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Wohnen in Katernberg

Engpass im Treppenhaus

26.06.2012 | 19:15 Uhr
Engpass im Treppenhaus

Katernberg. Erika Dittmer ist eine rüstige, 76 Jahre alte Dame. Zwar schmerzt der Rücken etwas, wie sie sagt, doch mit dem Laufen klappt es noch immer gut. „Auf einen Rollator bin ich zum Glück noch nicht angewiesen“, sagt sie. Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet der ihr im Moment großen Ärger und Verdruss bereitet.

Die Seniorin wohnt in Katernberg, in einem Haus der Deutschen Annington, am Joseph-Oertgen-Weg. Eingezogen ist sie dort vor rund zwei Jahren und schon damals fielen ihr die drei Rollatoren auf, die im Treppenhaus geparkt waren. Nun ist der Hausflur nicht besonders groß und so kam es immer wieder einmal zu Engpässen an der Haustür und „auch vor dem Briefkasten“, wie sie sagt. Als im Laufe der Zeit noch zwei weitere Rollatoren hinzukamen, war für Erika Dittmar das Maß voll. „Ich habe durchaus Verständnis für meine Nachbarn, die auf die Gehhilfen angewiesen sind, doch im Treppenhaus ist dafür zu wenig Platz.“

Bereits Anfang Oktober 2010 informierte sie den Vermieter, schon eine Woche später fand eine Ortsbegehung statt; mit Vertretern der Annington und auch der Bauaufsicht. Obwohl sich alle einig waren, dass die Situation nicht so bleiben kann, änderte sich lange Zeit nichts. Erst Mitte 2011 schrieb die Annington alle acht Mieter des Hauses an, wies auf den Missstand hin. Im September folgte ein Brief der Bauaufsicht mit dem Hinweis, dass ein Flucht- und Rettungsweg von mindestens einem Meter Breite Vorschrift sei. Fazit: Die Rollatoren müssen weg.

Leichter gesagt als getan, denn die Treppe zum Keller, der als neuer Standort auserkoren wurde, ist steil. „Das können gar nicht alle betroffenen Mieter schaffen“, sagt Erika Dittmer. Schon bei der Ortsbegehung hatte sie daher Rollatoren-Container erwähnt, die direkt vor dem Haus etabliert werden sollten. In einer von der Annington anberaumten Mieterversammlung im September 2011 einigten sich Mieter und Vermieter auf die Containerlösung, die jedoch mit Mietkosten von 2 Euro pro Monat und Nutzer zu Buche schlagen. „Einwände dagegen gab es damals aber nicht, sagt Unternehmenssprecher Philipp Schmitz-Waters. Im Dezember 2011 wurden die Container folgerichtig aufgestellt.

Geändert hat sich seitdem nichts, denn kein Mieter nutzt diese Alternative. Die Schlüssel seien auf dem Postweg verloren gegangen, will Erika Dittmer vom Hausmeister erfahren haben. „Und dies zweimal in Folge.“ So stehen die Container leer und die Rollatoren noch immer im Treppenhaus. Dies mag Philipp Schmitz-Waters nicht bestätigen, denn „Schlüssel wurden von uns noch gar nicht verschickt, da sich niemand auf unsere Offerte, den Container anzumieten, gemeldet hat. Bis heute warten wir auf Antwort auf unser Schreiben, dass den Mietern bereits im September 2011 zuging.“

Der Annington-Sprecher gibt zu, dass man nicht ganz unschuldig sei, dass sich die Angelegenheit in die Länge gezogen habe. „Da waren wir wohl nicht offensiv genug““, sagt er. „Unser Hausmeister wird jetzt jedoch versuchen, die Mieter davon zu überzeugen, dass die zwei Euro gut investiert sind.“

Von Michael Heiße



Kommentare
28.07.2012
13:23
Engpass im Treppenhaus
von osis | #2

Es rächen sich die Planungsfehler.

Der Platz fehlt im Laufe des Lebens erst für Kinderwagen, dann für Fahräder und später für Rollatoren...

Klassiker.

07.07.2012
14:29
Engpass im Treppenhaus
von StephanR | #1

Mit allem Respekt und Achtung vor Erika Dittmar, aber ist das nicht ein wenig scheinheilig von ihr? Stolz darauf, selber (noch) nicht auf einen Rollator angewiesen zu sein, aber gegen Mitbewohner zu stänkern, die sicher auch gerne auf dieses Hilfsmittel verzichten würden. Auch bei mir im Hause komme ich hin und wieder nur seitlich trippelnd an 2 abgestellten Rollatoren vorbei zur Haustür, wenn ein Nachbar Besuch von seinen betagten Verwandten bekommt. Mich deshalb beschweren?? Nee, da würde ich mich in Grund und Boden schämen!

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