinosaal los. „Dort kommt es zu einer vermeintlichen Konfrontation zwischen einem Deutschen und einem Türken.“ Im Verlauf des Films werden dem Zuschauer in Traumszenen mehrere Ausgänge dieser Konfrontation präsentiert.

Am Ende kommt alles anders: Einer der Streithähne wird zum Lebensretter des anderen. „Das Thema Vorurteile kommt zwar vor, aber es steht nicht im Zentrum des Films“, so Özgür Ekinci von der Produktionsfirma „Ekip Integram“ über die Herangehensweise. „Da wir auch Nachtszenen drehen, werden wir mindestens bis 22 Uhr im Einsatz sein.“

Die Miss Turkuaz ist dabei

Ihren ersten Auftritt als Schauspielerin feiert in „Begegnung“, so der Arbeitstitel des Streifens, Berna Keklikler. Sie stammt ebenfalls aus Gelsenkirchen und ist die amtierende Miss Turkuaz Germany. Das ist kein Zufall: Der Film ist ein Projekt der Produktionsfirma und Marketingagentur „Ekip Integram“, die im Wissenschaftspark beheimatet ist. Das Unternehmen organisiert die deutschlandweite Misswahl für türkischstämmige Frauen.

Nach den Dreharbeiten steht nun die sogenannte Postproduktion an. Der Film wird im Anschluss zu verschiedenen Kurzfilmfestivals eingeschickt. „Auch im türkischen Fernsehen soll der Film ausgestrahlt werden“, erklärt Özgür Ekinci. In Gelsenkirchen wird es voraussichtlich im September eine große Premierenfeier geben, bei der der Film dem Gelsenkirchener Publikum präsentiert wird. Auch in Berlin, der Heimat von Drehbuchautor und Regisseur Paul Scharf, wird der Streifen gezeigt.

„Ekip Integram“ plant zudem eine Neuauflage der Türkischen Filmtage, die vor zwei Jahren erfolgreich im Kino an der Adenauer Allee gefeiert wurden. Auch dann wartet auf die Besucher mit „Begegnung“ großes Kino „made in Gelsenkirchen“.

Patrick Schleu

Kommentare
18.01.2012
12:19
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2012-01-18 06:00
Gelsenkirchen, Film, Dreharbeiten, Deutsche, Türken in Deutschland, Türken, Vorurteile
Gelsenkirchen