Chris Vega schmiss Verwaltungsjob für Musikkarriere
21.04.2012 | 17:00 Uhr 2012-04-21T17:00:00+0200
Essen. Der Musiker Chris Vega schmiss seinen Verwaltungsjob als Beamter bei der Stadt Essen und arbeitet mit seiner Band „Zero“ am großen Durchbruch. Bis es soweit war, musste sich der Musiker, der unter anderem schon mit Keith Caputo, Luxuslärm und Stoppok auf der Bühne stand, durchbeißen.
„Zero“ ist in ausgefransten Lettern auf den rechten Unterarm von Chris Vega tätowiert. Damit hat der Essener Ausnahme-Gitarrist nicht nur den Namen seiner Band, sondern auch einen bedeutenden Wendepunkt in seinem Leben für immer markiert. Von Null anfangen wollte er damals, nachdem er seine Beamtenlaufbahn als Stadtsekretär im mittleren Dienst aufgegeben und seine Karriere in der Gewerkschaft Verdi geschmissen hatte. „Seelenfänger“ wurde er genannt, weil er mit seinen Berufseinsteiger-Seminaren so viele neue Mitglieder akquirierte. Ein Leben, in dem sich Chris Vega nicht wiederfand. Der damals 24-Jährige wollte sich endlich wieder auf das konzentrieren, für das er geboren ist: die Musik. Doch der Schritt vom Schreibtischtäter zum Rockmusiker kam nicht aus heiterem Himmel.
Vega wächst in Frohnhausen in einer Musiker-Familie als Kind der klassischen 68er-Generation auf. „Alte Fotos zeigen meine Eltern mit langen, wallenden Haaren und Gitarre unterm Arm in der Gruga“, sagt Vega und lacht. Schon mit neun Jahren nimmt ihn sein Vater mit zu Konzerten, seine Mutter singt. Eine Kindheit zu den Klängen von Janis Joplin und Jimi Hendrix prägt den jungen Chris Vega. Schon im Alter von 12 Jahren spielt er in ersten Coverbands, nimmt schließlich auch Gesangsunterricht.
„Du musst zäh sein in dieser Branche“
Wie seine eigene Band schließlich heißen soll, das steht für Chris Vega schon vor der Gründung fest. „Zero“, also „Null“. Was dann folgt, sind Jahre des Durchbeißens und Kämpfens. Vega tingelt mit diversen Coverbands durchs Nachtleben und schlägt sich durch. Alkohol, Frauen, Räumungsklagen - es ist eine Zeit, die das typische Klischee eines Rockstars erfüllt - und eine, auf die Vega nicht stolz ist. „Du musst zäh sein in dieser Branche“, sagt Vega.
Die amerikanische Musikerin und Gesangslehrerin Pamela Falcon, die im vergangenen Jahr bei „The Voice of Germany“ auftrat, bringt Vega schließlich ins größere Geschäft. „Durch den Auftritt mit ihr haben sich für mich viele Türen geöffnet“, sagt Vega. Auch mit „Zero“ geht es aufwärts. 2007 nimmt die Band in Hamburg ihre erste EP auf - unter der Regie von Aha- und Peter Maffay-Produzent Peter Keller. Sie treten als Vorband für The Cult in der ausverkauften Kölner Live Music Hall, mit der skandinavischen Band Sunrise Avenue und mit dem ehemaligen Life of Agony-Frontmann Keith Caputo auf. Der renommierte Gitarren-Hersteller Music Man nimmt Vega sogar neben Größen wie Steve Lukather (Toto) und Steve Morse (Deep Purple) in seine Künstler-Liste als Gesicht der Marke auf.
Chris Vega bereut den Schritt, den sicheren Hort des Essener Rathauses verlassen zu haben, keineswegs. Mittlerweile kann er gut von seiner Musik leben. Stefanie Heinzmann, Stoppok, Luxuslärm, Juli und Right Said Fred sind nur einige Künstler, mit denen er bereits auf der Bühne stand. Sein Hauptaugenmerk liegt aber auf Zero. Am 31. März präsentierten die vier Musiker ihr zweites Album „Welcome to Wonderland“ im Essener Colosseum. Im Sommer folgen Auftritte in Norddeutschland und am 6. Juli im Blue Shell in Köln. Jetzt fliegt Vega erst einmal nach Teneriffa, wo er gemeinsam mit anderen Musikern als Coverband auftritt. Von seinem einstigen Image als „harter Junge“ hat er sich längst verabschiedet. Auch sein Verhältnis zu Popmusik habe er grundlegend geändert, sagt Vega: „Es gibt keine schlechte Musik. Nur schlecht gemachte.“
13:29
wahrscheinlich verträgt sich der Lebensstil eines Möchtegern-Rockers einfach nicht so sehr mit den Werten, die man als Beamter vertreten muss :-)
14:15
das ist ja gar nicht zu verstehen.sowas kann man als stadtbediensteter ja wohl nebenbei erledigen und greift noch gut ab dabei.