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Personalmangel

1000 Kinder werden vor der Schule nicht untersucht

12.03.2012 | 18:24 Uhr
1000 Kinder werden vor der Schule nicht untersucht
Foto: Guido Raith ## Stethoskop ##

Duisburg. Rund 1000 Duisburger Kinder, die in diesem Jahr in die Schule kommen, werden voraussichtlich keine Eingangsuntersuchung erhalten, weil das Gesundheitsamt zu wenig Personal hat.

Zwar soll dieser Personalengpass bis zum Sommer behoben sein, wie der zuständige Abteilungsleiter des Gesundheitsamtes, Dr. Georg Vogt, am Montag dem Sozialausschuss erklärte, doch könne man die fehlenden Untersuchungen nicht mehr aufholen. Die Schuleingangsuntersuchung umfasst sowohl die körperliche Untersuchung wie auch die Entwicklungsdiagnostik.

Zwei Gründe für den Personalengpass nannte Georg Vogt: Den herrschenden Ärztemangel („Der Ärztemarkt ist bundesweit leer gefegt!“) und die unattraktive Bezahlung von Ärzten, die im kommunalen Gesundheitswesen arbeiten („Der Tarif liegt erheblich unter dem, was andere zahlen, die zwischen 1300 und 2500 darüber liegen. Da bleiben wir auf der Strecke.“). Hinzu komme, dass nicht jeder Arzt in der Entwicklungsdiagnostik ausgebildet sei.

Der personelle Engpass besteht bereits seit Juni letzten Jahres. Dass der Sozialausschuss erst jetzt davon unterrichtet wurde, bezeichnete CDU-Ratsherr Peter Keime als „Skandal“. Thomas Keuer (Linke) nannte die Verwaltungsvorlage eine personalwirtschaftliche Offenbarung. Einig sind aber alle Seiten, dass dieser Zustand nicht hinnehmbar ist. Sozialdezernent Reinhold Spaniel versprach deshalb auch, den Sachverhalt in der wöchentlichen Konferenz des Verwaltungsvorstandes zum Thema zu machen.

Auf der Suche nach Lösungen konnten nach Angaben von Dr. Vogt bislang weder die niedergelassenen Ärzte noch die Krankenhäuser in Duisburg oder in den umliegenden Städten helfen: „Wir haben alle Register gezogen.“ Zunächst, so Vogt, schien es so als könnten die Wedau-Kliniken helfen. „Doch dort hat man auch personelle Probleme bekommen. Das geht nun nicht mehr.“

Nun soll versucht werden, wenigstens die körperliche Untersuchung der Kinder bis zur Einschulung durchzuführen, was auch schon schwierig werde, so Vogt. Über die Schulräte soll bei den Grundschulen nachgefragt werden, ob dort die Entwicklungsdiagnostik durchgeführt werden könne, da es Lehrer gibt, die darin ausgebildet sind.

Der Hinweis der Bezirksregierung, dass die Untersuchung von Seiteneinsteigern aus Zuwandererfamilien als Pflichtaufgabe der Kommune angesehen wird, bezieht Sozialdezernent Spaniel auch auf die Schuleingangsuntersuchung für angehende I-Dötzchen: „Wenn das für Seiteneinsteiger gilt, dann ziehen wir das auch für die Duisburger Kinder durch.“ Angelika Wagner (SPD): „Es darf nicht sein, dass Kinder ohne Untersuchung in Kindergärten oder Schulen gehen.“

Alfons Winterseel


Kommentare
13.03.2012
09:24
1000 Kinder werden vor der Schule nicht untersucht
von taosnm | #5

Tja, Herr Janssen, Sie möchten wohl gern wiedergewählt werden. Nun strengen Sie sich mal an, dieses Problem zu lösen.

13.03.2012
08:15
Warum nicht die Us nutzen
von Interessenkonflikt | #4

Warum solle Kinder, die in städtische Kindergärten gehen noch eine zusätzliche Entwicklungsbeurteilung bekommen. Das kann auch der Kindregarten leisten.
Und die U-untersuchungen können auch anzeigen, ob ein Kind schulfähig ist. Hier muss man die bestehenden Systeme mal zusammenbringen. Dann muss man sich auch keinen zusätzlichen Amtsarzt leisten.

13.03.2012
07:10
1000 Kinder werden vor der Schule nicht untersucht
von BlaaBlubb | #3

... und wat lern wa draus?

Wenn du das Problem mit den überlasteten Lehrern lösen willst, dann kürz einfach Eingangsuntersuchung!

12.03.2012
23:45
1000 Kinder werden vor der Schule nicht untersucht
von muehsam2011 | #2

Das ist ein Skandal!

Und der (einzige?) unüberlegte und vor Unkenntnis strotzende Lösungsvorschlag

"Über die Schulräte soll bei den Grundschulen nachgefragt werden, ob dort die Entwicklungsdiagnostik durchgeführt werden könne, da es Lehrer gibt, die darin ausgebildet sind."

nicht minder!

Diese Lehrer sind nämlich aufgrund eines Personalengpasses so überlastet, dass sie alles gebrauchen können, nur keine zusätzlichen Aufgaben.

Bis zur letzten Einschulung galt: Wer nicht bei der schulärztlichen Eingangsuntersuchung war, durfte nicht eingeschult werden.

Das wird ja dann ein ruhiger Schulanfang im nächsten September!


Die

12.03.2012
19:43
1000 Kinder werden vor der Schule nicht untersucht
von Andreas45141 | #1

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