Kompromiss zur Loveparade-Gedenkstätte geplatzt
01.06.2012 | 17:02 Uhr 2012-06-01T17:02:00+0200
Duisburg. Kurt Krieger – der Geschäftsmann, der auf dem Loveparade-Gelände ein XXL-Möbelhaus bauen will, hat die Verhandlungen über die Gestaltung der Gedenkstätte am Ort der Katastrophe für beendet erklärt. Das berichten die Hinterbliebenen der Opfer. Wie es jetzt weitergeht.
Die Verhandlungen zwischen den Hinterbliebenen der Loveparade-Toten und Möbel-Investor Kurt Krieger über die Gestaltung der Gedenkstätter am Ort der Katastrophe sind wieder in einer Sackgasse.
Nach Angaben des Vereins Loveparade-Selbsthilfe , in dem sich Hinterbliebene und Verletzte der Loveparade-Katastrophe vom 24. Juli 2010 zusammengeschlossen haben, wurde man vom jüngsten Vorschlag von Kurt Krieger zur Gedenkstätten-Gestaltung überrascht: Trotz anderer Zusagen über einen zunächst scheinbar gefundenen Kompromiss, mit dem beide Seiten einverstanden waren , wurde das dann vorgestellte Modell der Gedenkstätte wieder nach älteren Vorstellungen Kriegers gestaltet. Krieger habe danach die Verhandlungen für beendet erklärt, schildert der Verein.
Loveparade-Selbsthilfe bittet neuen Dezernenten um Gleichbehandlung
In einem Schreiben an den neuen Stadtentwicklungsdezernenten Carsten Tum und die Ratsfraktionen bitten die Betroffenen der Loveparade-Katastrophe nun „unserem Anliegen gleichen Raum wie den Interessen des Investors einzuräumen“. Im Klartext: Per Beschluss die Fläche für die Gedenkstätte so zu vergrößern, dass sie ausreichend Platz bietet und nicht „eingepfercht“ zwischen hohen Mauern liegt. „Nach diesem Modell wird die Gedenkstätte zwischen Radweg und Straße in einem Loch versinken“, kritisiert Lothar Evers die Planung.
Der im Winter scheinbar gefundene Kompromiss sei für die Hinterbliebenen schon schmerzlich gewesen. Dass Kurt Krieger trotz anderer Ankündigung in den Gesprächen wieder einen Schritt zurück gegangen sei, ist dem Verein unerklärlich. Evers: „Man will wohl nicht wirklich eine neue Planung. Jetzt kommt es auf die Stadt an.“
Sie könnte dafür sorgen, dass die Rampe im Ansatz erhalten bleibt und sich das Gelände 10 bis 15 Meter weit nach oben erstreckt „ohne dass kommerzielle Fläche verloren geht“. Den Vertretern der Hinterbliebenen und Verletzten sei es unverständlich, dass der eigentlich gefundene Kompromiss wieder „kassiert wurde“.

21:19
Wir Duisburg haben bereits einen OB abgesägt, ich denke wir schaffen auch einen rücksichtslosen Möbelriesen.
Ich werde jedenfalls nicht bei Möbelkrieger kaufen.
Auf Ihre paar Euro kann Krieger verzichten. Aber die Leute die dort Arbeit finden geht es dann wieder besser und ausserdem kann die gebeutelte Stadt Duisburg die Einnahmen von Krieger, ca. 100000Euro Grundsteuer und ca 500000 Euro Gewerbesteuer sehr gut gebrauchen.
16:05
Mich wunder ja schon seit längerem, dass ein Herr Krieger überaupt noch Geld in dieses ideologisch Kontaminierte Geläde stecken will. Bei all dem Gezerre wäre ich nicht überrascht gewesen, wenn er sich tatsächlich einfach einen anderen Platz sucht.
12:25
Wer redet davon, dass Krieger alles bezahlt? Möbel Höffner baut, sie stellen dabei läppische 200 Quadratmeter freiwillig zur Verfügung für eine gemeinnützige Gedenkstätte und die Aktivisten kümmern sich um die Pflege des Ortes und tragen damit zur finanziellen Entlastung bei. Unterschätzen Sie nicht die Folgekosten. Und alles ist schick und schön.
12:08
An den empörten JürgenRohn #18: Niemand hier will Trauernde ´verunglimpfen´ und schon gar nicht sollen eben diese von einem Großkapitalisten in ein „schäbiges Loch“ verfrachtet werden.
Aber es muss erlaubt sein, eine Anspruchshaltung zu kritisieren, die wie selbstverständlich davon ausgeht, dass Herr Krieger – der weder etwas mit der Love Parade noch mit der Katastrophe zu tun hat – jeden pompösen Wunsch der Hinterbliebenen erfüllt und den dann natürlich auch noch bezahlt.
Was ist denn das für eine infantil-verquere Denke?
