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IHK - Die Holländer sind schneller

09.05.2012 | 08:00 Uhr
Container-Terminal auf dem Logport-Gelände in Duisburg-Rheinhausen. Foto: Hans Blossey

Duisburg. Graben die Holländer dem Duisburger Hafen das Wasser ab? Massiv werde jenseits der Grenze in Containerterminals investiert, beklagt die Industrie- und Handelskammer. Es drohe eine Konkurrenz bei der Verteilung der Warenströme von der Nordseeküste ins europäische Hinterland, es gehe um Wertschöpfung, um Arbeitsplätze.

Die Niederländer seien mit Hochdruck dabei, Maas und Maas-Häfen auszubauen. IHK-Präsident Burkhard Landers : „Einige hundert Millionen Euro nehmen sie in die Hand – auch mit erheblicher Unterstützung aus EU-Töpfen.“ Bei der IHK sieht man darin für die Zukunft die Gefahr einer Verlagerung von Güterströmen. Importe, vor allem aus Europas größtem Seehafen Rotterdam , könnten an der Maas verteilt und mit Lkw weiter transportiert werden.

Die Gewinne durch logistische Dienstleistungen blieben in den Niederlanden, die Verkehrsbelastung käme auf Deutschland zu. Landers: „Selbst von Antwerpen aus könnten die Güter so weitergeleitet werden. Auch das ist sicherlich ein verlockendes Geschäft.“

Häfenkooperation am Niederrhein kommt nicht voran

Fotoreise durch den größten Binnenhafen...

Mit großer Sorge verfolge man bei der Kammer diese Entwicklung, „weil sie sich so schnell vollzieht, während auf deutscher Seite alles weniger zügig voran kommt“. So lasse beispielsweise die „Betuwe-Linie “, die Bahnverbindung zwischen holländischer Küste und Ruhrgebiet weiter auf sich warten, sei frühestens 2020 in Betrieb. Den „Eisernen Rhein“ zwischen Antwerpen (Belgien) und Duisburg sprach Landers erst gar nicht mehr an.

Wohl aber die ebenfalls nicht vorankommende Häfenkooperation am Niederrhein von Duisburg bis Emmerich: „Ich gucke da mittlerweile mit einer gewissen Ermüdung hin“, kritisierte Landers den mangelnder Willen einiger Beteiligter zur Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinaus:

"Andere Häfen warten nicht"

„Andere Häfen werden nicht warten, bis wir uns sortiert haben.“ Es gehe jetzt darum eine gemeinsame Hafengesellschaft zu gründen und unverzüglich tätig zu werden. Der IHK-Präsident: „Wir scheitern im Moment an Kleinigkeiten.“

Sorgen macht sich die Kammer auch wegen fehlender Flächen zur Ansiedlung größerer Unternehmen in Duisburg: „Es ist einfach ausgereizt“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger. Auch der Hafen könne keine entsprechenden Areale mehr anbieten.

Erhebung der Gewerbesteuer sei ein "völlig falsches Signal"

Einzig in Wedau auf dem früheren Bahn-Gelände sei noch Platz für größere Vorhaben, aber für diese Fläche gebe es auch andere Planer-Vorstellungen. „Wenn wir nicht genügend Raum für Investitionen vorhalten können“, warnte Landers gestern, „dann finden diese woanders statt.“

Neben dem Flächenmangel sei auch die drohende massive Erhöhung der Gewerbesteuer in Duisburg ein „völlig falsches Signal“ an die Wirtschaft, die nicht „erneut zur Kasse gebeten“ werden dürfe. Der Mittelstand fühle sich, so Dietzfelbinger, „gekniffen“ von den Plänen der Stadtspitze.

Willi Mohrs



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