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Naturverbände gegen neue Klinik

26.02.2012 | 17:10 Uhr
Naturverbände gegen neue Klinik
Animation : Johanniter - Neubau projekt Klinik am Rombergpark der Johanniter. Foto: Johanniter

Brünninghausen. Die Naturschutzverbände NABU, BUND und die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW sprechen sich gegen eine Klinik am Rombergpark aus. In einer gemeinsamen Stellungnahme lehnen sie das geplante Bauvorhaben auf einer Fläche von etwa 1,2 Hektar wegen des erheblichen Landschaftseingriffs und der Nähe zum Botanischen Garten Rombergpark sowie der in Renaturierung befindlichen Schondelle ab.

Die Johanniter Ordensbrüder Bad Oeynhausen planen eine Reha-Klinik mit 200 Betten, einer Grundrissfläche von etwa 16 000 Quadratmetern mit 99 Stellplätzen. Der vierteilige Baukörper mit fünf Geschossen soll in die vorhandene Hanglage eingeschoben werden, „was einen erheblichen Eingriff in den Boden bedeuten würde“, so die Naturschutzverbände.

Die Klinik würde in ihrer baulichen Konzentration und Höhe die Wihoga überragen und auch entsprechende Kfz-Stellplätze beanspruchen.

Das Bauvorhaben müsse auch im Zusammenhang mit der geplanten Bebauung des ehemaligen Gutes Brünninghausen gesehen werden. Auch wenn sich die Pläne einer Klinik mit 175 Betten zerschlagen hätten, so drohe doch eine Folgenutzung, die erheblichen zusätzlichen Verkehr erzeugen würde.

Die Fläche der geplanten Johanniter-Klinik werde derzeit als Grünland genutzt. Der ökologische Wert der Fläche ergebe sich aus ihrer Lage im Biotopverbundsystem. Sie sei in vielen Fachplanungen als Teilfläche im Biotop- und Freiraumverbund dargestellt.

Zum Beispiel komme dem Biotope hohe Qualität zu durch Wald- und Gehölzflächen, durch hohe Speicher- und Reglerfunktion des Bodens, durch sehr hohe Ertragsfähigkeit, durch bioklimatisch wertvoller innerstädtischer Ausgleichsraum.

Die Wiesenfläche sei mit den angrenzenden Gehölzen und Waldflächen zudem als Ergänzungslebensraum zum Botanischen Garten Rombergpark zu sehen. Grünland werde als Biotoptyp immer seltener und müsse im gesamten Stadtgebiet unbedingt geschützt werden.

Der Eingriff in den Boden sowie der Verlust von Flächen im Biotopverbundkorridor und im Freiraumverbund sei „hoch und an dieser Stelle nicht kompensierbar“, so die Umweltschützer.

Für den Bau müssten mehrere alte Bäume gefällt werden. Der besagte Raum sei Teil des Emscher Landschaftsparks, der Rombergpark sei in diesem Plan als Zielpunkt für die Erholung dargestellt. In dem nördlich gelegenen Waldstück sind Flächen für Fließgewässer dargestellt. Diese verknüpfen das Gewässersystem nahe des Untersuchungsraumes (Schondelle, Wiesen- und Pferdebach) wieder mit der Emscher.

Der Umweltplan der Stadt Dortmund stelle hier eine Fläche für die Entwicklung und Aufwertung von Vorbundkorridoren dar. Auch unter Klimaaspekten lehnen die Naturschutzverbände den Klinik-Plan ab, da Park- und Grünanlagen gerade in Ballungsräumen zu schützen und auszubauen seien.

Ferner existiere ein Parkplatzproblem. Zur Zeit seien bei gutem Wetter schon alle Parkplätze in diesem Bereich belegt; eine Klinik für Patienten, Besucher und das Personal würden die Lage verschärfen, so Thomas Quittek für die Verbände.

DerWesten

Kommentare
28.02.2012
18:03
So isses, #4
von jcm | #5

Und dieses Totschlag-Argument Arbeitsplätze hat sich längst als Nebelkerze geoutet.
Zum einen würden gemachte Gewinne nicht bei den unteren Chargen...
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2012-02-26 17:10
Süd