Sieben Tonnen PCB-Müll bei Essener Entsorgungsfirma gefunden
26.06.2012 | 06:11 Uhr 2012-06-26T06:11:00+0200
Essen. Sieben Tonnen PCB-haltige Abfälle sind auf dem Gelände einer Essener Entsorgungsfirma gefunden worden. Laut Umweltministerium besteht der Verdacht der illegalen Sondermüll-Entsorgung. Die Firma besitzt demnach keine Genehmigung zur PCB-Entsorgung.
Auf dem Gelände der Essener Entsorgungsfirma Harmuth sind über sieben Tonnen PCB-haltiger Abfälle entdeckt worden. Es handelt sich dabei um festes Material, Bauschutt und Kehricht, das „mehr als 50 Milligramm PCB pro Kilo enthält“, sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung Düsseldorf.
PCB, polychlorierte Biphenyle, sind giftige und krebsauslösende Chlorverbindungen . Nach Auskunft der Behörde habe jedoch keine Gefahr für Bevölkerung und Umwelt bestanden.
Die Abfälle waren in der vergangenen Woche bei einer Anlagen-Überwachung entdeckt worden. Laut Umweltministerium besteht der Verdacht der illegalen Sondermüll-Entsorgung. „Wir sind eingeschaltet“, bestätigt ein Sprecher von Umweltminister Johannes Remmel (Grüne). Das „schwebende Verfahren“ wolle die Landesregierung zunächst nicht kommentieren.
Lieferwege des Bauschutts verfolgt
Offenbar hatten Kontrolleure der NRW-Umweltbehörde die Lieferwege des Bauschutts verfolgt und waren dabei auf die Essener Firma gestoßen, die keine Genehmigung zur PCB-Entsorgung besitzt.
Ob Mitarbeiter des Entsorgungs-Unternehmens mit den Abfällen in Berührung gekommen sind, wird noch überprüft. Die drei Container stehen nun im so genannten Sicherstellungsbereich des Firmengeländes. „50 Milligramm pro Kilo sind nicht wenig, sind keine spaßige Angelegenheit. Das Zeug eignet sich mit Sicherheit nicht dazu, dass man Kinder darin spielen lässt“, erklärt der Sprecher des Landesamtes für Natur-, Umwelt und Verbraucherschutz, Peter Schütz. Die Bezirksregierung ermittelt nun.
Dichtungsmasse aus einer Schulsanierung
Der Giftskandal um die Dortmunder Entsorgungsfirma Envio ist die bundesweit größte PCB-Katastrophe der letzten Jahrzehnten. Hier gibt's Informationen, Dokumente, Hintergründe, Videos und Fotos zum PCB-Skandal im Dortmunder Hafen auf einen Blick!
Harmuth-Geschäftsführer Stefan Strüngmann erklärte dieser Zeitung, es gehe um Dichtungsmasse aus einer Düsseldorfer Schule, die kürzlich saniert worden sei. Der Abfall solle in der Müllverbrennungsanlage Herten entsorgt werden. „Wir haben dort in vier bis sechs Wochen einen Termin. Es wäre nicht sinnhaft gewesen, das Material auf dem Schulhof stehen zu lassen“, so Strüngmann. Zudem sei nie geplant gewesen, den Bauschutt im eigenen Müllofen zu verbrennen.
Das Entsorgungsunternehmen betreibt sein Recyclingzentrum seit einigen Jahren in Essen . Gegen den im vergangenen Sommer in Betrieb genommenen Müllofen hatten 4000 Anwohner vergeblich Einspruch bei der Bezirksregierung in Düsseldorf eingelegt.

02:06
Drecksladen.
22:17
So ist das halt. Letzte Woche wurde mir noch zugetragen, wenn Du günstig entsorgen willst, dann bei dieser Firma. "Die sind günstig und Fragen nicht".
Wenn man 1 und 1 zusammenzählt....
17:00
Bislang liegt von der Essener Firma Harmuth keine Anmeldung zur Verbrennung PCB-haltiger Abfälle in den Sonderabfallverbrennungslinien des AGR-RZR Herten vor. Im Wege des elektronischen Nachweisverfahrens muss vor Annahme von Sonderabfällen eine Probe oder die Analyse eines akkreditieren Labors an die Verbrennungsanlage gesandt werden. Nach eingehender Prüfung erfolgt daraufhin ggf. die Annahmeerklärung durch die Anlage sowie die Vereinbarung eines Anlieferungstermins.
Michael Block, Pressesprecher AGR, presse@agr.de
12:16
Eine solche Firma weiß genau was auf ihrem Hof lagert und was nicht. Bei einem Material für dessen Entsorgung keine Genehmigung besteht ist sofort das Umweltministerium ein zu schalten und die Zwischenlagerung an zu zeigen. Sollte von verantwortlicher Stelle der Entsorgungsfirma nur einmal das Wort Unwissen fallen, sofort den Ofen stillegen, bis die Nachschulung der Verantwortlichen abgeschlossen ist. Auch ein einzelner Verantwortlicher kann die Verbrennung im eigenen Ofen anordnen.
Ach, was für schöne Träume der Bevökerung!
10:32
daß die Kontrollmechanismen des Umweltministeriums offenbar funktionieren.
