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Verkauf über Home-Party läuft auch in Dortmund erfolgreich

25.05.2012 | 16:18 Uhr
Verkauf über Home-Party läuft auch in Dortmund erfolgreich
Anja Grolla, ehemalige Handballspielerin des BVB, verkauft schwedische Kindermode bei Homeparties. Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Von der Plastikschüssel bis zur Kindermode: Der Direktvertrieb im Wohnzimmer boomt. Die erfolgreichste Beraterin der Firma "me&i" aus Schweden wohnt in Dortmund und hat sich bereits selbstständig gemacht.

Eigentlich ist es fast konsequent. Schließlich ist die erste Kindermoden-Kollektion von „me&i“ auf einem Küchentisch im schwedischen Barsebäck entstanden. Dass Susan Engvall und Helene Nyrell ihre Entwürfe jetzt in Wohnzimmern an die Frau bringen? Knüpft an an eine mehr als 60 Jahre alte Strategie. Und ermöglicht Müttern wie der Dortmunderin Anja Grolla einen lukrativen Nebenjob mit familienfreundlichen Einsatzzeiten.

Früher hieß sie Kramer und spielte Handball bei der Borussia . Heute ist die Familie ihr „Verein“. Seit Mats und jetzt auch Lotte im Mittelpunkt stehen, ist die 40-jährige Diplom-Sportlehrerin in Elternzeit. „Ich wollte meine Tochter einfach nicht so früh in die Betreuung stecken“, sagt sie. Dass ein bisschen Geld nebenbei einer jungen Familie aber gut tut?

Das Prinzip Tupperparty

Darauf eben setzen Unternehmen wie „me&i“, wie Vorwerk oder Avon, die ihren Direktvertrieb in die Wohnzimmer verlagern. Da wird gerührt, geschüttelt, anprobiert, das Ganze bei einem Gläschen Sekt oder Tässchen Kaffee, in entspannter Atmosphäre mit Gleichgesinnten. Brownie Wise hieß in den 1950er Jahren die Pionierin der sogenannten Homeparties – sie verkaufte an Nachbarn, Freundinnen und deren Bekanntenkreis und drückte dem Verkaufskonzept den bis heute geläufigen Stempel auf: Tupperparty.

Die Homeparty ist ein Heimspiel: ein gemütliches Beieinander mit einem Thema; das Wohnzimmer die Shopping-Mall; Empfehlung über Mund-zu-Mund-Propaganda. Das funktioniert – bei Kosmetik, bei Kerzen, Küchengeräten, Klunker. Inzwischen selbst bei Dessous oder Erotikspielzeug. Die Atmosphäre intim, Anfassen erlaubt – dagegen kann selbst der Online-Shop nicht punkten. Die Firma Vorwerk akquiriert rund 50 Prozent des Umsatzes über diesen Direktvertrieb; bei Tupper standen in einem Jahr 11,9 Millionen Partys im Kalender. Und Avon hatte zwischenzeitlich über vier Millionen Beraterinnen weltweit.

Anja Grolla ist "Umsatzbeste"

An diese Zahlen kommt das junge schwedische Unternehmen noch nicht: Nach Schweden , Finnland , Norwegen ist „me&i“ jetzt auch in England und seit Oktober 2010 in Deutschland aktiv – mit hier gerade mal 40 Beraterinnen wie Anja Grolla. Die ist „Umsatzbeste“ und hat sich deshalb inzwischen selbstständig gemacht. Kauft zu Saisonbeginn (es gibt zwei Kollektionen pro Jahr) Kinder- und Damenmode und macht quasi Karriere an der Kleiderstange. Sie identifiziert sich mit den Produkten: weiche Stoffe, frische Farben, bequeme Schnitte – verantwortungsbewusst produziert, zertifiziert. Auch das zählt neben der Qualität für sie. Die Kinder haben da ihre eigenen Kriterien: „Die eine zieht kein Unterhemd mehr an, weil das so weich ist auf der Haut“. Und der andere macht Theater, wenn sein Lieblingsstück in der Wäsche ist – „Da hat die Mutter gleich zwei gekauft“.

Von Anja Schröder

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Kommentare
27.05.2012
16:29
Verkauf über Home-Party läuft auch in Dortmund erfolgreich
von clausalleinzuhaus | #2

aber nur für die einschlägigen Firmen wie Tupper und Co. Es mag ja sein, dass es einzelne Verkaufskanonen gibt, die große Masse der "Selbständigen" bleibt auf Risiko und Kosten sitzen. Allgemein wird geraten "Finger weg von solchen Geschäften". Erst verkleinert sich der Freundeskreis und dann das Familienvermögen!

27.05.2012
10:06
wie furchtbar...
von Hansiwurstl | #1

jemanden, der mir auf seiner "Party" was andrehen will, besuche ich doch nie wieder.

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