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Gipfel der Klassik-Stars Sol Gabetta und Hélène Grimaud in Essen

29.05.2012 | 19:25 Uhr
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Gipfel der Klassik-Stars Sol Gabetta und Hélène Grimaud in Essen
Bei den Aufnahmen für das erste gemeinsame Album sind bei Pianistin Helene Grimaud und der Cellistin Sol Gabetta hin und wieder schöpferische Pausen angesagt.Foto: Kerstin Kokoska

Essen.  Cellistin Sol Gabetta und die Pianistin Hélène Grimaud nehmen in der Essener Philharmonie ihr erstes gemeinsames Album auf. Am Donnerstag und Freitag zeigen die beiden auch vor Publikum ihr Können: So unterrichtet Sol Gabetta am Donnerstag ausgewählte Cellisten im solistischen Spiel.

Auf dem Vorplatz der Philharmonie blendet das Sonnenlicht. Im Inneren des Konzerthauses ist das Licht gedämpft. Hier findet die Aufnahme des ersten gemeinsamen Albums der Cellistin Sol Gabetta und der Pianistin Hélène Grimaud statt.

Die Idee kam ihnen im Sommer 2011 auf einem Festival in Gstaad in der Schweiz: „Jetzt haben wir uns hier wieder getroffen und nehmen in nur zwei Tagen das Repertoire unseres gemeinsamen Bühnenauftrittes auf“, erzählt Hélène Grimaud. Die Pianistin ist herzlich und aufmerksam. Nicht nur im Gespräch, auch im Zusammenspiel mit Sol Gabetta ist die Stimmung gut, es wird gescherzt und viel gelacht: „Wir haben es geschafft, das Gefühl des Auftrittes im Sommer hierher zu holen“, so Hélène Grimaud. „Die Chemie stimmt einfach, wir fühlen uns.“

Einspielen, was Referenzcharakter hat

Während der Aufnahme wird deshalb auch kaum gesprochen: Wenn klar ist, ab welchem Takt das gemeinsame Spiel beginnen soll, wenn Sol Gabetta noch schnell ihr Cello gestimmt hat, blicken die beiden Künstlerinnen auf die Aufnahmelampe am Bühnenrand. Leuchtet diese rot auf, ist es für wenige Sekunden vollkommen still. Alle Personen im Saal halten den Atem an. Und dann bricht ein Sturm der Virtuosität los: Gespielt wird ein Stück von Claude Debussy, der 2. Satz der Sonate für Cello und Piano in D-Moll. Die Musik ist kraftvoll, treibend, dabei anrührend und federleicht. Sol Gabetta atmet schwer: Man hört und sieht ihre körperliche Anstrengung. Ihre Finger gleiten über die Saiten, Hélène Grimauds Hände fliegen über die Tasten. Beide Künstlerinnen treiben sich an, schaffen ein schönes Stück Musik. Der Zopf von Sol Gabetta wippt energisch von rechts nach links. Während kurzer Unterbrechungen streicht sich die Cellistin die gelösten Haarsträhnen aus dem Gesicht, bändigt ihr Haar in einem neuen Pferdeschwanz. In den Pausen werden Vorschläge zu Dynamik und Klangfarbe gemacht, sowohl von den Künstlerinnen als auch von Sid McLauchlan, dem Aufnahmeleiter.

In einer kleinen „Aufnahmebox“ vor der Bühne sitzt er auf engstem Raum mit dem Tonmeister Stephan Flock. Konzentriert sind die beiden über Partitur und Mischpult gebeugt, ein Monitor ermöglicht ihnen einen Blick auf die Protagonistinnen. Kommuniziert wird über Mikrofone, vor der Bühne steht ein kleiner Lautsprecher.„Am Ende wird Sid McLauchlan gemeinsam mit den Künstlerinnen die besten aufgenommenen Elemente auswählen und zusammenstellen“, erklärt Ute Fesquet von der Deutschen Grammophon, die Produzentin der CD-Aufnahme. „Diesen Zusammenschnitt bekommt dann Tonmeister Stephan Flock, der dem Ganzen den letzten Schliff gibt.“

Zwei Meisterklassen
Sol Gabettas Residenz-Finale in der Philharmonie

Mit zwei Meisterklassen und einem Trio-Konzert bringt die Cellistin Sol Gabetta ihre Residenz an der Philharmonie zum Abschluss. Am Donnerstag, 31. Mai, von 15 bis 19 Uhr unterrichtet Sol Gabetta ausgewählte Cellisten im solistischen Spiel, am Freitag, 1. Juni, von 15 bis 19 Uhr gibt sie mit der Violinistin Patricia Kopatchinskaja und dem Pianisten Henri Sigfridsson Tipps für das kammermusikalische Musizieren. Das Publikum kann im Alfried Krupp Saal live dabei sein: Eintritt frei, Kartenausgabe an allen TUP-Vorverkaufsstellen.

Konzert: Sol Gabetta, Patricia Kopatchinskaja und Henri Sigfridsson spielen am Samstag, 2. Juni, um 20 Uhr u.a. Buxtehudes Triosonate a-Moll, op. 1 Nr. 3, BuxWV 254, Peteris Vasks’ „Episodi e Canto perpetuo“ und Johannes Brahms’ Trio Nr. 1 H-Dur. Karten (10 bis 35 Euro): 8122-200.

Vor der Mittagspause wird das nächste Stück, eine Sonate für Cello und Piano von Schostakowitsch, einmal komplett durchgespielt, ohne Unterbrechungen, ohne Verbesserungsvorschläge. Das Einzige, was zwischen den beiden Künstlerinnen hin und her geht, sind kurze Blicke, ein flüchtiges Lächeln.

„Die beiden wollen hier etwas einspielen, was Referenzcharakter hat“, sagt Ute Fesquet. „In diesem Saal mit dieser außergewöhnlich guten Klangqualität ist ein anderes Arbeiten möglich als in einem kleinen Studio.“ Die Aufnahmen finden ohne Publikumsbeteiligung statt, dass sorge laut Fesquet „für einen unverfälschten Musikgenuss“ beim späteren Zuhören. „Außerdem ist solch eine Produktion auch ein wenig besser zu kalkulieren, was kein unwichtiger Faktor beim Gelingen der CD ist.“

Jennifer Rüdinger

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2012-05-29 19:25
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