Die schlechte ist die lange Vorlaufzeit der Verbrennungsanlage Herten.
Noch schlechter ist allerdings ,daß ein Entsorgungsfachbetrieb nicht weiß, daß er für die Entsorgung von PCB-Abfällen keine Genehmigung besitzt.
@Siuoxhäuptling
Der Abfall ist auf dem Betriebsgelände gelandet, weil der Bauunternehmer/Sanierer der Düsseldorfer Schule die Behälter hat abziehen lassen und sich nicht mit Wartezeiten von 4-6 Wochen abfinden will.
Diesen Müll kann man nicht verschwinden lassen, weil der nachzuverfolgende Entsorgungsweg erstmal bei Harmuth endete. Wie sonst sind denn die Kontrolleure auf Harmuth gekommen?
10:27
@dumper: Wo steht denn in dem Bericht, dass eine Behörde den Giftmüll nicht auf dem Schulhof gelagert haben wollte ? Harmuth hat doch wohl offensichtlich selbst entschieden den Giftmüll mal lieber selber zu entsorgen. Aber bestimmt nicht um irgendjemanden zu schützen, sondern nur aus reiner Profitgier !
Leider hat Harmuth nur "vergessen", dass man ja gar keine Genehmigung für die PCB-Entsorgung hat.
Der richtige Weg wäre wohl gewesen die Behörden über den Giftmüll zu informieren, damit diese dann entsprechende Schritte einleiten können.
Es wird Zeit für drastische abschreckende Strafen, damit endlich die Gefährdung der Bevölkerung durch profitgierige Geschäftemacher unterbunden wird.
Was wir so mitbekommen ist leider sowieso nur die Spitze des Eisbergs !
Und worüber?
Die Entsorgung von PCB-haltigen Dichtungsmassen ist doch kein Hexenwerk, sondern ein ganz normaler Vorgang in den Container und ab nach Herten.
Das Einzige, was man Harmuth vorwerfen kann/muß, ist die fehlende Genehmigung. Aber daraus auf unsachgemässen Umgang mit den Abfällen zu schließen, ist ebenso wie der Vorwurf der Profitgier hysterischer Unsinn
nicht im stillen Kämmerlein entschieden, "den Giftmüll mal lieber selber zu entsorgen", sondern hatte den Auftrag dazu!
Ja, ein Entsorger verdient Geld damit, Abfall zu entsorgen. Man kann das Profitgier nennen, dann gehe ich aber auch aus Profitgier arbeiten...
Mal den Ball flach halten!
"Was wir so mitbekommen ist leider sowieso nur die Spitze des Eisbergs "
Wie heißt es so schön : Von keinerlei Sachkenntnis getrübt !
09:44
@ harry621 : Absolute Zustimmung!
Wer glaubt, daß der Mist auf dem Betriebsgelände rein zufällig gelandet sei oder weil man etwas Gutes tun wollte, der läuft auch ansonsten recht blauäugig durch die Gegend (oder gegen den nächsten Baum). Da es um unser aller Lebensraum, Lebensqualität und Gesundheit geht, helfen vermutlich nur strengste Kontrollen und allerdragonischste Strafen. Und die sollten möglichst den privaten Bereich treffen - anders lernen es die "Hatte-ich-keine-Ahnung-davon"-Schulterzucker nie.
Naja, überall eine Verschwörung zu vermuten hat etwas paranoides. Hätte man die Container also besser auf dem Schulhof stehen lassen?
09:24
Mal wieder ein Zufallsfund. Wann werden diese Unternehmen endlich einer regelmäßigen Überprüfung unterzogen. Natürlich ohne Ankündigung und in engmaschigen Zeitabständen. Bezahlen können das auch diese Unternehmen, wenn ich mit dem Auto zum TÜV fahre muß ich auch berappen. Und bei Verstößen einfach mal die Bude zumachen.
Geht´s diesen Leuten an den Geldbeutel werden sie oftmals wach.
"Bezahlen können das auch diese Unternehmen, wenn ich mit dem Auto zum TÜV fahre muß ich auch berappen"
Genau, und die nächste Verkehrs- oder Geschwindigkeitskontrolle auch selbst bezahlen...
ÖPNV : "Die Fahrausweise bitte - und 10,- f ür unsere Kosten bitte passend bereithalten..."
Was für ein Blödsinn!
09:19
Typischer Behördenirrsinn. Die eine Behörde aus Düsseldorf will , das der Müll nicht auf dem Schulhof bis zur verbrennung dort gelagert wird,ist ja auch verständlich,die andere macht ein Fass auf,weil das Zeugs zwischengelagert wird,weil die Verbrennungsanlage in Herten überlastet ist und erst einen späteren Termin zur verbrennung vorsieht .
Normal,sollte beklagten Unternehmens ,das Zeugs zurück an Absender Düsseldorf schicken,sollen die doch zusehen wie sie den Mist loswerden . Ganz davon ab,ist schon merkwürdig das Jahrzehnte in den belasteten Schulen der Unterricht abgehalten worden ist und sich kein Mensch dafür interessiert hat was dort verbaut ist , jetzt aber ,wird ein Fass aufgemacht mit viel tratra .
Ist doch irgendwie ein schlechter Witz .