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Preisverleihung

Rü-Award geht an Peaches, Plan B und Klub 100

21.03.2010 | 15:59 Uhr
Rü-Award geht an Peaches, Plan B und Klub 100

Essen. „Plan B“, „Klub 100“ und „Peaches“ - so heißen die Gewinner des Rü-Awards, der am Samstag in den Katakomben verliehen wurde. Dort feierte sich der Stadtteil mit der größten Gastronomiedichte selbst - und bewies, dass Essen den Nachbarstädten in Sachen Nachtleben in nichts mehr nachsteht.

Viel Pomp, viel Glanz und oft viel Rauch um nichts - wenn in Hollywood die Oscars verliehen werden, ist Selbstinszenierung das A & O. Lobt Rüttenscheid einen Award aus, geht es ganz in Revier-Manier authentischer zu. Da heißt die begehrte Trophäe schlicht Rüdiger (eigentlich „Rü-diger“), schenken die Kellner Stauder statt Sekt aus und gehen die Erlöse nicht in die Kasse der Preisträger sondern an eine karitative Einrichtung.

Wie so viele gute Ideen ist auch der Rü-Award am Tresen aus der Taufe gehoben worden. Eine Privat-Initiative um Dirk Grünstäudl, Mode-Designer und bekennender Fan des Rüttenscheider „dolce vita“, hob den Gastronomie-Preis aus der Taufe. Seit Januar konnten alle Nachtschwärmer im Internet in den drei Kategorien Tanzfläche, Veranstaltung und Kneipe für ihren Favoriten abstimmen.

Ein Stadtteil als riesige Tanzfläche

Stimmgewaltiges Duo: Benny & Joyce bewiesen, dass Rüttenscheid auch musikalisch eine Menge zu bieten hat. Foto: H.W.Rieck

Dass sie mit dem Publikumspreis den richtigen Riecher hatten, zeigte sich am Samstag im Katakombentheater. Vor ausverkauften Reihen wechselte die Trophäe, eine stilisierte Zeche, ihre Besitzer. Bereits zu Beginn wurde es spannend - Peaches, Goethe-Bunker und das MB28, ehemals Rossi-Club, kamen in der Kategorie Tanzfläche unter die besten Drei.

Die Nase vorn hatte schließlich das Peaches, das seit dem vergangenen Jahr in den Räumen der ehemaligen Capri-Bar Tanzwütigen ein Zuhause bietet. Laudator Caba Croll, seit Jahrzehnten feste DJ-Größe im Ruhrgebiet, macht schnell deutlich, dass eigentlich Rüttenscheid als riesige Tanzfläche gewonnen habe. Da konnte ihm auch Moderator Björn Schüngel, Stimme von Radio Essen, nur zustimmen. „Früher hieß es immer, dass man in Essen nicht feiern kann. Mittlerweile haben wir das Bochumer Bermuda-Dreieck überholt. Und ganz im Ernst: Auf die Junggesellenabschiede in Düsseldorf sind wir sowieso nicht scharf.“

„Wir müssen noch mehr die Werbetrommel rühren.“

Wie sehr Rüttenscheid seine Attraktivität auch in puncto Veranstaltungen steigern konnte, wurde bei der Verleihung des zweiten Preises deutlich. Dort schafften es die Partyreihen „NYC Rockstation“, „Alle in den Bunker“ und „Klub 100“ unter die ersten Drei. Dennoch fand Laudator Rolf Krane kritische Worte: „Wir haben in Rüttenscheid manchmal an die 30 Veranstaltungen im Monat - Theater und Gruga gar nicht mitgezählt. Manchmal weiß das allerdings keiner. Wir müssen noch mehr die Werbetrommel rühren.“ Den Preis teilen sich nun die beiden Plattenpäpste Klaus Fischer alias DJ Fishi und Hakan Candas alias Dr. H, die mit ihrem „Klub 100“ mittlerweile fester Bestandteil in zahlreichen Clubs sind und dort vor allem die Ü30-Generation mit House-Beats auf Betriebstemperatur bringen.

Dr. Thomas Stauder, Miteigentümer der gleichnamigen Brauerei, überreichte schließlich den Award in der Königsklasse - die beste Kneipe. Ein Feld, auf dem sich der 43-Jährige nicht nur beruflich auskennt - schwärmte er in seiner Laudatio schließlich selbst von der ein oder anderen Kneipentour im Essener Süden. Der Rü-Award sei längst überfällig - immerhin verfüge kein anderer Stadtteil über eine so große Gastronomiedichte wie Rüttenscheid. Etwa 160 Betriebe - von der Pommesbude bis zur edlen Szenebar - haben sich mittlerweile angesiedelt.

Nicht der Standort, sondern die Betreiber machen eine gute Kneipe aus

Vor ausverkauften Reihen wurde der Rü-Award im Katakomben-Theater verliehen. Foto: H.W.Rieck

Dabei macht nach Meinung von Stauder nicht der Standort, sondern der Betreiber eine gute Kneipe aus - ein Attribut, das wohl auf alle nominierten Bars zutrifft. In die engere Auswahl schafften es Bliss, FCUK Yoga, Miamamia, NYC, und das Plan B. Als glückliche Gewinner standen am Ende Andre Moré und Andre Pohland, Betreiber des Plan B, auf der Bühne - und bewiesen in einer vor Stolz fast sprachlosen Dankesrede direkt, dass die Rüttenscheider Gastroszene zusammenhält. Ihren Preis, eine Zitty-Card, die in einer Auflage von 20.000 im gesamten Ruhrgebiet für die Gewinner-Kneipe werben soll, wollen sie sich mit den anderen Nominierten teilen - damit der gesamte Stadtteil etwas davon hat.

