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Dauerbaustelle in Essen-Werden verärgert Anwohner

25.05.2012 | 12:47 Uhr
Dauerbaustelle in Essen-Werden verärgert Anwohner
Kanalbauarbeiten im April verschärften die Verkehrssituation in Werden einmal mehr. Mitte Juni sollen die Baustellen Geschichte sein. Foto: Oliver Müller

Essen.  Der Umbau in Werden nimmt kein Ende, die Mehrkosten betragen schon jetzt 400.000 Euro. Anwohner wie Jean Leithäuser sind verärgert. Laut Stadt ist die verlängerte Bauzeit einem Streit mit dem Bauunternehmer geschuldet. Mitte Juni soll der Ärger endlich ein Ende haben.

Die Baustelle in Werden lahmt den Stadtteil nun schon seit geraumer Zeit. Anwohner wie Jean Leithäuser sind verärgert. Wir haben ihn und die Stadt zum Thema befragt.

Das sagt der Leser:

Jean Leithäuser ist sauer: Täglich steht er an der Baustelle Gustav-Heinemann-Brücke in Werden im Stau. Und das seit Monaten: „Eigentlich sollte die Baumaßnahme im November abgeschlossen sein. Jetzt haben wir Ende Mai.“ Der holländische Bauunternehmer, so erklärt der gut informierte Werdener, hätte die neuen Brückenlager nach alten, also falschen Plänen gefertigt. Die passten nicht und mussten nochmals angefertigt werden. „Bauunternehmer und Stadt haben sich über die Mehrkosten von 400.000 Euro gestritten.“

Solange das nicht geklärt worden sei, so behauptet Leithäuser, hätte der Bauunternehmer „ganz Werden in Sippenhaft genommen“ und die Baustelle drei Monate lang still gelegt. „Wenn ich an den volkswirtschaftlichen Schaden durch die Mehrkosten denke, wird mir schlecht. Das Geld fehlt dann für soziale Projekte.“ Auch die Fußgängerführung zur S-Bahnstation sei „gruselig“. „Montag ist das große Pfingst-Open-Air. Ich weiß nicht, wie sich die Massen hier unfallfrei fortbewegen wollen.“ Zudem sei die Neugestaltung nicht nachvollziehbar: „Die Spuren sind zu eng, der Bordstein zu hoch.“ Am liebsten, so der Werdener, würde er die Verantwortlichen mittels Dienstaufsichtsbeschwerde zur Rechenschaft ziehen. „Da haben Leute geplant, die meiner Meinung nach keine Ahnung haben.“

Das sagt die Stadt:

Dieter Schmitz, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehr, hat Verständnis für den Unmut und den Ärger des Werdeners: „Auch wir haben uns das anders vorgestellt.“ Die Bauzeitverzögerung, und da gibt Schmitz Jean Leithäuser recht, sei dem Streit mit dem Bauunternehmer geschuldet. „Es gab unterschiedliche Pläne, so dass die vorgefertigten Bauteile neu gemacht werden mussten.“ Zu den zusätzlichen Kosten möchte sich Schmitz nicht äußern.

Nur soviel: „Wer die Mehrkosten zu tragen hat, ist noch nicht geklärt.“ Der Stillstand hätte aber auch was mit der Witterung zu tun gehabt: „Uns ist der Winter dazwischen gekommen.“ Die derzeitige Verkehrsführung sei situationsbedingt: „Wir wissen, dass die Brücke ein Nadelöhr ist, möchten aber weiterhin um Verständnis werben.“ Die Kritik an der neuen Spurbreite kann Schmitz nicht nachvollziehen, sie entspräche voll und ganz der Straßenverkehrsordnung: „Da wir in beide Fahrtrichtungen eine Radspur eingerichtet haben, sind die Spuren etwas enger. Aber das dürfte kein Problem sein.“ Für das bevorstehende Pfingst-Open-Air würde man gemeinsam mit den Verantwortlichen eine temporäre Lösung „zugunsten der Fußläufigkeit“ finden. „Mitte Juni hat aller Ärger ein Ende.“ Dann, so Schmitz, sei die Brückenbaustelle endgültig Vergangenheit.

