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Besitzer von Kinderpornos rief selbst die Polizei

23.03.2012 | 16:09 Uhr
Besitzer von Kinderpornos rief selbst die Polizei

Dortmund.   Wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften verurteilte das Amtsgericht einen 37-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten mit Bewährung. Außerdem hatte er in einem Internet -Forum „durch pornografische Reden“, wie es vor Gericht hieß, Mädchen zu sexuellen Handlungen aufgefordert.

Er hatte einst Anzeige wegen Erpressung erstattet und landete dann selbst vor Gericht: Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Besitzes kinderpornografischer Schriften verurteilte Amtsrichterin Daniela Reimer einen 37-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten. Der Mann muss außerdem 120 Stunden Sozialarbeit leisten.

„Ich habe ihm geraten, den Kopf auf den Tisch zu legen und alles einzugestehen“, erklärte Verteidiger Rechtsanwalt Marco Ostmeyer gestern für seinen bisher unbestraften Mandanten. Der macht einen dermaßen verunsicherten und peinlich berührten Eindruck, dass er sich zunächst kaum in den Gerichtssaal traute.

„Ich habe jetzt gar keinen Computer mehr“

„Ja, das ist alles richtig. Ich habe aber jetzt gar keinen Computer mehr, gehe auch überhaupt nicht mehr ins Internet. So etwas kommt nie wieder vor“, brach es aus ihm heraus. In einem ein Internet-Forum, so gestand er auf der Anklagebank, hatte er sich mit 13-jährige Mädchen unterhalten und sie dabei auch zu sexuellen Handlungen aufgefordert. Und wer „durch pornografische Reden auf Kinder einwirkt“, so heißt es im Paragraf 176 des Strafgesetzbuches, der ist wegen sexuellen Missbrauchs zu bestrafen – auch, wenn kein direkter Kontakt zu bestand. Außerdem räumte er ein, mehrere Dateien mit kinderpornografischen Bildern besessen zu haben.

Angeklagter ging Erpresserbande auf den Leim

Dass die Polizei überhaupt auf ihn aufmerksam wurde, hat sich der 37-Jährige übrigens selbst zuzuschreiben. Alles begann damit, dass er beim Chatten einer Erpresserbande auf den Leim ging. Er hatte Kontakt zu einem Mädchen aufgenommen, kurz darauf meldete sich ein Mann und verlangte Geld – sonst werde er zur Polizei gehen.

Das tat der Angeklagte mit der pädophilen Neigung dann selbst: Er erstattete Anzeige wegen Erpressung. Als die Polizei misstrauisch wurde, sagte er großzügig, man könne ruhig seinen PC mitnehmen und untersuchen. Gesagt, getan – dort fand die Polizei dann das belastende Material.

Kathrin Melliwa

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2012-03-23 16:09
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