Einer der sich genau darum verdient gemacht hat, Rüttenscheid in alle Munde zu bringen, ist Rolf Krane. Laudator und WAZ-Gastronomie-Experte Michael Köster lobte, dass der IG Rü-Chef auch heiße Eisen wie die Rü-Sperrung anpacke und für seinen heiß geliebten Stadtteil kämpfe. Als Dankeschön bekam Krane einen Ehren-Rüdiger und zeigte sich gerührt: „Mit diesem Gemeinschaftsgefühl können wir Rüttenscheid noch weiter nach vorn bringen“, gab sich Krane in seiner Dankesrede optimistisch.

Auch die Initiatoren um Grünstäudl blicken bereits in die Zukunft und hoffen auf eine Neuauflage des Rü-Awards im kommenden Jahr. Dann böte sich auch die Chance, Gastronomen ins Rampenlicht zu rücken, die diesmal zu kurz kamen - etwa eine Kategorie für Kneipenklassiker wie Ampütte, Eule oder Brenner . Denn einen Preis, den haben eigentlich alle verdient, die Rüttenscheid so lebenswert machen.

Jennifer Schumacher



Kommentare
29.03.2010
16:01
Rü-Award geht an Peaches, Plan B und Klub 100
von Totti 1 | #21

@Normalo
Fakt ist, das es erst einmal um den guten Zweck gehen sollte. Und glaube mir es gibt wohl kaum einen der dafür nicht verständnis hat. Und gerade nicht ich, der selber auch als Kind eine niederschmetternde Zukunftsprognose von den Ärzten erhalten hatte.Deswegen finde ich solche Aktionen auch sehr positiv. Ich habe Beruflich viel mit Gastronomen zu tun, und auf den Rue-Award angesprochen gab es kaum einen Gastronomen der von den Initiatoren auf die Aktion hingewiesen worden ist. 3 Tage vor ablauf der Wahl haben die erst eine Mail erhalten, und es wurden auch keine Plakate und Flyer in allen teilnehmenden Lokalen verteilt. Ob jetzt jemand gewinnt oder verliert spielt eigentlich keine Rolle, nur sollte es auf ehrliche Art und Weise sein, und da sollten die Initiatoren einfach mal die Ergebnisse offen legen, weil ich kann einige Gastronomen verstehen wenn die sagen das Ergebniss stimmt nicht, weil sie es besser gaschafft haben Ihre Stammkunden zum voten zu animieren. wenn eine Bar sagt sie haben mindestens 450 Stimmen von Ihren Stammis erhalten, dann haben diese locker über 20% der Stimmen erhalten und sollten damit eigentlich unter den ersten 5 sein, oder nicht?, und wenn das nicht der fall ist, kann man sich über das Endergebniss nur wundern! Oder warum sagen die Initiatoren nicht den Gastronomen über die Ergebnisse bescheid? Also bleibt weiterhin ein Zweifel der richtigkeit der Ergebnisse im Raum, und das ist schade zumal es um eine eigentlich gute Sache ging

28.03.2010
14:05
Rü-Award geht an Peaches, Plan B und Klub 100
von Normalo | #20

@Totti

Aus Dir spricht die Verbitterung von Entäuschung. Der Vorwurf des Betrugs basiert doch nur aus gekränkter Eitelkeit. Ich fahre oft genug Freitag abends am Plan B vorbei und? Das Ding ist brechend voll. Das ist ein gastronomischer Erfolg, den ich den Verantwortlichen gönne. Man bemüht sich und hat vielleicht mit gleichem Aufwand wie andere mehr Erfolg. Der Preis interessiert mich gerade einmal garnicht. Ich persönlich hätte die Yoga Bar gewählt, ich habe aber auch vielleicht eine andere Ansicht. Es gibt viele Betriebe die es verdient hätten, aber es kann nur einen geben.

25.03.2010
20:37
Rü-Award geht an Peaches, Plan B und Klub 100
von Totti 1 | #19

Das können die ja nicht machen, sonst würde Ihr Voting Betrug ja auffallen, und die Stammgaststätte der Initiatoren würde vielleicht nicht mehr als Sieger da stehen.

25.03.2010
17:47
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25.03.2010
12:50
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25.03.2010
08:28
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25.03.2010
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25.03.2010
08:27
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24.03.2010
22:01
Rü-Award geht an Peaches, Plan B und Klub 100
von stocky | #13

Kann mich Totti nur anschließen, wenn die verantwortlichen wirklich mut zur Wahrheit hätten würden Sie die Votin-resultate offen legen.

24.03.2010
15:38
Rü-Award geht an Peaches, Plan B und Klub 100
von Christophstreet | #12

Gaststättenbesitzer und Gaststättenbesitzerlobbyisten promoten sich gegenseitig und tun so, als hätts was mit Rüttenscheid und seinen Bewohnern zu tun. Hauptsache, man ergattert Werberaum in den Medien. Die WAZ sollte das nicht nur aufklären, sondern sich auch mal überlegen, warum sie sich eigentlich zur Gratisreklame für Gewerbetreibende hergibt. Muss man sich nicht wundern, wenn dann die Zahlen nicht stimmen und man Redakteure entlassen muss.

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