Von Vera Eckhardt


Kommentare
21.06.2012
11:53
Dauerbaustelle in Essen-Werden verärgert Anwohner
von Seitenblick | #7

Quervermerk zu Werden an Wasser …..

Nun sind sechs Wochen der geplanten Bauausführung vorbei.
Die Baumaßnahmen sind nicht abgeschlossen, sicherlich war auch hier ein plötzlicher Wintereinbruch schuld.

Wieder eine Baustelle in Werden ohne Terminverantwortung in der Ausführung.
Also doch „ Werden ins Wasser“

13.06.2012
15:51
Dauerbaustelle in Essen-Werden verärgert Anwohner
von Seitenblick | #6

so und nun ?

So nun ist Übermorgen Mitte Juni und was soll nun ein Ende haben?
Die Verkehrsführung mit dem zugehörigen Rückstau ist noch ärgerlicher geworden.
Ist denn schon wieder ein Winter dazwischen gekommen?
Und wie war das mit der Einschätzung der Komplexität und der Ahnung?
Und wie sieht die Gesamtplanung der Verkehrsführung "Werden" aus, alles wird durch die 25 Jahre alte Planung besser. Leider wird sich der Verkehr in der Abteistrasse von 16.000 auf 27.000 Fahrzeugen ansteigen und der neue Cafe-Vorplatz wird nochmals umgebaut!?`
Na, hauptsache die Operation am offenen Herzen läuft, auch wenn der Patient tot ist!

Was sind eigenlich Seegurken ?

26.05.2012
14:34
Dauerbaustelle in Essen-Werden verärgert Anwohner
von schriftsetzer | #5

Für eine "Operation am offenen Herzen" läuft das da ganz gut, und die Straßenführung war und ist schon recht clever. Im Übrigen wurden da auch keine Brückenlager falsch angefertigt, sondern die Dehnungsfugen.
Und es ist ja nicht so, dass die Behörden solche Baustellen einrichten, um die Anwohner zu ärgern. Dass eine Brückensanierung dringend notwendig war, stand lang genug in der Zeitung, und auch, wie die Bauarbeiten vonstatten gehen werden.
Dass die Fahrspuren nun etwas schmaler sind (woher weiß der Mann das eigentlich, da die endgültige Straßenführung noch garnicht markiert ist?) kommt den Fußgängern und Radfahrern zugute, denn auch diese haben ein Recht darauf, ungefährdet am Straßenverkehr teilzunehmen.

25.05.2012
21:46
BauerKleppe | #3
von dummmberger | #4

"Der holländische Bauunternehmer, so erklärt der gut informierte Werdener, hätte die neuen Brückenlager nach alten, also falschen Plänen gefertigt. Die passten nicht und mussten nochmals angefertigt werden."

Da fragt sich, wer hier keine Ahnung hat.

25.05.2012
20:14
Dauerbaustelle in Essen-Werden verärgert Anwohner
von BauerKleppe | #3

Nun ist es ja oft so, dass gerade die Leute, die am lautesten kritisieren, keine Ahnung haben und die Komplexität so einer Baustelle völlig unterschätzen.

25.05.2012
17:51
Dauerbaustelle in Essen-Werden verärgert Anwohner
von booh | #2

Die Straßenführung auf der Werdener Brücke vermittelt den Eindruck das dort volltrunkene Experten geplant haben.

25.05.2012
15:14
Dauerbaustelle in Essen-Werden verärgert Anwohner
von An77 | #1

...„Uns ist der Winter dazwischen gekommen.“ ...

Na, soetwas! Wo kam der den her?...;-)

Mal Spaß beiseite: Da ich selber noch fleißig an meinem Haus am Sanieren bin, kann ich da voll und ganz wiedersprechen. Ich konnte schon vor 2 Monaten meine Fassade verputzen, so "hart" war der Winter.
Oder hat der Werdener Winter länger gedauert als der restliche?

EIn bißchen mehr Mühe bei den Ausreden bitteschön!

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