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Wanheim-Angerhausen - zwischen Anger und Rhein

21.11.2010 | 10:01 Uhr
Die Rheinpromenade in Wanheim. Foto: Friedhelm Geinowski

Duisburg. Wir treffen uns in der Rheinstahl-Siedlung, Silvia Gasse, Wilfried Hucks und ich, um Wanheim-Angerhausen zu erkunden. Unser Startpunkt markiert ein Stück Zeitenwende im Doppelnamen-Stadtteil.

Um die vorletzte Jahrhundertwende wurde das Dorf – noch wiederzufinden in vielen Straßennamen wie Am Knevelshof, Schönenhof- oder Höschenhofweg – städtisch, Industrie trat an den Platz, den für Jahrhunderte die Landwirtschaft inne hatte.

Die Rheinstahlsiedlung mit ihren wohnlichen Reihenhäusern entstand ab 1912 für die Angestellten der MAN, die in der Nähe ein Werk errichtet hatte und Arbeitskräfte mitgebracht hatte. „Die ersten Migranten kamen aus Bayern“, lacht Hucks. Heute sind Spanier und Türken unter den Nachbarn von Silvia Gasse und viele Häuser der Siedlung privatisiert, modernisiert, aus- und umgebaut.

Duisburgs Stadtteile II

Wanheim in 60 Sekunden
11.936 Einwohner

Wanheim-Angerhausen gehört zum Stadtbezirk Süd und hat nach amtlichen Angaben 11.936 Einwohner. Davon sind 6160 Frauen und 5776 Männer. Der Ausländeranteil liegt bei 16 Prozent.

Als ältester Nachweis des Stadtteils gilt eine Urkunde des Stifts Werden von 1052, der zufolge einem Edelherrn Franko und seiner Ehefrau Werinhild je eine Hufe Land in Wagenheim und Angerohuson als Leihgut übertragen wurden.

1902 kam Wanheim-Anger-hausen zu Duisburg. Vorausgegangen war ein erheblicher Bevölkerungszuwachs als Folge diverser Industrie-Ansiedlungen. Weitere Information beim Heimat- und Bürgerverein Wanheim-Angerhausen.

Auf der anderen Seite der Cramer-Klett-Straße stoßen wir auf den Biegerpark , blicken mehrere Meter hinab auf den Lauf des Alten Angerbachs, der sich munter dem Rhein entgegen windet. Der Park wurde in den 60er Jahren angelegt und bietet etliche Kilometer Spazierwege im Grünen.

„Ich liebe Wanheim, es ist einfach schön hier“, schwärmt die in Wanheimerort geborene Silvia Gasse. Seit 28 Jahren lebt sie mit ihrer Familie am Rande des Biegerparks. Auch Wilfried Hucks, 27 Jahre lang Vorsitzender des Heimat- und Bürgervereins (www.duisburg-wanheim.de), ist überzeugter Wanheimer, weiß aber auch, was im Stadtteil fehlt. Einzelhandel vielfältiger Art habe es bis in die 60er Jahre gegeben, „jetzt ist ein Zentrum praktisch nicht mehr vorhanden“. Geschäftshäuser wie an der Wanheimer Straße sind zu reinen Wohnhäusern geworden, die Kundschaft orientiert sich nach Buchholz, auch der Markt verliert an Attraktivität.

Einige wenige Läden finden sich noch am Wanheimer Dreieck, von dort geht’s weiter in Richtung Rhein, und jetzt wird’s wieder richtig schön: 1,4 Kilometer lang führt die Rheinpromenade am Strom entlang, gesäumt von Wiesen, versehen mit Bänken, eine Terrasse, die weit übers hohe Ufer hinausragt, ist im Bau.

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Industrie markiert Anfang und Ende der Promenade, einst bot sie auch auf der gegenüberliegenden Rheinseite eine einmalige Kulisse. Dort ließ Krupp Stahl kochen bis 1993. Jetzt bietet Logport mit seinen Container-Brücken den Augen Halt. Drei Wassersportvereine haben ihr Domizil direkt am Rhein, Gastronomie mit Rheinblick lädt zum Verweilen ein. Die Straße Rheinufer gilt als gute Adresse, gepflegte Häuser finden sich dort und alte Katen aus dem 18. Jahrhundert.

Duisburgs Stadtteile III

Im Norden der Promenade stoßen wir auf den Franzosenweg, wo 1795 Soldaten den Rhein überquerten. Im Hintergrund sehen wir das farbenfrohe Stadtwerke-Gaskraftwerk.

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Wo endet Wanheim, wo fängt Angerhausen an? „Eine Grenze ist nirgendwo verzeichnet“, sagt Hucks. Wir kommen durch ruhige Wohnstraßen, Neubauviertel, sehen ein paar wenige Hochhäuser aus den 70ern, durchqueren die Berzelius-Kolonie, eine weitere Werkssiedlung, die durch neue Eigenheime – davon gibt’s übrigens viele im Stadtteil – ergänzt wurde. Berzilius, die Metallhütte, die zum Umweltskandal wurde, ist Geschichte, aber immer noch vorhanden. Die Abbruch-Trümmer wurden aufgeschüttet zur Heinrich-Hildebrand-Höhe , die bald vom Großkunstwerk „Tiger & Turtle“ gekrönt wird. Ein weiterer Grund, Wanheim-Angerhausen zu besuchen.

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Willi Mohrs

Kommentare
05.02.2011
01:21
Wanheim-Angerhausen - zwischen Anger und Rhein
von Real_Paolo_Pinkel | #6

In Wanheim habe ich den grössten Teil meiner Jugend verbracht. Vor einigen Wochen bin ich nach 20 Jahren in einem Anflug von Heimweh mal wieder dort...
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Wanheim-Angerhausen - zwischen Anger und Rhein
Wanheim-Angerhausen - zwischen Anger und Rhein
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http://www.derwesten.de/ikz/staedte/duisburg/wanheim-angerhausen-zwischen-anger-und-rhein-id3962902.html
2010-11-21 10:01
Duisburg