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Kaffeekränzchen bei den Ultras in Dortmund

21.03.2011 | 16:14 Uhr
Kaffeekränzchen bei den Ultras in Dortmund
Die Ultra-Gruppe The Unity lud zum Tag der offenen Tür.

Dortmund. Ultras sorgen in Fußball-Stadien für Stimmung, allzu oft aber auch für großen Ärger. Etwa durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern. Dass es auch anders geht, wollte die Dortmunder Gruppe „The Unity“ bei ihrem Tag der offenen Tür beweisen.

Ultras gelten gemeinhin als gewaltbereite Pyromanen , die auf den Rängen deutscher Fußball-Stadien zwar auch für Stimmung, mitunter aber für heftige Randale sorgen. Um diesem Image entgegenzuwirken, veranstaltete die Dortmunder Ultra-Gruppe „The Unity“ einen Tag der offenen Tür – ein Novum in der Außenstehenden gegenüber ansonsten eher verschlossene Ultra-Kultur .

Die „Lenz-sTUbe“ vor dem Revier-Derby“. Foto: Knut Vahlensieck..

Die „Lenz-sTUbe“ an der Hohe Straße in der Dortmunder City. Wer hier an Spieltagen vorbeifährt, sieht oftmals zahlreiche dunkel gekleidete, furchteinflößende Gestalten vor der Tür. So richtig können viele Nachbarn und Passanten die Klientel der Kneipe nicht. Klar ist: Die Gaststätte wird von der Dortmunder Ultra-Gruppierung „The Unity“ (TU) betrieben. Und Ultras sind prinzipiell erst einmal verdächtig, auch wenn sie es sind, die ihrer Mannschaft überall hin folgen und im Stadion immer wieder mit atemberaubenden Choreographien beeindrucken.

Kaffee statt Bier

The Unity ist die größte von drei Dortmunder Ultra-Gruppen . Bei ihrem Tag der offenen Tür boten die Fans einen Einblick in die Aktivitäten der Gruppierung. Das Bild, das sich bot, war schon skurril: Statt Bengalischen Feuern brannten Kerzen auf den Tischen, statt Bier flossen Limo und Kaffee, der Tresen reich gedeckt mit Kuchen. Der Kaffee-Klatsch kam gut an. An Stellwänden dokumentierten die Ultras ihre Arbeit abseits der Stadion-Tribünen.

Soziales Engagement

Susanne Anft, Dauerkartenbesitzerin auf der Ost-Tribüne, zeigt sich positiv überrascht: „Das soziale Engagement hat mich beeindruckt“, lobt sie die Arbeit der „AG TU Gutes“, die etwa Kleiderspenden für Flüchtlinge, Besuche in Kinderheimen oder Typisierungen für die Knochenmarkspender-Kartei organisiert. Doch Anft übt auch Kritik: „Diese Endlos-Gesänge während des Spiels nerven und wirken einschläfernd“, sagt sie.

Ultras mal anders: Kaffee und Kuchen beim Tag der offenen Tür.

Uwe Pleß, ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter des BVB, kennt den „zwiespältigen Ruf“ der Gruppe, ist aber ebenfalls erfreut über Aktivitäten wie die Aktion „Kein Zwanni“ , die von TU ins Leben gerufen wurde, um für faire Ticket-Preise zu kämpfen.

Normale Menschen

Daniel Lörcher, Sprecher der Gruppe, freute sich denn auch über die „positive Resonanz“. Nach zwei Stunden zählte Lörcher rund 50 Besucher, die beim gemütlichen Plausch mit den Ultras „Vorurteile abbauen“ konnten. „Unsere Besucher erhalten hier ein paar Einblicke in unsere Arbeit und sehen, dass wir auch nur normale Menschen sind“, so Lörcher. Und ein anderes TU-Mitglied weist darauf hin, dass The Unity einen anderen Weg verfolgen wolle als viele Gruppen in anderen Städten. So sei es TU besonders wichtig, bei großangelegten Planungen die gesamte Fanszene miteinzubeziehen.

Dazu soll auch der neu gegründete Kreis der „UntersTUetzer“ dienen, eine Art Förderverein für die Arbeit von TU. Für einen Jahresbeitrag in Höhe von 10 Euro können die Unterstützer helfen, die aufwendigen Choreographien zu finanzieren, die nicht selten einen fünfstelligen Geldbetrag kosten.

Stefan Reinke

Kommentare
22.03.2011
09:11
Kaffeekränzchen bei den Ultras in Dortmund
von dieterborussia | #4

Ultras, Normalos, Kuttenträger, usw.
Letztendlich sind wir doch alles FANS.

Als alter Fan ( 1982), habe ich schon viel erlebt.
Die Süd hatte einmal...
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Kaffeekränzchen bei den Ultras in Dortmund
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2011-03-21 16:14
Dortmund