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Ultras von Bayer Leverkusen rechnen mit eigener Fanszene ab

Ultras von Bayer Leverkusen rechnen mit eigener Fanszene ab

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Foto: firo
  • Bayer Leverkusens Ultras klagen über Lethargie auf den eigenen Rängen.
  • Zudem sei die Zahl der Fans, die zu Auswärtsspielen fahren, inakzeptabel.
  • Die traditionelle Mottoshirt-Aktion entfällt deshalb dieses Jahr.

Leverkusen. 

Mit einer beeindruckenden Serie von sieben Siegen in Folge hat sich Bayer Leverkusen bereits zwei Spieltage vor Schluss die direkte Teilnahme an der Champions League gesichert. Eigentlich ein Grund zum Feiern – doch die Ultras Leverkusen beklagen „Lethargie“ auf den Rängen.

Besser für Anti-Gesänge zu mobilisieren

Wie „Fanzeit“ berichtet, finden die Ultras in ihrem Kurvenheft „Nordkurve AktUL“ deutliche Worte in Richtung der eigenen Fanszene. So sei die Zahl an Mitfahrern zu den Auswärtsspielen im Vergleich zu vergangenen Jahren in dieser Saison „ein Witz“. Darüber hinaus beklagt die Gruppe, dass die Masse der Fans Anti-Gesänge gegen den Gegner viel eher mittragen würde als Lieder für den eigenen Verein.

Zu guter letzt kritisieren die Ultras, dass viele Fans in der Kurve eher mit ihrem Handy beschäftigt seien als mit der Unterstützung der Mannschaft. „Jeder Scheiß muss auf dem Handy aufgenommen werden, es könnte ja was lustiges passieren“, heißt es im Kurvenflyer. „Für das Spiel gilt ja auch nur eins: Likes sind wichtiger als Punkte!“, kommentieren die Ultras in fließendem Ironisch.

Vor diesem Hintergrund erscheint es der Nordkurve12, dem unabhängigen Dachverband der Bayer-Fans, als „Heuchelei“ wie in den vorherigen Jahren zu den letzten Saisonspielen eine „Finally Red“-Aktion durchzuführen, bei der jeweils günstige Motto-Shirts zum Preis von fünf Euro verkauft wurden. In dieser Saison verzichtet die Nordkurve12 jedoch auf die Aktion, die Gründe dafür bleiben intern.

Ultras monieren zu wenig Einsatz

Die Leverkusener Ultras begrüßen die Entscheidung jedoch ausdrücklich und finden dafür deutliche Worte in Richtung der eigenen Fans: „Diese Produkte, die ihr erwerbt oder erwerben wollt, verdeutlichen eine angebliche Beziehung zu unserer Szene, unserer Kurve. Jeder Person soll klar werden, dass ihr Teil dieser Gruppe seid. Doch seid ihr es? Im Stadion sieht und hört man euch nämlich nicht!“

Eine Mottofahrt zum letzten Auswärtsspiel der Saison wird es allerdings doch noch geben. So ruft die Nordkurve12 dazu auf, am Samstag im Bayer-Trikot nach Mönchengladbach zu reisen. Gleichzeitig erinnern die Ultras an den eigentlichen Gedanken solcher Aktionen: „Alle in Rot für unseren Bayer!“ sei das ursprüngliche Motto und nicht etwa „Geil, endlich wieder ein fünf Euro Shirt!“