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Huckingen – „Alles ist um die Ecke“

10.10.2010 | 15:00 Uhr
Redaktuer Willi Mohrs (re.) machte mit Dirk Schuchardt in Huckingen einen Rundgang durch den Stadtteil Foto: Katharina Paris

Duisburg. Dirk R. Schuchardt hat seine eigene Sicht auf Huckingen: Das Mitglied im WAZ-Leserbeirat hat nämlich den Heimat-Stadtteil ganz wesentlich bei Spaziergängen mit dem Kinderwagen kennen – und schätzen – gelernt.

Vor fünf Jahren ist er von Wanheimerort in den tiefen Süden gezogen, vor drei Jahren kam das Töchterchen auf die Welt, die im engeren zunächst einmal aus vielen beschaulichen Straßen besteht, allemal nach Eifel- und Moselstädten benannt und sehr gediegen wirkend. Großzügige, meist neue Einfamilienhäuser, gepflegte Vorgärten, Autos ab Mittelklasse aufwärts: „Die Leute hier sind nicht so arm“, sagt Schuchardt.

Und die Gegend ist schließlich auch nicht schlecht. Erste Station bei unserem Huckingen-Rundgang ist Gut Bückum, eine einstige Wasserburg. Die Reste des Burggrabens nutzen jetzt die Enten, die es gewohnt sind, von Menschen mit Futter verwöhnt zu werden. Grüne Wiesen rundum, und in der Ferne sehen wir ein paar Golfer ihre Runden ziehen.

Duisburgs Stadtteile II

Zurück geht’s in Richtung St. Anna-Krankenhaus , bekannt für die HNO-Abteilung und die Geburtshilfe. Drumherum haben sich ein Ärztehaus und eine Apotheke etabliert, angeschlossen ist ein Hospiz, das Schuchardt nur loben kann.

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Wir kommen zur Düsseldorfer Landstraße, ein Problemfall für das „größte kleine Dorf“, wie mein Führer sagt. Rechts und links der vielbefahrenen Straße sieht man noch einige frühere Bauernkotten, vor denen es einst wohl deutlich gemächlicher zuging. „Tempo 30“ würde man mitten im Ort gerne haben, auch wegen der Kinder, die die Fahrbahn überqueren müssen. Aber bei Hauptverkehrsstraßen habe man mit diesem Vorschlag wohl keine Chance, fürchtet Schuchardt.

Eine Rarität liegt vor uns: eine Bäckerei, die nicht zu einer Kette gehört und noch selber backt. „Was mir in Huckingen fehlt“, so der Leserbeirat-Mitstreiter, „ist eine richtige Ortsmitte, ein Herz des Stadtteils.“ Einen Huckinger Markt gibt es laut Straßenschild im Zentrum, aber es handelt sich dabei um einen Bolzplatz. Markthändler beschicken dagegen einen Platz an der Mündelheimer Straße, aber der liegt leider nicht im Zentrum.

Dennoch ist Schuchardt mit dem Handelsangebot nicht unzufrieden, verweist vor allem auf einen noch ziemlich neuen Supermarkt am Ortsausgang. Oft werde an der Kasse Englisch gesprochen, berichtet er, und die Kennzeichen auf dem Parkplatz kündeten von erheblichem Kundenzuspruch aus Düsseldorf.

Duisburgs Stadtteile III

„Man hat hier eigentlich alles, und alles ist um die Ecke.“ Nicht nur, was Geschäfte angeht, sondern auch Kindergärten, Spielplätze, Schulen, Ärzte. Nur eine richtig gute Kneipe, die sucht Schuchardt bisher vergebens.

Huckingen in 60 Sekunden
9564 Einwohner

Huckingen gehört zum Stadtbezirk Süd und zählt 9564 Einwohner. davon sind 4955 weiblich und 4609 männlich. Der Anteil der Ausländer liegt bei 7,4 Prozent.

 

Die erste Erwähnung Huckingens stammt von 1243. Im Bereich der heutigen Raiffeisenstraße und der Düsseldorfer Landstraße entstand Ende des 14. Jahrhunderts die erste Ortschaft. Damals wurden bereits der „Steinhof“, der „Biegerhof“ und das „Haus Böckum“, eine ehemalige Wasserburg, erwähnt.

 

„Heute stellt sich Huckingen als stetig wachsender Wohnort (Neubaugebiet ,Angerbogen’) mit einer bemerkenswerten gewerblichen Infrastruktur dar (z. B. neue Niederlassung der Infineon Technologies AG )“, heißt es auf den Internet-Seiten der Stadt.

„1746“ steht am geschwungenen Giebel der Rochuskapelle an der Raiffeisenstraße, die noch mehr historische Bauten aufweist. Rochus ist der Schutzpatron gegen Pest und andere Seuchen, sein Beistand also zeitlos gefragt. Die katholische Kirche St. Peter und Paul schickt uns Glockengeläut entgegen als wir den liebevoll gepflegten Kreifeltshof passieren, laut Info-Schild von Anfang 18. Jahrhundert.

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Älter ist der Steinhof , der mit viel Geld und Ärger in den letzten Jahren zu einem etablierten Veranstaltungsort geworden ist. Geht man von diesem würdigen Altbau in Richtung Süden, herrscht rege Neubau-Tätigkeit. Landhaus Milser und die architektonisch anspruchsvolle Zentrale von Infineon, die äußerlich ohne Ecken und Kanten auskommt, sind fast schon alteingesessen. Die frühere Haniel-Tochter Xella baut derzeit ein neues Hauptquartier, vorzugsweise mit Baustoffen aus eigener Produktion. Gegenüber ist ein neues Quartier, der Angerbogen, entstanden, nur noch wenige Baugrundstücke sind frei. Der Baustil ist vielfältig, gemeinsam ist allen Neubauten eine gewisse Großzügigkeit. Wie gesagt: „Die Leute hier sind nicht so arm.“

Duisburgs Stadtteile I

Und sie lassen sich nicht alles gefallen: Protestschilder markieren den Verlauf der umstrittenen CO-Pipeline , die auch Huckingen berührt. In frischen Farben zeigt sich der Bahnhof Kesselsberg, wo die U-Bahn wie fast überall in Huckingen als Hochbahn verkehrt. Wir unterqueren die Strecke und stehen wieder im Grünen. Pferde grasen auf sattgrünen Weiden, ein Reiher steht wie eine Statue in der Ferne, Jogger sind unterwegs. Nicht allzu weit haben es auch die Angler, die am Remberger See ihr Revier haben. Schuchardt: „Bei uns ist alles fußläufig zu erreichen.“

Bilder aus 115 Jahren Stadtgeschichte in...

Duisburgs Stadtteile IV

Willi Mohrs

Kommentare
07.11.2010
12:19
Huckingen – „Alles ist um die Ecke“
von Huckinger52 | #8

Naja es gibt auch andere schöne aber auch nicht so schöne Ecken in Huckingen, aber auf diese wird ja erst gar nicht eingegangen, schade aber auch....
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2010-10-10 15:00
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