Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 17°C
Gastronomie

Italienisch mit System

04.06.2011 | 12:00 Uhr
Italienisch mit System
Die Gastronomie im Schloß Horst in Gelsenkirchen läuft seit 1. Juni unter dem Label “Fabbrica Italiana“. Das Unternehmen betreibt bereits ein Restaurant in Hattingen. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen. Vom Bahnhof ins Schloss: In Hattingen hat Mike Seydock einen ausrangierten Gleisanschluss gastronomisch belebt. Hüben wie drüben setzt er nun aufs gleiche Konzept. Schloß Horst ist jetzt auch Station der Fabbrica Italiana .

Der Name verspricht geschmacklich alles von Pizza über Pasta bis Panna Cotta. Die Preise haben mittleres Niveau. „Wir versuchen, die frische italienische Küche zu leben. Die lieben wir“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Mike Seydock. Und auch der Küchenchef hat sie im Blut - elterlicherseits. Franco Signarowski hat italienische Vorfahren. Mit seiner Mannschaft ist er noch in der Eingewöhnungsphase. In Kürze soll es auch eine wechselnde Wochenkarte geben.

100 angemeldete Gäste

13 feste Stellen wurden in Horst geschaffen, zum 1. August werden zwei Auszubildende beschäftigt. Mittwoch hat die Fabbrica Italiana ihre Pforten geöffnet. Betriebsleiterin Kathryn Böger, zuletzt im Essener Holiday Inn leitend tätig, hatte bereits jede Menge Reservierungen für den Abend. Über 100 Gäste hatten sich angemeldet. Tags zuvor bei der Inbetriebnahme mit geladenen Gästen war der Schlosskeller voll mit „allem, was Rang und Namen hat“, sagt Seydock und weiß: „Die Neugier und das Interesse sind groß.“ Das Schloss ist schließlich gute Stube der Stadt. Da werden gehobene Erwartungen mit dem Start verbunden.

Seydock sieht sein Lokal als „Restaurant für die ganze Familie“. Da zu der Kinder gehören, hat die Fabbrica spezielle Bambini-Menüs kreiert und sich auch spielerisch auf ganz junge Gäste eingestellt. Der Außenbereich wurde mit einer großen Sandkiste und Kletterturm aufgerüstet, im Keller verbirgt die Fassade einer Holzburg diverse Spielstationen mit Entertainment. Wie in Hattingen werden auch Kinderdisco, Kinderfeste und (an jedem 1. Sonntag im Monat) kostenloses Kinder-Pizzabacken mit dem Chef persönlich zum Fabbrica-Angebot gehören. Die Konzentration auf die Kleinen macht für Seydock Sinn: Schließlich bestimmten „Kinder oft, wo die Eltern hingehen.“ Beim Fabbrica-Konzept folgt Seydock einem klaren System. „Aber wir sind keine Systemgastronomie.“

300.000 Euro in Ausstattung und Küche investiert

Von einem hochfeinen Speiselokal ist das Schloss in etwa so weit entfernt wie das Gemäuer von der Renaissance. Gediegen-rustikal ist das Interieur. Stilvolle Lüster, große Schwarz-weiß-Fotos, Weinregale und eine ansprechende Bar gehören dazu. Der Boden wurde mit Eichen-Dielen ausgelegt, das Mobiliar extra aus Teak gefertigt. Gut 300.000 € wurden i­n die Ausstattung und eine neue Küche investiert. Die Geschäftsleute gehen nicht unerhebliches Risiko. Bürgerstube, Schlossküche und Turmzimmer, die drei Biergärten mit über 240 Plätzen wollen gefüllt sein.

Über zehn Jahre läuft zunächst der Pachtvertrag – mit Option auf weitere zweimal fünf Jahre. Im März hat die Fabbrica Italiana den Zuschlag bekommen – auch für das alleinige Catering bei Veranstaltungen in und am Schloss, für die Festbewirtung und Hochzeiten. Ohne die Zusage, gesteht Seydock, hätte er sich kaum ins Schloss getraut.

Jörn Stender



Kommentare
Aus dem Ressort
Gelsenkirchener Wandertag findet trotz Sturmschäden statt
Wandertag
Beinahe wäre der 28. Wandertag den Ela-Sturmschäden zum Opfer gefallen, doch die Organisatoren haben eine spannende Strecke gefunden, die keine Gefahren birgt. Start und Ziel ist am Sonntag, 19. Oktober das Sportzentrum Schürenkamp. Ausnahmsweise gibt es aber nur eine, statt zwei Strecken.
Ferien im Stadtteil Schalke
Ferienprogramm
Der Workshop „talentCAMPus“ in Gelsenkirchen richtet sich an neu zugewanderte Jugendliche. Sie können in der ersten Woche der Herbstferien ihren Stadtteil Schalke besser kennenlernen und viel in der Gruppe entdecken
Mängel: Barrierefreiheit an Horster Straße in Gelsenkirchen
Barrierefreiheit
Die Gelsenkirchener Stadtverwaltung und die Bezirksregierung Münster bestätigen die Mängel. Nachbesserungen sollen zu einem für alle tragbaren Konsens führen. Schlimmster möglicher Fall: die Rückforderung der Fördergelder.
Land zahlt nicht für geduldete Flüchtlinge
Asylbewerber
565 Asylbewerber leben derzeit in Gelsenkirchen. 263, also fast die Hälfte, sind Flüchtlinge aus Serbien, Mazedonien oder Bosnien-Herzegowina, neuerdings „sichere Herkunftsländer“. Hinzu kommen 453 Personen aus den drei Balkanstaaten Serbien (303), Mazedonien (138) und Bosnien-Herzegowina (12), die...
Heiteres aus dem Bereich - Die wichtigste Nebensache
Freistoß-Spray
Es gibt Geschichten, die sind so bedeutungslos, dass sie schon wieder eine bekommen, wenn Medien nur oft genug darüber berichten. Etwa wenn es um das Freistoß-Spray geht, das laut Uefa an den Spieltagen der Champions League zum Einsatz kommen soll.
Umfrage

Im Essener Folkwang-Museum denkt man derzeit über freien Eintritt für die Besucher nach - zumindest samstags. Im Gelsenkirchener Kunstmuseum gilt schon längst an allen Tagen: Eintritt frei. Auch ins Horster Schloss kommt man für wenige Euro in die sehenswerte historische Schau. Was meinen Sie, sollte der Eintritt zu Museen generell frei sein?

 
Fotos und Videos
Ganz Gelsenkirchen singt
Bildgalerie
Day of Song 2014
Schalke feiert Derbysieg
Bildgalerie
Bundesliga