23:38
Ich weiß nicht, wo das Problem ist, eine Gedenkstätte mit einer angemessenen Größe zu errichten. Das Gelände ist so groß (leider nicht für die Loveparade), aber für das Vorhaben von Herrn Krieger bleibt allemal genug Platz. Und wenn Herr Krieger meint, er müsse jetzt, aus welchen Gründen auch immer, sich querstellen, wird er sich noch wundern. An dieser Stelle sind 21 Menschen ums Leben gekommen, zahlreiche wurden teils schwer verletzt. An diesen Ort wird man sich immer erinnern, egal ob mit Gedenkstätte oder nicht. Und genauso wird man sich im Falle einer Ablehnung an das Verhalten von Herrn Krieger erinnern. Natürlich ist er nicht gezwungen, eine Gedenk-stätte auf seinem (?) Gelände zu errichten, aber wir werden auch nicht gezwungen, bei ihm zu kaufen. Und wenn ich hier von Diktatur lese, kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln.
23:38
Es ist ungeheuerlich, dass Menschen in einem Verein, die Angehörige In Duisburg verloren haben, hier beschimpft werden, nur weil sie sich nicht von einem Großkapitalisten in ein schäbiges Loch verfrachten lassen wollen.
Und ich finde es ungeheuerlich, dass der Herr Krieger immer noch Geld in Duisburg lassen will. Auch ich bin betroffen, dass das Unglück gesehen ist und auch ich fühle mit den angehörigen, aber was sich manche herausnehmen, finde ich ungeheuerlich.
Und ganz nüchtern betrachtet, muss Krieger überhaupt keine Gedenkstätte bauen, wenn er dort lieber ein loch hat oder einen Abstellplatz oder sonst was. Aber wie gesagt, manche Figur in diesem "Verein" benimmt sich wie eine offene Hose. Traurig aber wahr.
Bis heute haben weder Investor noch die Stadt Duisburg Geld für den Unterhalt der provisorischen Gedenkstätte ausgegeben. Also reden Sie mir nicht vom lieben Geld und dem Opfer, das man von einem Geldsack fordert. Schäbige 200 Quadratmeter eines großen Geländes. Es sind arme Schweine bis dato gewesen, teils ALG2 Empfänger, die ihre letzte Kohle ausgaben für Kerzen und Blumen und die dadurch mehr Charakter gezeigt haben, als die Politik, die sich feige wegduckte.
23:15
Manchmal frage ich mich, warum irgendwer diesem Verein noch Gehört schenkt. völlig hone Kompromissbereitschaft zerpflücken die alles, was nicht in ihrem Sinne ist. Nur wegen ihres Verlustes scheinen sie zu glauben, eine Diktatur in duisburg erbauen zu können. Ich hoffe, es werden noch mehr Leute wie der Herr Krieger kommen, der diesen unverbesserlichen die Stirn bietet.
Und wenn das nichts hilft: Herr Krieger, bauen sie ihren Umsatz-, Gewerbesteuer-, Besucher-Bringer doch in Bochum oder Dortmund. Dort werden ihnen keine Knüppel zwischen die beine geschmissen, nur weil sie eine andere Meinung haben. Und die Duisburger werden das noch früh genug verstehen, dass nicht alles nur nach einem verein gehen kann...
21:05
Nach § 41 GO NRW (1) g ist der Rat alleine zuständig für abschließende Beschlüsse im Flächennutzungsplanverfahren und abschließende Satzungsbeschlüsse auf der Grundlage des Baugesetzbuchs und des Maßnahmengesetzes zum Baugesetzbuch. Der Rat bestimmt alleine, wie eine Fläche genutzt werden darf. Punkt. Ob Krieger das umsetzt, ist seine Sache. Wenn allerdings ein Streifen von 200 m2 bestimmt wird als Gedenkstätte, dann baut Krieger auch nichts anderes auf diesen 200 m2.
20:59
Kein Gesetz der Welt schreibt Krieger vor, auf seinem Gelände überhaupt eine Gedenkstätte zu bauen – schon gar nicht ein derart pompöse, wie sie die Vereinsvertreter fordern.
exakt richtig...und ich würde es mir an seiner stelle auch verbeten dazu gezwungenzu werden
soweit ich weiss hat die stadt ihn nicht enteignet und solange das nicht geschieht muss nicht einmal eine gedenktafel aufgehangen werde....
17:34
Ich habe mich vor 22 Jahren für Duisburg entschieden,ich lebe hier länger als in meiner Heimatstadt. Ich bin eine Mutter,die Glück hatte,und bin entsetzt was ich heute in der Zeitung lesen muss. Habe aktiv im Westen Unterschriften gesammelt,für die OB-Abwahl. Ich bin stolz auf alle Duisburger,die den Neuanfang gewählt haben. Wir sind Duisburger,also die Wahl haben wir immer noch und die Macht. Statten boykottieren wir können das auch,wenn keiner kauft bei Krieger haben wir es geschafft. Ich weis das ist illusorisch,aber ein Versuch und ein Aufruf dazu,würde auch einen Krieger zu umdenken veranlassen. Trotz allen verstehe ich unseren Stadtrat nicht,auch ohne OB,kann ich solche Machenschaften stoppen.